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Zur inneren Ortskunde

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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M Vereine für Künst. 
a. Bildende Kunst. 
1) Der Verein der Kunstfreunde im preußischen Staate 
hat sich am 1. Januar 1826 constituirt und bezweckt die Beförderung der 
Kunst und die Verbreitung des Antheils an derselben. Er unterstüßt dem- 
nach die Hervorbringung oder Herausgabe ausgezeichneter Kunstwerke im 
Vaterlande, indem er Preisbewerbungen veranstaltet, Gemälde- oder 
Bildhauerwerke bestellt oder schon vorhandene ankauft und sie verloost. 
Se. Majestät ver König ist Schußherr; die Angelegenheiten des Vereins 
besorgt ein Directorium von 8 Personen und ein Ausschuß. von 8 ausge- 
zeichneten Künstlern. Mitglied ist jeder Kunstfreund , ver einen jährlichen 
Beitrag von 5 Thalern zahlt, wofür er ein Loos zur Erwerbung von Kunst- 
werken erhält, die in ven Besitz des Vereins gekommen sind. 
2) Der wissenschaftliche Kunstverein, gestiftet am 15. October 
1827. Seine Gründer gingen von dem Gedanken aus, die Kritik mit der 
Kunst zu versöhnen und zu vereinigen. Der Verein versammelt sich 
monatlich ein Mal und zwar gewöhnlich am 15. Abends von 7--9 Uhr 
zu einer Geschäfts - und Arbeitssizung, in welcher Vorträge philosophisch- 
wissenschaftlichen und historischen Inhalts über Kunst und Kunstwerke ge- 
halten, von den Künstlern Skizzen, Modelle, Zeichnungen, Bilder, Kupfer- 
stiche, Steindrücke u. f. w. vorgelegt werden, und was sonst der Kunst för- 
derlich sein kann , verhandelt und besprochen wird. Es sind gegenwärtig 
ungefähr 109 Mitglieder vorhanden. Vorsteher ist ver Director ver Königl. 
Bildergallerie Dr. Waagen, Schriftführer Hofrath Dr. Fr. Förster. 
3) Der Architektenverein, gestiftet im Jahre 1824. Der Zweck 
vesselben- ijt „sowohl eine wissenschaftliche Ausbildung im Baufache, als 
auch ein freundschaftliches Verhältniß unter den Theilnehmern zu befördern.“ 
Jedem in Berlin anwesenden Mitgliede, deren jezt beinahe zweihundert sind, 
liegt es ob, jährlich einen Vortrag zu halten oder Entwürfe vorzulegen. 
Dazu wird alle Sonnabende eine Versammlung gehalten, die erste im 
Monat aber als Hauptversammlung betrachtet. Es ist ein gemiethetes Lokal 
in der Oranienstraße 102 vorhanden, in welchem eine bedeutende Bibliothek, 
Vaurisse und architektonische Zeichnungen sich vorfinden. Das Organ des 
Vereins bildet die Zeitschrift für Bauwesen. QHSalbjährlich in ver Haupt- 
versammlung des April und October werden Aufgaben gestellt, deren Lösung 
in den einzelnen Monatsversammlungen vorgelegt wird. Außerdem werden 
große Konkurrenzarbeiten ausgeschrieben, die für ven Geburtstag Schinkels 
im März zur Beurtheilung kommen. Die hierauf eingehenden Arbeiten sind 
zu solcher Bedeutung gelangt, vaß Se. Majestät ver König, dem dieselben 
vorgelegt werden müssen, jährlich zwei Mal 100 Friedrichsd'or als Prämien 
für die gelungensten Entwürfe Reih und Wasserbau ausgesezt hat. Es
	        
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