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Zur inneren Ortskunde

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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weshalb diejenigen Vorträge wohl mehr Nuten bringen mögen, welche in 
kleineren Gesellschaften über bestimmte wissenschaftliche Gegenstände durch 
Leute vom Fach fortgesezt ven Winter hindurc< gehalten werden , und ihrer 
sind so viele, daß wir sie hier nicht aufzählen können. 
Wiszenschaftliche Vereine. 
Etwas anderer Art sind die wissenschaftlichen Unterhaltungen, welche 
in geschlossenen Vereinen, zwar auch meistentheils durch gehaltene Vorträge, 
dann aber auch durch freie Besprec<ung über dieselben und mannigfaltige 
Mittheilungen dargeboten werden. Dergleichen Vereine hat Berlin besonders 
seit Anfang dieses Jahrhunderts; sie haben sich aber unter dem jetzt regie» 
renden Könige durch dessen geistvolle Anregung außerordentlich vermehrt. 
Dieselben halten meist an einem Abend im Monat, manche auch öfter ihre 
Versammlungen. Der Zutritt ist durch gewisse Qualitäten bedingt und 
kostet die Mitgliedschaft verhältnißmäßige Beiträge , zumal da die Herren 
nach ihren gelehrten Sizungen meist auch noc zu einem geselligen Mahle 
beisammen bleiben. 
Solc<e Vereine sind :* 
1. Für eigentliche Wissenschaft und Sprache. 
1) Die Gesellschaft naturforschender Freunde. Sie ist der 
älteste dieser Vereine, bereits unter Friedrich dem Großen um Jahre 1773 
vurch ven Dr. Martini gestiftet. Der König Friedrich Wilhelm I1. 
schenkte ihr das Haus Nr. 29 in der französischen Straße. Sie besteht 
aus höchstens zwölf ordentlichen und gegenwärtig funszig bis sechzig Ehren- 
mitgliedern, ausgezeichneten Gelehrten auf dem Gebiete der Naturwissen- 
schaft. Die Ersteren kommen monatlich zwei Mal zujammen und theilen 
vie Resultate ihrer Forschungen in Vorträgen mit, welche auch durc< den 
Druck veröffentlicht werden. Die Gesellschaft besitzt eine ansehnliche Bibliothek 
und bedeutende naturwissenschaftliche Sammlungen. Ihr Director im lau- 
fenden Quartal ist ver Professor Dr. Enke. 
2) Die Humanitätsgesellschaft, gestiftet am 11. Januar 1796. 
Sie -hatte zur Zeit ihrer höchsten Blüthe mehr als 70 Mitglieder, worunter 
sich auc) Damen befanden, jetzt besteht sie unter veränderter Gestalt nur 
für Männer, deren 40--50 sein mögen. Director ist der Geheime Rath 
Schubart. 
Man kommt alle 4 Wochen des Abends zusammen und unterhält sich 
vurch Vorträge und Besprechungen über die verschiedensten Gegenstände der 
Wissenschaft und Kunst, bleibt auch zu einem geselligen Mahle bei einander. 
3) Die geographische Gesellschaft. Bei der Feier ves funfzig- 
jährigen Dienstjubiläums des durch seine große Karte yon Deutschland
	        
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