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Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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Wenden wir uns wieder zu unserer Universität, jan der jene Aerzte zum 
Theil auch lehrten und noch wirken, fo dürfen wir mit Stolz sagen, daß 
unter den Lehrern derselben , sowie unter den Mitgliedern unserer Akademie 
sich die ausgezeichnetsten Gelehrten des Jahrhunderts befinden. Es brauchen 
nur von den schon Verstorbenen die Theologen Marheineke und Neander, 
ver Philosonh Hegel, der Jurist von Savigny, der Geologe von Buch, und 
von den Lebenden die Namen: Alexander von Humboldt, Enke, Bopp, Ehren- 
berg, Dove, Mitscherlich, Bö>h, Ritter, Friedrich von Raumer, Leopold 
Ranke 1c., genannt zu werden, um den Jüngern der Wissenschaft in allen 
Welttheilen Ehrfurcht einzuflößen. 
Oeffentliche Vorträge. 
Natürlich muß die Anwesenheit und Wirksamkeit sol<er Männer auf 
Verlin einen erhebenden und veredelnden Einfluß ausüben; sie machen sich 
aber zum Theil auch direkt um die Bildung des Publikums vurch öffentliche 
Vorträge verdient. Wir meinen hier nicht diejenigen, welche in ven feier- 
lichen Sizungen der Akademie oder bei festlichen Gelegenheiten in der Aula 
der Universität oohalten werden, und zu denen jedem anständigen Manne 
Zutritt freiste" * sondern solche, die für eine größere Zuhörerschaft bestimmt 
sind. So hatte Alexander von Humboldt schon im Jahre 1826 ange- 
fangen, im Saale ver hiesigen Singakademie vor gemischtem Auditorium, 
vd. h. vor Zuhörern und Zuhörerinnen, Vörlesungen über die Resultate 
der gesammten Naturwissenschaften zu halten. Se. Majestät der König, die 
Prinzen und Vrinzessinnen seines Hauses, Minister und Generale mit ihren 
Frauen, überhaupt Personen vom höchsten Range wohnten diesen Vorle- 
sungen bei, die zu vem Hochgenusse ver feinen Gesellschaft gehörten , wenn 
viese auch nicht Alles, was ver Gelehrte ihnen mittheilte, vollkommen ver» 
stand. Am Schlusse ver Vorlesungen ließ man eine Medaille auf den 
Autor prägen, die ihm in goldenen und silbernen Exemplaren über- 
reicht wurde. Aehnliche Vorträge sind seit vem Jahre 1841 auf Veran» 
lassung des Geh. Rath Dr. v. Raumer vor dem gleichen Publikum in 
venselben Räumen von hiesigen und auswärtigen Gelehrten gehalten worden, 
und werden noch in jedem Winter von Neujahr bis Ostern fortgesetzt. Die 
Eintrittskarte kostet jezt zwei Thaler für alle Vorträge, und ist die Einnahme 
nach Abzug der Kosten zur Anschaffung und Erhaltung von Volksbiblio- 
theken bestimmt, deren fünf bereits in der Stadt vorhanden sind, von Sach- 
verständigen, meist Schuldirektoren, geleitet und zweckmäßig vermehrt werden. 
Es sind darin vorzüglich historische und technische Werke zu finden, die für 
ven Handwerkerstand von Nutzen sind. 
Borträge bilvenden Inhalts sind ein Bedürfniß unserer feinen Welt 
im Winter, wenn auch die Theilnahme daran jetzt einigermaßen abnimmt, 
weil die große Mannigfaltigkeit der Gegenstände das Interesse schwächt,
	        
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