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Verfassung und Verwaltung

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

Verfassung und Verwaltung. 
erlin steht unter einem zwiefachen Negiment, vem Königlichen Polizei- 
präsidio und vem Magistrat. 
Vis zu Friedrich vem Großen war beides unter dem leßkteren vereinigt; 
er ordnete die Trennung an. Wir wissen aus der Geschichte, vaß Kölln 
und Verlin ursprünglich getrennt waren, durch den askanischen Markgrafen 
Albrecht im Jahre 1307 vereinigt wurden, unter Kurfürst Friedrich Il. von 
Hohenzollern aber verschiedene städtische Verwaltung erhielten. Unter dem 
großen Kurfürsten und seinem Nachfolger waren ver- Werder, sowie die 
Dorotheen- und ein Theil der Friedrichstadt hinzugekommen und es gab auf 
kurze Zeit vier Magisträte, bis Friedrich als König sie im Jahre 1709 zu 
Einer städtischen Behörde vereinigte und derselben vier Bürgermeister gab, vie 
auch no< zu Friedrich ves Großen Zeit vorhanden waren. Er also trennte 
vie Polizei- von der Gemeindeverwaltung. 
Die Deschäfte der Polizei sind: Erhaltung der Sicherheit und Ordnung 
in jeder Beziehung, daher die Berechtigung Jedermann nach Paß over Le- 
gitimation zu fragen, ebenso Meldung von Anzug, Umzug oder Abzug zu 
verlangen, Beaufsichtigung des gewerblichen Verkehrs, insofern verselbe in 
vie Oeffentlichkeit tritt. 
Die Polizei sorgt z. B. dafür, daß Sonntags die Läden geschlossen sind 
und keine, die Sabbathsruhe störenden Arbeiten getrieben werden. Sie hat 
ferner eine Verantwortlichkeit für vie öffentliche Gesundheitspflege, beaufsich- 
tigt allen Hausirhandel, Gast- und Schankwirthschaften, das Gesindewesen, 
die Märkte, Maß und Gewichte, die Bauten, sofern allgemeine- Ordnungs- 
oder Bequemlichkeitsrücksichten vabei zu nehmen sind. Sie hat enblich die 
Verpflichtung, der Bettelei zu steuern und das Recht des Staates auf berren- 
loses Gut wahrzunehmen.
	        
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