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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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Vürger Berlins, wie ihn uns auch die Biographie schildert, welche sein 
Freund, der Criminalrath Hitzig, von ihm verfaßt hat. Gleichfalls ruhen 
hier unter einer, auf -die verbundenen Gräber aufgelegten Granittafel die 
irdischen Ueberreste des liebenswürdigen Naturforschers und Dichters Adal- 
bert von Chamisso und seiner Gattin , gebornen Viaste; und unfern 
von ihnen der treffliche Klavierspieler und Componist Ludwig Berger, 
vessen Reliefbild aus Bronce in den oberen Theil des granitnen Cippus 
eingelassen ist, der sein Grab bezeichnet und dessen broncenes Frontispice 
nd< ein Genius mit einer Leier schmückt. 
Auf den Anhöhen zwischen dem Kreuzberge und der Hasenheide liegt 
der nene Degräbnißplatz der Dreifaltigkeitskir<e, zu dem uns 
gleichfo*18 manches theure Grab hinzieht. Der Kirchhof ist wohl gehalten; 
schöne Baumgäv"ae, Fliedergebüsche und Blumenpartien machen ihn zu einem 
Garten. Auf **x Höhe im Süden zieht sic) eine Mauer mit Erbbegräb- 
nissen entlana. ;e aber jezt durchbrochen ijt, um einen Durchgang zu einem 
neuen Todteny >e zu gewähren. Auf beiden Seiten desselben erheben sich 
großartioe rabgewölbe im ägyptischen Styl. den Familien Ippenfeld 
und Flei“hinaer gehörig. In der Mitte prangt das kolossale Grabmal 
der Fürn 1 nan der Osten-Sa>ken. Der eiserne Sarg sieht sic<tbar 
hinter einem " itter und über dem sandsteinernen Unterbau steigt ein Monu- 
ment aus “"npeisen empor, an dessen vorderer Seite sich ein betender Genius 
befindet. T icht vor diesem Grabmal liegt auf der Höhe der Theolog und 
Philosorh Tv, Eriebrich Schleiermacher begraben, die Zierve ver 
Berliner Universität von ihrem Entstehen an. Er war aeboren den 21. No- 
vember 1768 und starb ven . ?. Februar 1234. Auf seinem schönen Mo- 
nument, das in einer kreisrunden Nische seine Büste enthält, steht der Spruch: 
„Gedenket an Eure "bror, die Euch das Wort Gottes gesagt haben; welcher 
Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach.“ Zn der That war sein 
Tov ebey*) erbhaulich, als sein *eben bedeutend. Sein Leichenbegängniß gab 
Zeugn! ? vm dem innigen Antheil, den die ganze Stadt an ihm nahm. 
„Wir "le “ sagte damals dor Berichterstatter Nelltab, „verdanken ihm 
wohl das Bere, was wir haben.“ Man meint gewöhnlich, seine Predigten 
seien schwer 11 verstehen aowesen; das gab x aber selbst nicht zu und 
mancher schlichte Bürger bestätigte es, vaß sie für Jedermann erbaulich seien, 
der nur regelmäßig und mit Aufmerksamkeit zuhöre. 
Unfern von ihm ruht sein Amtsgenosse an ver Dreifaltigkeitskirche wie 
an der Universität, der Professor Dr. Marheinike, der das System der 
Hegelschen Philosophie auf die <ristliche Dogmatik übertragen hat und 
später auch einer gewissen Nopularität sich rühmen konnte. Das granitne 
Grabmal zeigt uns sein Vild en reliet. 
| 24 einem Gitter an ver Mauer liegen in gleicher Reihe mit Mar- 
heinike unter einer schönen Traueresche die irdischen Ueberreste des Mi- 
nisters der Geistlichen - und Unterrichtsangelegenheiten, Freiherrn von
	        
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