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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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treu wiedergegeben, so wie die Bibelsprüche in Goldschrift seinen frommen 
theologischen Standpunkt schön bezeichnen. 
Auf einem dritten, dem alten Dreifaltigkeitskir<hofe, ruhen 
Felix Mendelssohn und seine Schwester, Fanny Cäcilie Hensel. 
Beide hochbegabt für die Tonkunst, was freilich von dem Ersteren hier nicht 
erst gesagt zu werden braucht, da seine Werke ihn verewigen. Er war der 
Componist ves Gedankens, während es sonst die Musik meist nur mit 
vem Ausdrucke des Gefühls zu thun hat. Sein Grab bezeichnet ein ein- 
faches weißes Marmorkreuz in einem Gitter an der westlichen Kirc<hofs- 
mauer, seiner Schwester ist eine polirte Granittafel daneben errichtet, auf 
welcher außer Namen und Jahreszahl die Composition ver Worte: „Ge- 
danken gehn umd Lieder fort in's Himmelreich," in Noten und Text sich 
findet. In der Nähe ist auch die Grabstätte des Dichters Ernst Rau- 
pach, der nah Tffland und Koßebue am fleißigsten für die Bühne 
gearbeitet hat. Die Fabeln seiner Stücke sind aber der Geschichte und vem 
Reiche der Phantasie entnommen, während jene mehr das gewöhnliche Leben 
schilverten. Sein“ Grabfreuz aus yolirtem Granit steht in einem Gitter 
zwischen anderen Gräbern. Ihm gegenüber glänzen uns no< aus einem 
Gitter zwei weiße Marmorkreuze entgegen, die auf den Gräbern ves Ge- 
heimen Rathes und Arztes Ir. Ernst Horn und seiner Gattin errichtet 
sind. Er widmete sich vorzüglich ver Heilung von Gemüthsfkranfheiten. 
Ehe wir diesen Kirchhof verlassen, treten. wir noM mit Rührung an 
das Grab ves Direktors Spille>e, welches nur ein kleiner aufgelegter 
Stein "bezeichnet. Er leitete, nachdem er mehrere Jahre Frühprediger an der 
Dreifaltigkeitskirc<he gewesen, lange Zeit die verbundenen Anstalten des könig» 
lichen Friedrich Wilhelms-Gymnasiums , ver Real- und Eiisabethschule und 
erwarb sich den Ruhm eines ausgezeichneten Pädagogen, eines biederen 
Mannes und Freundes. 
Der vierte dieser Kirc<hhöfe gehört der böhmischen Gemeinde an 
und enthält vas Grab des frommen Predigers Jäni>e, ves Stifters der 
ersten hiesigen Misstonsanstalt. Hinter dem Grabhügel ist an der Mauer 
vie böhmische Kirche gemalt, zur Seite Palmen und andere Bäume ver 
südlichen Zone , welche wohl die Länder andeuten sollen, in die Jänic>e 
Missionäre gesandt hat. 
Indem wir an dem Kir<hofe der Brüder-Gemeinde,-wo Nie- 
mand ausgezeichnet werden soll, da auf allen Gräbern nur einfache Denk- 
steine mit Namen und Jahreszahl liegen, andächtig vorübergehen, treten 
wir wieder in die Pionierstraße hinaus, um von der Tempelhosferstraße auf 
ven sechsten hallischen Kirchhof zu gelangen, welcher, wie der erste und zweite, 
der Terusalems- und neuen Kirchgemeinde angehört. Dort be- 
zeichnet eine niedrige Sandsteintafel das Grab des Kammergerichtsrathes, 
Dichter8, Componisten und Malers TC. T. W. Hoffmann, gestorben 
1822. Jn allen jenen Fächern ausgezeichnet, war er einer ver bedeutendsten
	        
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