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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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Himmels Glanz, und die, so Viele zur Gerechtigkeit wiesen, wie die Sterne 
immer und ewig.“ Wenige Schritte davon, jenem Denkmal gegenüber, 
ruhen die irdischen Ueberreste des großen Philosophen Hegel, welcher bis 
zu seinem Tode im Jahre 1231 unserer Universität den höchsten Glanz verlieh. 
Es steht bei seinem Grabe ein einfacher Denkstein von polirtem Granit. 
Dieser ganze Theil des Kirchhofes heißt der Gelehrtenwinkel, denn vort 
liegen noc< neben Hegel ver Vrofessor der Rechte Dr. Klenze, und neben 
Fichte ver Schüler Hegel's, gleichfalls Professor der Jurisyrudenz, Cduarv 
Gans. Veide wurden der Wissenschaft in der Blüthe der männlichen Jahre 
entrissen und ihr Tod erregte die allgemeinste Theilnahme, die sic) auch bei 
ihren großartigen Leichenbegängnissen kund gab. An Klenze's Grabe er- 
hebt sich eine geschmückte Marmortafel, mit einer Nische, in welcher sich das 
gleichfalls marmorne Brustbild des Verstorbenen befindet. Gans ruht in 
einem eisernen Gitter und sein Grab ist durch eine aufrechtstehende Sandstein- 
tafel mit einfacher schwarzer Inschrift bezeichnet. 
In der Reihe, welche die Denkmäler von Fichte und Gans eröffnen, 
finden wir noch vier ausgezeichnete Grabmäler, erstens das des Bildhauers 
und Directors der Kunstakademie, Wottfried Schadow. Seine Statuette, 
das Attribut des Zirkels in der Hand, steht auf einer viere>igen Säule von 
schwarzem Marmor. Nun folgt das Denkmal des Geheimen Commerzien- 
raths, Gründers und Besitzers der größten Eisenfabrik bei Berlin, August 
Borsig. Seiner großen Verdienste ist s<on oben Erwähnung geschehen; 
über seinem Grabe ist auf granitnem Fundament ein prächtiger Tempel von 
Marmor errichtet, in dessen Mitte seine Vüste, gleichfalls von Marmor, auf 
granitnem Fußgestell steht. Neben ihm ruht ver Director der Sing- 
akavemie Professor Nungenhagen, dessen Reliefbild en medaillon die 
Marmorwand zu Häupten seines Grabes schmückt, auf welcher ein Kreuz 
von polirtem Granit sich erhebt. Aus gleichem fast unvergänglichem Stoffe 
besteht der schmale Cippus, welcher das Grab des genialen Baumeisters 
Schinkel bezeichnet, der in unserer Stadt sich selbst in vielen Prachtbauten 
vie herrlichsten Denkmäler gesezt hat. Auch sein Reliefbild befindet sich in 
Bronce an dem beschriebenen Grabmal. 
Vier ausgezeichnete Denkmäler berühmter Leute haben wir der eben ge- 
dachten Reihe gegenüber zu suchen. Dort schmückt eine aufrechtstehende Mar- 
mortafel das Grab des Criminaldirectors und Schriftstellers Hitzig. Ueber 
ver Inschrift bezeichnen die richterlichen Fasces und eine Lever seinen Doppel- 
beruf. Hinter diesem Denkmal erhebt sich eine Marmortafel mit eingelassenen 
Broncereliefs, davon das obere die Züge des gelehrten Professors der grie- 
<hischen Sprache Dr. Buttmann darstellt. Wer auch nur mii den Elementen 
wissenschaftlicher Bildung sich beschäftigt hat, kennt seine griechische Gram- 
matik; seine originelle Gestalt, wie sein Humor waren außerdem gebildeten 
Berlinern wohl bekannt. 
An der westlichen Mauer des Kirc<hofes finden wir die Grabstätte des
	        
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