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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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welches Joachim Il, im Jahre. 1540 durch: den burgundischen Erzgießer 
Mathias Dietrich hat verfertigen lassen. Das Erzbild auf der Platte unter 
diesem Monument stellt den Kurfürsten Joachim 1. dar, und ist schon im 
Jahre 1530 von Johann Vischer. gegossen. Ebenfalls am nördlichen Ende 
ber beiven Abseiten der Kirche stehen die aus Zinn gegossenen, mit reichen 
Goldzierrathen fast überladenen Prachtsärge des großen Kurfürsten und 
ves ersten Königs, so wie die der zweiten -Gemahlinnen derselben, welche wegen 
ihrer Größe und Schwere nicht in die Gruft haben hinabgelassen. werden 
können. 
Der Bau ver Schloßbrücke von Stein ist im Jahre 1823 fertig 
geworben. Ihre Majestät, die jeht regierende Königin, fuhr als Braut Sr. 
Königlichen Hoheit, ves damaligen Kronprinzen, bei ihrem feierlichen. Ein- 
zuge zuerst über dieselbe. Die ältere Brücke war früher nur von Holz und 
hieß vie Hundebrücke, weil zur Zeit, als der. Thiergarten noch ein dichter 
Wald war, die kurfürstlichen Hunde über dieselbe zur Jagd geführt wurden, 
wenn der Name nicht etwa an die heidnischen Wenden erinnern sollte, 
bie in frühester Zeit noch jenfeits derselben wohnten. Auf den acht Granit» 
basen der jetzigen Brücke hat Se. Majestät der regierende König. schöne 
Maxrmorgruppen aufstellen lassen, welche das Leben. eines Kriegers darstellen, 
dem die Siegesgöttin überall zur Seite steht. 
Am mittleren Portal des Zeughauses finden wir das. Bild des ersten 
Königs en medaillon in Goldbronce. 
Der Westseite ves Hauses gegenüber stehen im Kastanienwälb<en auf 
einer Erhöhung und in einem Gitter drei Geschüße- von kolossaler Größe, 
vie aus den Freiheitskriegen als Siegesbeute zu uns gebracht sind. 
" Das mittlere ist ein Prachtwerk ver Stügießerei, ein langes Kanonen- 
rohr vom größten Kaliber, mit ven schönsten Bildwerken. geschmückt. Es 
ist mit einem andern von ganz gleicher Form in Lübe> gegossen und beide 
sind von ver Hansa ver Republik Holland geschenkt. worden. Napoleon 
nahm dieselben bei der Eroberung von Holland in Besitz und im Jahre 1814 
wurden sie die Beute der Verbündeten. Ein Exemplar kam nach Wien, 
vas andere zu uns. 
Neben diesem liegen zu beiden Seiten zwei ungeheure . Mörser von 
s<önem Metall mit eben solchen Laffetenrändern. - Sie wurden in der Stadt 
La Före gegossen, um bei der Belagerung von Cadix zu dienen, erwiesen sich 
aber schon am Orte ihrer Anfertigung als unbrauchbar und wurden als 
Beute mit großen Schwierigkeiten nach Berlin geschafft. 
Weiterhin eröffnet sich uns hier ver Bli auf eine Anzahl von Monu- 
menten, welche unserer Residenz zur schönsten Zierde gereichen. Wir sehen 
sechs Statuen von Erz und Marmor, sämmtlich von der Hand. des Bild- 
haus Professor Rauch, ver sich durch ihre Herstellung unsterblichen Ruhm 
erworben.
	        
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