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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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Gott bereitet hat“ Denen, die ihn lieb haben. Jak. 1, Vers 12. Bei. der 
feierlichen Beisezung des Königs im Dom zu Berlin, von wo die Leiche 
nach Charlottenburg in das Mausoleum gebracht ward, wie bei ver kirch- 
lichen Gedächtnißfeier sang man nach der Verordnung des Hochseligen das 
Lied: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Als in ver Domkirche unter 
vem Donner ver Kanonen und des Gewehrfeuers der Segen über den Sarg 
gesprochen wurde, fiel der Kaiser Nicolaus an demselben auf seine Kniee 
nieder, umfaßte ihn mit. Inbrunst und vergoß heiße Thränen. + Cben so 
thaten die anwesenden Söhne und die nächsten Leidtragenden, unter venen 
sich auch der König von Hannover befand. 
Das Volk trauerte tief und aufrichtig, und einheimische wie fremde 
öffentliche Blätter sprachen mit Rührung und Anerkennung von den hohen 
Verdiensten und Tugenden des Entschlafenen, von seiner Besonnenheit, seiner 
Gerechtigkeit, Wahrheitsliebe und Bescheidenheit. 
An Schmuck und Vergrößerung verdankt ihm Berlin Folgendes: vor 
vem unglülichen Kriege wurde vie Stadtmauer im Osten der Stadt erbaut 
und dem Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau im Lustgarten ein Denkmal 
errichtet, das später nach vem Wilhelmsplatze versezt worven ist. Nach dem 
Frieden von 1815 begannen alsbald die neuen Bauten ':am Lustgarten und 
auf der prächtigen Straße nach den Linden. Der Dom wurde schon zum 
Jahre 1817 im Aeußern und Innern verändert, ein Theil ver Gebäude ves 
sogenannten neuen Packhofs abgetragen, der Graben, welcher vort den öst- 
lichen und westlichen Spreearm verband , ausgefüllt , und das Museum auf 
dem "Grunde desselben errichtet. Der Lustgarten erhielt seine jezige Gestalt, 
ven+ Springbrunnen und die Granitschaale. Der Kupfergraben wurde zu 
beiden Seiten mit steinerner Schälung versehen, an sein rechtes Ufer ver 
Packhof hin verleot, und es entstanden die drei großen dazu gehörigen Ge- 
bäude nebt ven Waarenhallen und Krahnen. Am linken Ufer wurde die 
Gewebrfabrik auf Brunnen erbaut. Die Schloßbrücke ward aus Stein auf- 
geführt, vie alte Opernbrücke abgetragen, der Festungsgraben zwischen dem 
Prinzessinnen - Valais und der Singakademie überwölbt, "9 daß jekt vie 
breite Straße darüber führt. Rechts von verselben erstand die neue Wache 
später das Gebäude der Singakademie. Zu beiden Seiten der ersteren wurden 
die Statuen von Scharnhorst und Bülow, gegenüber die von Blücher auf- 
gestellt.“ Ebenso ließ ver König das neue Schauspielhaus auf vem Gen- 
darmenmarkt, die jezige Werdersche Kirche, die neue Vauschule an ver Stelle 
des" alten Packhofs und vte neue Sternwarte am südlichen Ende der Char- 
lottenstraße mit großen Kosten erbauen. Acht" Tage vor vem Tode des 
Hochseligen wurde auf seinen Befehl ver Grundstein zu dem Denkmal 
Friedrich ves Großen gelegt. 
Auch ein ganzer Stadttheil verdankt ihm seine Entstehung und seinen 
Namen; es ist die Friedrich - Wilhelmsstadt, zwischen dem Schiffbauervamm, 
ver großen Friedrichstraße und der Charite. Dort war noch vor 40 Jahren
	        
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