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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

gemachter Graben oder Kanal ab, auf welchem diejenigen Schiffe, welche nicht 
für Berlin, sondern für unterhalb der Stadt gelegene Orte Waaren geladen 
häben, diese um die Stadt herum führen können. Das Wasser dieses Kanals 
fließt zum größten Theil südlich von ver Stadt an dem Köpenicker, dem 
Kottbusser, vem Wasserthore und dem Hallischen Thore vorüber. Bei diesem 
leuztern tritt. er ganz nahe an die Stadtmauer heran und entfernt sich dann 
in nordwestlichem Laufe weiter von derselben, so daß man vom Anhaltischen 
und Potsdamer Thore eine ziemliche Stree zu gehen hat, ehe man ihn er- 
reicht. Er hat bis zur Brücke vor dem lezteren Thore die neue Anhaltische 
Vorstadt umflossen und geht nun westlich am Thiergarten vorüber, dem er 
indeß erst hinter vem Hofjäger rec<t nahe kommt. Von dort aus speist er 
auch mehrere Gräben, welche ven Thiergarten bewässern und in neuerer Zeit 
einen künstlich angelegten See. Neben diesem fließt er nördlich vor vem 
zoologischen Garten vorbei und durchbricht dann weiter unten die Charlotten- 
burger Chaussee, oberhalb derselben noch ein schönes Bassin bildend. Schon 
vorher ist von ihm noch ein Graben abgezweigt, der bei den alten Chaussee- 
Häusern an der westlichen Grenze des Thiergartens den Charlottenburger Weg 
durchbri<t. Hier ist, wie über den eigentlichen Kanal, eine stattliche Brücke 
geschlagen. An der zweiten sind jeht neue prächtige Chausseehäuser errichtet. 
Die Wasser des Kanals, die zulezt in nördlicher Nichtung flossen, münden 
etwa tausend Schritt oberhalb Charlottenburg wieder in die Spree. Von 
seinem Austritt aus derselben bis unterhalb des Hallischen Thores, heißt er 
der Landwehrgraben, hinter dem Thiergarten der Schafgraben, bei seinem 
Ausfluß der Fluthgraben. 
In der Stadt selbst ist vie Wasservertheilung folgende: Erstens ist aus 
dem Landwehrgraben vurc<; das Wajserthor ein Kanal in die Spree geleitet 
der unterhalb des Stralauer Plates am linken Ufer in die Spree mündet, 
wo die Schillingsbrücke über ven Fluß führt. Dieser Kanal bildet drei schöne 
Bassins, eines gleich innerhalb des Thores, das andere vor der neuen Michaelis- 
Kirche und das dritte vor vem Ausfluß in die Spree. Er fließt bis zu der 
gedachten Kirche von Süden nach Norden und geht dann in einem Bogen 
nach Osten bei vem Krankenhause Bethanien vorbei. Vorzugsweise vient er, 
um das ehemalige Köpnicker Feld zu bewässern und ver Nieverschlesisch- 
Märkischen Eisenbahn Waaren zuzuführen. 
Wir denken uns nun auf der Waisenbrücke stehend und sehen den dort 
sehr breiten Fluß hinab, so bemerken wir, daß er sich alsbald in zwei be- 
veutende Arme theilt. Der rechte ist die eigentliche Spree, dient jedoch nicht 
für ven Waarentransport durch die Stadt, sondern treibt vie Mühlen hinter 
vem Mühlendamm, fließt von da nördlich durch die lange Brücke, am Schlosse 
vorbei durch die Friedrichsbrücke und nun westlich nach vem Unterbaum. 
Der linke ist durch Ausgrabungen mehrfach verbreitert und vertieft, er führt 
theilweise die Namen Friedrichsgraben, Schleusengraben und Kupfergraben. 
Oberhalb fließt er durch die Inselbrücke, die Roßstraßenbrüce, Grünstraßen-
	        
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