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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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Vittschriften überreichen und er ließ sich mit ihnen in Gespräche ein. Oft 
hat er ihnen in Prozessen seinen Z<uß gewährt und sogar, wie in der 
Müller Arnold'schen Sache das Necht gebeugt, Minister und Räthe abge- 
sezt, weil ox versönlich der Meinung war, den Armen geschähe Unrecht. 
Dem Handel und Gewerbe widmete er jedo< auch vie größeste Auf- 
merksamkeit und bosonders hat Berlin sich in dieser Beziehung feiner Gunst 
zu erfreuen o2habt. Viele Manufacturen und Fabriken in unsrer Stadt sind 
sein Werk over wurden doch auf feinen Antrieb errichtet. Zo hat er vie 
Porcellanmanufactur angelegt, und nachdem der Kaufmann Botzkowsky 
dieselbe eine it lang verwaltet, aber Unglück dabei zehabt hatte, sie neu 
begründet und erweitert. &s gab zu seiner Zeit hundert und zwei Manu- 
facturen in Seide zu Berlin, va er die Gewinnung und Verarbeitung dieses 
eigentlich fremden Vrodukts in seinen Staaten mit dem größesten Eifer be- 
trieb. Im Lagerhause in ver Klosterstraße wurde blaues Tuch fast für die 
ganze Armee bereitet und auch der Vürger konnte seinen Bedarf dort ent- 
nehmen. 
Um die deutschen Gelehrten in Berlin kümmerte er sich nicht viel und 
voch aab e3 »1 seiner eit unter ihnen Leute von Pedeutung, so ven Dichter 
Ramler, ver Vrofessor am Cadettencorps war, schöne Oden- zu Friedrichs 
Ehren, auch Lieder und die Cantate: . Der Tod Jesu“ gedichtet hat; die 
Dichterin Karschin, die im Ttvl ver Zeit Personen vom Hofe durch Verse 
verherrlichte. Sie befand sich in bedrängter Lage, hatte auch ein Mal 50 Thlr. 
vom Könige zum Geschenk erhalten; als sie aber später wieder bat, empfing 
sie nur 2 Thlr. und schrieb bei Rücksendung derselben: 
Zwei Thaler giebt kein großer König; 
Ein solc<' Geschenk vergrößert nicht mein Glüc, 
Nein, es erniedrigt mich ein wenig, 
Drum send' ich es zurück. 
Der Nachfolger Friedrichs sorgte großmüthiger für sie. 
Wir müssen ferner vie Philosoyhen Engel und Mendelssohn nennen. 
Der Erste war Professor am Joachimsthalschen Gymnasium und wegen 
seiner trefslichen schönwissenschaftlichen Schriften Mitglied ver Akademie, in 
welcher er Friedrich dem (Großen nach seinem Tode eine klassische Gedächtniß- 
rede gehalten hat. 
M5 3; Mendelssohn war jüvischer Religion und Buchhalter in 
einem Handlungshause, hatte sich aber vurch ehrenwerthe Studien zu wissen- 
schaftlicher 85he erhoben, übersezte die Psalmen, schrieb einen Dialog: 
Phaedon, über tie Unsterblichkeit und anderes für seine Zeit Bedeutende. 
Am zgenehmsten war dem Könige ver Professor Sulzer, zuerst am 
Joachimsthalschen Gymnasium, dann an der Krieg. schule angestellt, auch 
Mita!" 9 vor Akavemie ver Wissenschaften. Vermuthlich, weil er französisch 
schrieb, schätzte ihn Friedrich und gab ihm Aufträge, welche die Förderung 
ver Wissenschaft bezweckten. Wenn hiebei auch das höhre Schulwesen ver
	        
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