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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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neuen Städte und Vorstädte vergrößert! Friedrich hatte gleiM nach seiner 
Thronbesteigung mit Anlegung einer neuen Stadt südlich von der Behren- 
straße "gonnen, welcher er feinen Namen gab; auch hatte schon die Häuser- 
reihe süvlich von den Linden Friedrichstadt "heißen. Eine Commisston von 
Ministern und Baumeistern mußte sich mit dieser Angelegenheit beschäftigen. 
Nom alten Leipziger Thore, das der große Kurfürst hatte bauen lassen, be- 
zeichnete eine Linvenallee ven Weg na< Votsdam. Nördlich von dieser be- 
gann der Bau und schritt so rasch vorwärts, daß schon im Jahre 1695 
300 Häuser errichtet waren. Es entstanden: die Friedrichstraße, die Char- 
lottenstraße, nach der zweiten Gemahlin des Kurfürsten benannt, die Mark- 
grafenstrafie, Jerusalemerstraße u. f. w. Von ven durchschneidenden Straßen 
erhielt vie Vehrenstraße ihren Namen von dem Baumeister Behr, welcher 
vorzüglich diese Bauten leitete. 
Der Grund und Boden südlich von jener Lindenallee bestand in Gärten, 
Aecern und Wiesen, welche Berliner Dürgern aohörien, und diesen zum Theil 
theuer abgekauft werden mußten weshalb die kurmärkischen Stände sich be- 
wogen fanden, durch ein Erpropriationsgeselz diese Angelegenheit zu reguliren. 
Nun konnte rüstig weiter gebaut werden und unter dem ersten Könige dehnte 
sich * ,e Friedrichöftadt im Westen bereits bis zur - Mauerstraße, im Süden 
bi3 “rx *unkerstraße . aus. Im Innern der Stadt hatte er früh mit vem 
Ausbau seines Chlosses begonnen; ver geniale Schlüter veränderte das 
alte * 9ß Ioachims il. und auch andere frühere Schloßgebäude in kurzer 
Zeit :3 vollständig, daß der ganze Schloßbau diejenige Uebereinstimmung er- 
halten konnte, welche man jekt an demyelben bewundert. 
Unter Friedrich sind ferner erbaut: das Zeughaus , die steinerne Ein- 
fassun? der. Schle“. die Lange Brücke mit dem Standbilde des großen 
Kurfürtren, die Schälung der Spree an der Burgstraße, die Kirchen auf 
vem Gensvarmenmarkt, die Jerusalemskirc<e, die Parochialkirhe und vie 
alte Garnisonkir<>»; auch mehrere Gebäude für wohlthätige Anstalten, ein 
Pesthaus a'* vem heutigen Plate der Charits und das große Friedrichs- 
Waisenhaus, damals ein Hy9spital. 
Die Georgen-, später Königs-Vorstadt, wuchs durch neuen Anbau und 
in ver Spandauer-“?orstadt wurden die Weinmeister- und die Gypsstraße 
angele?»* Tm Wonbijougarten ward der mittlere Theil ves jetzigen Gebäudes 
errichtet. "x König ließ diese Stadttheile mit einer Circumvallationslinie 
umgeben, welche “ie Nichtung ver spätern Linienstraße verfolgte. 
Auf vem Chiffbauerdamm vermehrten sich gleichfalls die Häuser und 
auf vem Köpnicker Felde siedelten sich Einwanderer aus vem Fürstenthum 
Oran 'e im südlichen Frankreich an. So erhielt die Stadt unter Frievrich 1. 
einen bebauten Zuwachs von fast 2000 Morgen, und von jeht ab nimmt 
vie Zahl der Häuser und Einwohner von Verlin in einer Progression zu, 
vie mit der in frühern Zeiten gar keinen Vergleich gestattet. Außerhalb der 
Stadt wurden vom ersten Könige die Alleen nach Friebrichsfelde und Schön-
	        
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