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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

= 1. J -- 
Fuße gestanden, wenn sie auc? meist in einiger Entfernung von einander 
lebten, Friedrich IT. zu Berlin, Sophie Charlotte zu Lützow, dem späteren 
Charlottenburg, wo Schlüter den mittleren Theil des schönen Schlosses 
für sie baute. 
Dor Kurfürst war zu Kriegsthaten wohl geneigt und Ludwig XIV. gab 
ihm bald dazu Veranlassung, da er in seine rheinischen *rovinzen einfiel. 
Friedrich kämpfte mit Glück wider ihn, eroberte die Städte Kaiserswerth und 
Bonn und hielt einen siegreichen Einzug in seine Hauptstadt. Spätere 
Kämpfe wurden ohne den Kurfürsten durc< brandenburgische Trunven gegen 
vie Franzosen siegreich bestanden, aber das deutsche Reich 7l9ß im *>%re 1697 
einen unehrenhaften Frieden zu Nyßwi>. Auch im spanischen Trhfolgekriege 
unterstühte Kurfürst Friedrich ven deutschen Kaiser gegen Frankreich mit der 
größtmöglichen Truppenzahl, die Anfangs glänzende Siege ersocht; aber zu- 
leßt nahm die Sache doch wieder für Ludwig XIV. eine glückliche Pendung 
und der Friede zu Utrecht 1713 war nicht günstiger für Deutschland als ver 
zu Ryßwiek. Preußen erhielt jedoch die Provinz Geldern für seine Mühe. 
Verlin unter Königen. 
Die ausgezeichnetfte Begebenheit in Friedrichs Leben ist seine Erhebung 
zur Königswürde. Er hatte dazu den deutschen Kaiser sowohl durch die 
wirksame Unterstüßung in den gedachten Kriegen, als auch durch die Räthe 
vesselben, die er mit kostbaren Geschenken 7ewann, willig *u machen gewußt. 
Am 13. Januar 1701 ließ er sich in Königsbe“3 zum ..önige in Preußen 
krönen, nachdem ex am Tage vorher dafelbst den T<hwarzen Adlerorden 
gestiftet hatie. Es war dabei die größte "racht und zin verschwenderischer 
Aufwand entfaltet worden, denn Friedrich liebte '8 überhauvt, en höchsten 
Glanz um sich zu verbreiten. Festlichkeiten und »omvhafte "Aufzüge waren 
ihm fast Bedürfniß. Bei seinem Einzuge in "erlin machte "ie Stadt die 
höchsten Anstrengungen, um ihren König seinem " hmacke gemäß zu 
empfangen. Es waren vom Georgenthore an bis zum <"Hhlosse sieben Ehren- 
pforten erbaut, die man mit verschwenderischem Schmucke au“ estattet hatte, 
Um die Vorbereitungen zu seinem Empfange vollenden zu lassen, 'hatte der 
König sogar absichtlich mehrere Wochen in benachbarten Tuädien verweilt. 
Früher und später ist von vem Fürsten keine Gelegenheit unbenußt Jelassen 
worden, seine Prachtliebe durch Festlichkeiten zu befriedigen. Als am 
1. Februar 175 sein zweite Gemahlin zu Hannover, wohin sie zum Besuch 
ihrer Mutter gereist war, starb, hatte sie vorher geäußert: Mein Gemahl 
wird sich über meinen Tod zu trösten wissen, denn er wird mir ein präche 
tiges Leichenbegängniß veranstalten. 
Tjes war auch abgehalten worden und bald darauf sorgten die Großen 
ves Neiches und Günstlinge ves königlichen Wittwers zuerst durch Ver- 
mählung seines Erben mit der Prinzessin Sophie Dorothea von Hannover
	        
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