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Geschichte

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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Er hatte no) manche Kriege zu führen und hat sie alle mit Ehren 
beendet. Im Jahre 1656 kämpften die Schweden wider die Polen, sein 
Herzogthum Preußen lag dazwischen, so mußte er Partei ergreifen. Er ver- 
band sich mit ven Schweden, und schlug mit ihnen bei Warschau, in drei- 
tägiaer mörderischer Schlacht, die Polen aufs Haupt. Zwar ermannten sich 
diese noh einmal und plünderten graufam seine östlichen Lande, doch wurde 
ihr Kör 1 *"dlich zu einem Vertrage bewogen, in welchem er den Kurfürsten 
ver Lohnt: heit Über Preußen entließ, und Friedrich Wilhelm war nun 
freier Hor*>> dieses Landes. 
Zw“ "ahre darauf rief ihn vie Sorge für seine westlichen Besizungen 
und ves Lteiches Wohl gegen Ludwig IV. in vas Nheinland. 
Woil seine Verbünveten, die Holländer und ver deutsche Kaiser, den 
Krieg allzu langsam und ungeschickt führten, schloß er ?war bald einen Beparat- 
vertrag mit den Franzosen, führte aber im Jahre 1674 aufs Neue 70,000 
Mann aogen qte, da ihre Eroberungssucht zu offenbar hervortrat. Er exschien 
dem Könige Ludwig so furchtbar, daß dieser die Schweden ausherte, in sein 
Land einzufallen, und im Jahr 1675 sah stc<h Brandenburg plöklich von 
diesen überschwemmt; besonders im Havellande hauseten sie furchtbar, und 
da die im Lande zurücgebliebenen Soldaten ihnen nicht Einhalt thun koanten, 
bewaffneten sich freiwillig die Bauern, auf deren Fahnen man die In- 
schrift las: 
„Wir sind Bauern von geringem Gut, 
Und dienen unserm Kurfürsten mit Leib und Blut.“ 
Aber auch ts vermochten wenig gegen die übermüthigen Feinde; da 
fam mit seinem Heere der Kurfürst selbst in Eilmärschen herbei. Sein 
General Ter" 6 x nahm mit List vie Stadt Rathenow ein und am 
18. Juni - “achten ahres Thlug ver Kurfürft, nur mit seiner Kavallerie 
unter persönli“ ayserer „Inführung , die “Schweden bei Fehrbellin aufs 
Haupt. Tar “x T<lac<ht hatte ver Stallmeister Froben vas Pferd mit 
ihm gewechse!t, denn auf den Schimmel des Kurfürsten war gut zielen; 
wenige Minuten darauf traf den edlen Mann eine tödliche Kugel; er wurde 
im Dom zu Berlin ehrenvoU Gostattet. Hier hielt der Kurfürst, nach Ver- 
treibung der Schwed*n, seinen iegeseinzug und führte sechs Kanonen, mehrere 
Standarten und Kriegswagen, als willkommene Beute, mit sich. 
In den beiden folgenden Jahren währte der Krieg gegen die Cchweden, 
und zwar m Zommern, fort. Mehrere Monate lang ward Zteitin belagert 
und nach tapferer Togenwehr erobert. To auch im folgenden Zahre ZStral- 
sund und Greifswald, und am Schlusse vieses Jahres vertrieb der Jewaltige 
Kriegsheld auch noch die aus Liefland in Preußen eingefallenen Schweden 
mit kräftiger Hand. Jeßzt dachte er Pommern, das ihm aus alten Erb- 
verträgen gebührie, als rechtmäßiges Zigenthum zu behalten; aber die Fran- 
zosen fielen aufs Neue in seine Nheinlande ein, und von seinen Verbündeten 
schle<ht unterstüßt, mußte er, um die neuen Feinde wieder los zu werden.
	        
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