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Daß nunmehr ruhen sollen
Die Spieß und Schwerter und ihr Mord!
Wohl auf, und nimm nun wieder
Dein Saitenspiel hervor,
O Deutschland! singe Lieder
Im hohen, vollen Chor.
Erhebe Dein Gemüthe
Zu Deinem Gott und sprich:
Herr, Deine Gnad' und Güte
Bleibt denno< ewiglich!
Wenn er fortfährt:
Wir haben nichts verdienet
Als schwere Straf' und großen Zorn,
Weil steis nocH bei uns grünet
Ter rechte, s<nöde Sündendorn.
jo mag zu diesen lezten Versen wohl Grund vorhanden gewesen sein, denn
ver Kanzler von vem Borne schildert in den ersten Jahren der Regierung
des großen Kurfürsten die Sitten am Hofe des verstorbenen Herrn und bei
den Vornehmen in der Stadt als so verwerflich und giebt von der Verschwendung
und Völlerei daselbst, welcher letzteren auch Georg Wilhelm
einigermaßen ergeben gewesen zu sein scheint, eine so grelle Darstellung, in
der die Wörter fressen und saufen wenigstens zehn Mal vorkommen, daß
man kaum F-greift, wo noc<h vie Kosten zu solchen- Gelagen und solchem
Aufwarde > fommen sein mögen, da doch in der letzten Zeit des unglücklichen
« xfürsten schon die silbernen Tressen von den Kappen seiner
Reitknechte batten abgeschnitten werden müssen, um die Hofdiener durch den
kärglichsten S?:d vor dem Hungertode zu schüßen. So klagt auch jener
Kanzler die Minister und Hofleute der ärgsten Verschwendung in Kleiverpracht
an. Der Minister von Burgsdorf hatte 400 verschiedene Anzüge
und andere Große deren nicht weniger.
Wie schamlos war dieser Luxus, da doch das Elend des Krieges aus
ven folgenden Versen des angefangenen Liedes so herzzerreißend heraustönt:
Den Schmerz drückt Niemand besser
In unsre Seel' und Herz hinein,
Als ihr, zerstörte Schlösser,
Ihr Städte voller Schutt und Stein.
Ihr vormals sc<önen Felder,
Mit frischer Saat bestreut,
Jetzt aber lauter Wälder
Und dürre, wüste Heid!
Mögen wir Preußen uns freuen, daß wir über die entseßlichen Scenen
des Krieges den köstlichen Vorhang der glorreichen Ihaten unseres großen
Kurfürften fallen lassen können!