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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

5. Einige bon der Stadt berwaltete milde Stiftungen. 
Tie Friedrich-Wilhelms- Anstalt für Arbeitsame verdankt 
ihre Gründung Threr Majestät der Kaiserin-Wittwe von Rußland. Dieselbe 
bestimmte 40,02) Thlr. aus vem Nachlaß ihres hochseligen Vaters, Königs 
Friedrich Wilhelm I1ll., in einem Kabinetsschreiben vom 20. October 1840 
zu einem Fonds, aus welchem solchen Leuten, die vur< Unglücksfälle, Krank- 
heit, auch wobl abüßte Vergehen arbeitslos geworden sind , nach Maßgabe 
ihrer Kräfte, Fähigkeit und Arbeitswilligkeit Unterstüßungen oder Darlehne 
zufließen sollen, damit ste nicht der allgemeinen Fürsorge oder bösen Ein- 
gebungen anheim fallen. Die Stiftung trat am 5. Januar 1842 ins Leben 
und wird unter Leitung des Magistrats von einem Curatorium, bestehend 
aus zwei Stadträthen, drei Stadiverordneten und zwei Bürgerdeputirten, 
verwaltet. Zweiundzwanzig Prüfungscommissarien sind mit Untersuchung 
ver Bedürftigkeit und Würdigkeit ver Unterstüßungssuchenden beauftragt. 
Der Gosinde = Belohnungsfonds. Seit dem Jahre 1827 zahlt 
in Berlin jeder neu eintretende Dienstbote und jeder, der den Dienst wechselt, 
5 Sax, zu einem Prämien- und Unterstüßungsfonds für seines Gleichen. 
Diese Quelle fließt natürlich nicht spärlich und setzt den Magistrat, der die 
Gelder dur< eine Deputation verwalten läßt, in den Stand, solche dienende 
Personen, die sich durch lange Dienstzeit oder in einzelnen Fällen durch Lei- 
stungen, welche Aufopferung fordern, auszeichnen, in ermunternder Weise zu 
belohnen. Vom Jahre 1829--1840 erhielt jeder Dienstbote, der 14 Jahre 
bei einer Herrschaft treu gedient hatte, ein Geschenk von 40 Thalern ; seitdem 
konnte eine immer kürzere Dauer der Dienstzeit schon Berücksichtigung finden. 
Außerdem wird ein Theil des Einkommens zur Pensionirung von arbeits- 
unfähig gewordenen Dienstleuten verwendet. 
Stipendien. Schon im Jahre 1584 stiftete der Stadtrichter Jakob 
Gro hieselbst durch ein Legat von 500 Thalern ein Stipendium für arme 
Studirende, dessen Verwaltung dem Magistrat anheim gegeben ward. 
Ihm ist eine Anzahl anderer Wohlthäter gefolgt, von welchen wir den 
Kanzler Christian Diestelmeier, der im Jahre 1616 3000 Thaler le- 
girte, und die Demoiselle Elisabeth Sabine Reichardt hier namhaft 
machen; diese bestimmte vor 50 Jahren 8000 Thaler zu demselben Zwecke. 
Die Stifter haben für die Verwaltung jedes Fonds besondere Festsezungen 
gemacht, welche von ven städtischen Behörden aufrecht erhalten werden. 
Aber auch die Väter ver Stadt selbst haben sich bewogen gefunden, 
für Studirende ver hiestgen Universität Stipendien auszuwerfen. Im Jahre 1825 
sind hierzu jährlich 300 Thlr., elf Jahre darauf noch 600 Thlr. aus städtischen 
Fonds bewilligt worden. Die laufenden Unterstüßungen werden in Raten 
von 79 Thalern ertheilt- und hat eine vom Magistrat ernannte Commission 
die Bestimmung darüber. 
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