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Gruppe XXI. Fahr- und Reitsport. - Wassersport. - Radfahrsport. - Schiess- und Jagdsport

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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fabriken die Walbinger und Meuschelschen Special 
hülsen für nitrose Treibmittel. 
Es ist keineswegs eine leichte Aufgabe, eine zweck 
entsprechende, fehlerfreie Papphülse herzustellen, denn 
Fehler giebt es an solchen Hülsen in grosser Menge. 
Da muss zunächst die Herstellung des Papiers gründ 
lich überwacht und das Papier sorgfältig geprüft werden; 
das gleiche gilt den Messingteilen gegenüber. Von 
jedem Posten fertiggestellter Hülsen muss ein Prozent 
satz durch Schussproben auf Haltbarkeit des Kartons 
und Gasdichtigkeit und dann obendrein noch die 
Zündung besonders geprüft werden. Von dem Papier 
und den Messingtafeln ganz abgesehen, erfordert eine 
gute Papphülse im Laufe ihrer Fabrikation über ioo 
Manipulationen, woraus schon erhellt, was dazu gehört, 
Fehler zu vermeiden. Diese Aufgabe hat die Firma 
nach Möglichkeit gelöst. 
Die Firma Gustav Genschow & Co., Berlin SW., 
Charlottenstrasse 87, hatte als Vertreterin von Patronen 
und Zündhütchenpräparaten die beiden hervorragenden 
Fabriken 
die Lindener Zündhütchen-Fabrik und 
die Vereinigten Köln-Rottweiler Pulver 
fabriken 
zur Ausstellung in der Jagd-Gruppe veranlasst. 
Diese beiden grossen Fabriken, sowie die 
Armaturen-und Patro nenfabrik Polte, Suden 
burg-Magdeburg, und die Pulverfabrik von Wolff 
& Comp., Walsrode, diese hauptsächlich für rauch 
loses Pulver, liefern nach dem Urteile der Autori 
täten nur erstklassige Fabrikate.' Der deutlichste 
Beweis dafür ist, dass der preussische Staat sowohl, als 
auch verschiedene andere Regierungen von ihnen be 
ziehen. 
In rühriger Weise schliesst sich an diese hervor 
ragenden Firmen die Solinger Schwertfeger-Firma 
Weyersberg, Kirschbaum & Co., in Berlin ver 
treten durch Albert Kraatz, Berlin SW., Alte Jacob 
strasse 84. 
Gleichwie die oben genannten Firmen ist auch 
diese in engsten Beziehungen zu vielen Staaten; sie 
steht nach dem Urteil langjähriger Waffen-Inspizienten 
im Königl. Kriegsministerium in der Fabrikation von 
blanken Waffen, Hauern, Aexten, nahtlosen Rohren, 
angewendet auf unsere Kavallerielanzen, unerreicht da. 
Die Species der Jagdutensilien, Jagdbekleidungen, 
Hunderequisiten, Hunde- und Wildfutterfabrikation, so 
wie der Instrumente zum Raubtierfang wurden durch 
folgende Firmen auf der Ausstellung vertreten: 
Der Sattlermeister Julius Hoch, Berlin SW., 
Krausenstrasse 25/26, hatte eine Kollektion dauerhafter 
und äusserst preiswerter Jagdgerätschaften aller Art 
ausgestellt. 
Die Jagdlappen-Manufaktur von Th. F. Knoll 
vorm. W. Danicke, Berlin NW. 21, Bandelstrasse 28, 
hatte eine Sammlung von Jagdlappen nebst Vorrichtung 
zum Auf- und Ab wickeln derselben zur Vorführung 
gebracht. 
Albert Ehrich, Berlin SW., Kochstrasse xi, 
ein reichhaltiges Magazin sportlicher Bekleidungen aller 
Art, hatte eine sehr geschickt aufgebaute Gruppe zur 
Ausstellung gesandt. In jägerischen Kreisen hat sich 
Ehrich durch seine dauerhaften, praktischen, ge 
schmackvollen und sehr preiswerten Jagdanzüge vor 
teilhaft bekannt gemacht und eingeführt. 
Richard Holtkötter, Berlin N., Linienstrasse 130. 
Fabrik für Hundebedarfs-Artikel, Sattlerwaren, Giirtlerei, 
Vernickelungs- und Vergoldungsanstalt, führte eine 
sehr reichhaltige und geschmackvoll hergerichtete Samm 
lung seiner Fabrikerzeugnisse vor. Die Fabrik versorgt 
die meisten Händler mit diesem Artikel. 
Spratts Patent (Germany) Limited, Rummels 
burg, Berlin O., welche seit Jahren bahnbrechend 
bezüglich der Ernährungsmethoden sowohl unserer 
Hunde, als auf dem Gebiete künstlicher Fütterung 
und Aufzucht unseres Wildes vorgeht, bot auch in der 
Jagdgruppe eine überaus ansehnliche Ausstellung aller 
ihrer Erzeugnisse. Die Leistungen der Fabrik stehen 
bis heute unerreicht da und verdienen die höchste An 
erkennung der gesamten Jägerwelt. 
Um die planmässige Vertilgung des die Jagd 
schädigenden Raubzeuges hat sich in allererster Linie 
die älteste Raubtierfallenfabrik von 
R. Weber in Haynau in Schlesien, Vertreter 
in Berlin Bautsch und Schweinfurth, Berlin C 2, 
ein unsterbliches Verdienst erworben und dafür auch 
bereits auf allen Ausstellungen, wo diese Firma er 
schienen ist, die höchsten Auszeichnungen erhalten. 
Als Mann der Praxis und leidenschaftlicher ausübender 
Jäger von Kindheit an hat R. Weber aus der Praxis 
heraus von Fall zu Fall erfunden, selbst angefertigt 
und verbessert und die Fallen und Fangapparate 
für alles vierbeinige und zweibeinige Raubzeug, 
die Sippe »Homo sapiens« nicht ausgenommen, zu 
einer Vervollkommnung gebracht, welche jedem 
Jäger und Heger des Wildes Bewunderung abnötigt. 
R. Weber hat bahnbrechend gewirkt. Die übrigen 
Vertreter der Branche sind seine Schüler. 
Haynauer Raubtierfallenfabrik von E. Grell 
u. Co., Playnau in Schlesien, hatte ebenfalls in 
reichhaltiger und anschaulicher Weise ausgestellt. 
Auch die Leistungen von E. Grell müssen in hohem 
Grade anerkannt werden. 
W. Stracke, Förster in Velen in Westfalen, 
Erfinder der Kastenfallen, hatte eine Sammlung von 
Kastenfallen nebst einer Waldmosaikarbeit, die Auf 
stellung derselben zum Fange zeigend, ausgestellt. 
Der Wert der Kastenfalle ist in der gesamten 
Jägerwelt einmütig anerkannt, weil sich erstens das 
Raubzeug leichter in ihr fängt, als in den übrigen Fang-
	        
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