Path:
Gruppe XVIII. Gesundheitspflege und Wohlfahrts-Einrichtungen

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

746 
deutlichem Druck enthalten und für die Bekannt 
machung solcher Bestimmungen in den gewerblichen 
Betrieben sich durch ihre grössere Dauerhaftigkeit weit 
besser eignen als Papierplakate. 
Andere Ausstellungsgegenstände zeigten bemerkens 
werte Beispiele für die hygienische Einrichtung von 
Gebäuden. Die Versorgung der Räume mit reiner 
Luft ist eine der wichtigstenForderungen der Gesundheits 
pflege; eine solche Lufterneuerung kann in sehr ver 
schiedener Weise, am sichersten mit Hilfe von Ven 
tilatoren geschehen. Die Gewerbe-Ausstellung zeigte 
derartige Radgebläse von verschiedenen Fabrikanten. 
In der hier zu besprechenden Untergruppe hatten 
Treutier & Schwarz in Berlin Schraubenventilatoren 
gewöhnlicher Bauart mit Riemenbetrieb und Ventilatoren, 
die durch Wasserkraft bewegt werden, ausgestellt. Die 
letzteren Radgebläse, unter dem Namen »Aerophor« 
erfordert; nachstehende Figur zeigt die äussere Form 
eines solchen Apparates. 
Häufig wird die Lufterneuerung in Räumen, die 
zum Aufenthalt der Menschen dienen, nur durch Oeffnen 
der Fenster bewirkt; für diesen Fall werden gern einzelne 
Fensterscheiben in der Form von Jalousieklappen ge 
staltet. Eine bemerkenswerte Bauart dieser Einrichtungen 
hatten E. Meyer & Co. in Berlin ausgestellt. Das 
Oeffnen und Schliessen der Klappen dieser Lüftungs- 
jalousieen erfolgt durch Ziehen an je einem Ende einer 
Schnur, die mit dem Bewegungsmechanismus der Jalousie 
verbunden ist und mittelst einer sinnreichen Hebel 
vorrichtung, ohne Mitwirkung von Federn, die Klappen 
beim Schliessen dicht aufeinander zieht. Ein solcher 
Abschluss ist aber notwendig, da sonst in der kalten 
Jahreszeit Zugbelästigung und Wärmeverlust entstehen. 
Für die Lüftung sind auch von Bedeutung die von 
Luftbefeuchtungsapparat von Treutier & Schwarz in Berlin. 
seit Jahren bekannt und vielfach angewendet, wirken 
derart, dass durch unter Druck stehendes Wasser eine 
kleine Turbine angetrieben wird, welche dann ein 
Schaufelrad bewegt, das je nach der Verwendung des 
Gebläses frische Luft von aussen in den zu lüftenden 
Raum eintreibt oder schlechte Luft aus ihm absaugt. 
Das zum Betriebe notwendige Druckwasser wird einer 
Wasserleitung entnommen oder durch eine kleine 
Pumpe geliefert. Der zur Luftzuführung anzuwendende 
sogenannte »Pulsions-Aerophor« wird nach Bedarf auch 
mit einer Luftbefeuchtungsvorrichtung ausgerüstet, 
welche dem Luftstrom einen Teil des zum Betrieb ver 
wendeten Wassers in zerstäubter Form mitteilt; hier 
durch erfolgt auch eine Reinigung der zugeführten Luft 
in gewissem Masse. Die genannte Firma hatte ferner 
Apparate ausgestellt, welche lediglich der Luftbe 
feuchtung dienen und hierzu einen sehr feinen Wasser 
staub in die Luft senden. Solche Vorrichtungen werden 
bei Lüftungsanlagen, insbesondere aber in Spinnereien 
und Webereien angewendet, wo der Prozess der Fasern- 
Verarbeitung einen hohen Feuchtigkeitsgehalt der Luft 
R. Soltau in Berlin vorgeführten Thonröhren von 
rechteckigem Querschnitt. Die Wirkung von Abluft 
kanälen und Rauchrohren, zu deren Herstellung die 
Soltauschen Thonrohrstücke auch verwendet werden, 
wird beeinträchtigt, wenn die aus mehreren Räumen 
abgeführte Luft, beziehungsweise der von mehreren 
Oefen abströmende Rauch in ein gemeinsames Rohr 
geleitet wird; es werden dann die einzelnen Abteilungen 
von einander abhängig gemacht, so dass in einigen 
derselben eine zu starke, in anderen eine zu schwache 
Luft- beziehungsweise Rauchbewegung entstehen kann. 
Es ist daher zweckmässig, jede Luft- und Rauchab 
leitung für sich ins Freie zu führen. Eine andere, bei 
Liiftungs- und Kauchabzugsanlagen durchzuführende 
Forderung besteht darin, die Abzugskanäle mit dichten 
Wandungenzuversehen, damitweder durch einEindringen 
von Luft, noch umgekehrt durch ein Entweichen der 
abzuleitenden Luft oder des Rauches die Zugwirkung 
ungünstig beeinflusst wird. Bei Ableitungen von Rauch, 
Küchendunst, Dämpfen aus Laboratorien u. s. w. kommt 
noch der nicht selten auftretende Umstand undichter
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.