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Gruppe XIV. Elektrotechnik

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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zu diesem Teil giebt uns eine Erklärung über die 
elektrotechnischen Anlagen und unter No. 2661—2672 
die Firmen, die sich an den Lieferungen beteiligt 
haben. 
In dem Specialkatalog VII findet sich ausserdem 
noch vor Gruppe XIII eine »Einführung, in die Elektro 
technik«, die in einfacher, kurzer und klarer Darstellung 
mit erläuternden Abbildungen dem Laien die Grundzüge 
und Anwendungen der Elektrotechnik vorführt. 
Die beteiligten Firmen. 
Da sich an der Lieferung der Dynamomaschinen 
6 Firmen (Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft, Siemens 
6 Halske, Union Elektricitäts - Gesellschaft, Berliner 
Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft vorm. L. Schwartz- 
kopff, Gebrüder Naglo, Elektricitäts-Aktien-Gesellschaft 
vorm. W. Lahmeyer & Co.) beteiligten, konnte die 
gesamte Anlage nicht in der Form ausgeführt werden, 
wie es die heutigen Ansprüche erfordern. Während 
man nämlich sonst betrebt ist, den Betrieb möglichst zu 
centralisieren und möglichst wenige Maschinen für ent 
sprechend grosse Leistungen aufzustellen, fanden sich in 
der Ausstellung 3 Stationen zur Erzeugung der elek 
trischen Energie. 
Die zu liefernde Energie. 
Die Hauptstation in der grossen Industriehalle um 
fasste 12 Gleichstromdynamos von ca. 2000 PS. und 
7 Drehstrommaschinen von ca. 1500 PS., welche von 
17 Dampfmaschinen angetrieben werden. 
Die zweite Station befand sich in dem Loko 
mobilenhaus in der Nähe des Theaters Alt-Berlin am 
Karpfenteiche mit 2 Gleichstrommaschinen von ca. 
300 PS. 
Die dritte Station war die sogenannte Parkcentrale 
im Vergnügungspark und enthielt 9 Gleichstromma 
schinen von ca. 1000 PS. 
Ausser diesen 3 Stationen war noch eine vierte 
in der Sonderausstellung Kairo vorhanden, die aber 
ihren Bedarf an elektrischer Energie unabhängig von 
dem Ausstellungsunternehmen deckte. 
Die gesamte Lieferung der für die Ausstellung 
nötigen elektrischen Energie forderte somit eine Gesamt 
leistung von fast 5000 PS. 
Diese Energie wurde, wie bei jeder Ausstellung, in 
erster Linie für Beleuchtungszwecke und dann für Mo 
torenbetrieb verbraucht. Es waren zu speisen in der 
grossen Industriehalle ca. 600 Bogenlampen, 55°° Glüh 
lampen und etwa 90 Elektromotoren. Im Ausstellungs 
park waren 670 Bogenlampen, 5000 Glühlampen und 
40 Motoren, im Vergnügungspark 250 Bogenlampen, 
1000 Glühlampen und 9 Motoren zu versorgen. Ein 
weiterer Teil der erzeugten elektrischen Energie diente 
zum Laden der verschiedenen Accumulatorenbatterien, 
zum Betrieb der Rundbahn, Stufenbahn, Aufzüge etc. 
Die Gleichstromdynamomaschinen. 
Unter den 23 Gleichstromdynamos fanden wir die 
üblichen 4poligen Maschinen mit der niedrigsten 
Leistung für etwa 60 PS. aufwärts bis zu den grossen 
Innenpol-Maschinen von Siemens & Halske und der 
grossen Aussenpolmaschine der Elektricitäts-Aktien-Ge- 
sellschaft vorm. Lahmeyer & Co. für je 300 PS. Ein 
Teil der Maschinen arbeitete mit einer Spannung von 
110 oder 220 Volt, der andere Teil mit 500 Volt; die 
ersteren waren fast ausschliesslich für Lichtbetrieb, die 
zweiten für Motoren, besonders elektrischen Bahnbetrieb, 
bestimmt. 
Unter den Maschinen fiel eine Anzahl äusserlich 
durch die knappe Dimensionierung des Eisengestelles 
für die Elektromagnete auf. Man fand wiederholt die 
Anwendung von Stahlguss wegen seiner höheren Mag 
netisierungsfähigkeit gegenüber dem Gusseisen, sowie 
der bedeutenden Gewichtsverminderung des Magnet 
gestelles. 
Die Firma Siemens & Halske hatte sich sehr be 
deutend an der Lieferung von Maschinen beteiligt. Die 
Gesamtleistung ihrer Maschinen belief sich auf 1300 PS. 
Die beiden grössten Maschinen waren Vertreter der 
bekannten Innenpolmaschinen, der grössten Dynamo 
maschinen, die vor etwa 10 Jahren zum ersten mal und 
für längere Zeit einzig in der Welt nur von dieser 
Firma hergestellt wurden. Die direkt mit der Dampf 
maschine gekuppelten Maschinen machen 100 Touren 
in der Minute und liefern je 1500 Amp. bei 110 bis 
120 Volt. Nicht ganz so alten Datums in der Form 
war die Ö4pferdige Maschine mit 4 Polen in der 
Haupthalle, welche Riemenantrieb hatte, sowie die 
beiden I öopferdigen Maschinen, die ebenfalls durch 
Riemen von der Wolfschen Lokomobile angetrieben 
wurden. Da aber die Spannung der Maschinen bei 
120 Volt zum Laden der Accumulatorenbatterieen nicht 
genügte, hatten Siemens & Halske noch eine Zusatz 
dynamo mit direktem elektromotorischem Antrieb ver 
wendet. 
220V 
Fig. 3. Dynamo für Dreileitern etz.
	        
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