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Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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rechter Lage verstellbar, um das richtige Auflaufen der 
Sägeblätter zu sichern. Zwei dieser Bandsägen waren 
ausgestellt; eine dritte kleinere mit Fussbetrieb für den 
Kleinhandwerker zeichnete sich zufolge Anwendung 
von Kugellagern durch leichten Gang aus; bemerkens 
wert war auch die grosse, durch ein Vorgelege mit 
Kettenantrieb hervorgerufene Umdrehungszahl. 
Auch die Decoupiersäge (eine Laubsäge im 
grossen), die einfache und Langloch-Bohrma 
schine, die mehr spin d 1 igen Bohrmaschinen, sowie 
die Stemmmaschine mit Bohrapparat (Fig. ioi 
zeigt eine solche Maschine von Goede, bei welcher die vier 
kantigen Begrenzungen der Schlitzlänge durch Schräg 
stellung des Stemmapparates keilförmig eingearbeitet 
werden können), endlich die zahllosen Formen der 
Hobelmaschinen sind ein weites Gebiet derBethätigung 
unserer Fabriken. Schon die zahlreichen Namen Tisch-, 
Flügel-, Walzen-, Brettchen-, Parkettstab-, Ab- 
richt-Hobelmaschinen zeugen für die vielseitige Aus 
gestaltung, die nach der Grösse des Arbeitsstückes 
und der Zahl der zu bearbeitenden Flächen wechselt 
und auch in die äussere Erscheinungsform grosse Ver 
schiedenheit hineinträgt. Die grössten dieser Maschinen 
haben vier Messerwellen für die vier Flächen einer 
Bohle oder eines Brettes und daneben sogenannte Putz 
messer für jede dieser Fflächen, um sie spiegelblank 
aus der Hobelmaschine heraustreten zu lassen. Die 
hobelnden Messer sind an den schnell rotierenden 
Messerwellen im Kreise angeordnet. Tragen die Messer 
wellen nur Messer zum Bearbeiten der hohen Kanten 
der Bretter, der Leimfugen, so werden aus den Hobel- 
maschinenFugemaschinen, denen dieSpundmaschin en 
zum Fugen, Nuten und Federn von Brettern und 
Bohlen zu Spundwänden ähnlich sind. 
Bei den von Fleck ausgestellten und in grosser 
Zahl gebauten Hobelmaschinen war die dreifache, 
zuerst von dieser Fabrik eingeführte, inzwischen all 
gemein bei den grösseren Hobelmaschinen angenommene 
Lagerung der Messerwelle bemerkenswert, welche die 
Güte der gelieferten Arbeit sehr günstig beeinflusst. 
Gekehlte Hobelmesser schneiden an den vorüber 
geführten Hölzern Profile an, einseitig oder mehrseitig 
und gleichzeitig an anderen Flächen hobelnd, also als 
einfache Kehlmaschine oder als Hobel- und Kehl 
maschine dienend. 
Bei den Kehlmaschinen von Fleck ist die Lagerung 
der oberen Messerwelle abweichend von den sonst 
üblichen Anordnungen mit einem gemeinschaftlichen 
verschiebbaren Lagerträger ausgeführt, während man 
sonst immer das vordere Lager besonders stellte und 
mit dem Tisch in Verbindung brachte. Auch die 
Unterstützung des Tisches im Schwerpunkte ist neu; 
sie verleiht der Maschine grosse Solidität. 
Fig. 102 zeigt eine Kehlmaschine Bauart Grosse, die 
ausserordentlich gut und kräftig gebaut ist; sie eignet sich 
vorzüglich für Bau- und Möbel-Tischlereien, Zimmereien, 
Fräse-Anstalten und Bilder-Rahmenfabriken, man kann 
auf derselben kehlen, hobeln und spunden. Von be 
sonderer Wichtigkeit ist es, und darin ist man in Deutsch 
land den Amerikanern vorangeschritten, dass der untere 
Messerkopf zuerst die untere Seite der Hölzer gerade 
und glatt bearbeitet; dadurch erhalten die Hölzer eine 
sichere Auflage, so dass die dann folgenden Messer 
wellen ein viel schärferes, genaueres Profil erzeugen 
können, als bei älteren Konstruktionen, wo der untere 
Messerkopf zuletzt arbeitet und das Holz gezwungen 
wird, mit der rauhen Lagerschnittfläche auf dem Tisch 
die Messerwellen zu passieren. Sämtliche Wellen sind 
aus Stahl gearbeitet und laufen in guten Antimon- 
Lagern. Der obere Messerkopf und die zwei Seiten 
köpfe sind horizontal und vertikal in einem Prisma- 
Schlitten verstellbar. 
Fig. 104. Vielseitige (Universal) Tischfräse von 
E. Uhlmann, Berlin. 
Die vielseitige (Universal) Abricht-, Kehl- und 
Walzenhobelmaschine Fig. 103 bietet den Vorteil, dass 
sie ohne nennenswerten Zeitverlust zum Abrichten (auf 
dem oberen Tisch) oder zum Dicktenhobeln (auf dem 
unteren Tisch) einzustellen ist, also 2 Maschinen unter 
Platzersparnis in einer vereinigt. Ausserdem ist sie 
noch in der gebräuchlichen Weise zum Fugen, Nuten, 
Federn, Falzen, Abkanten, Kehlen mit selbstthätigem 
oder Handvorschub u. s. w. zu verwenden. Der Ab 
richttisch ist schräg und wagerecht, der Hobeltisch 
senkrecht einstellbar. Das Lineal mit Kehldruckapparat 
kann schräg eingestellt werden. Die verstellbare Kappe 
am Lineal dient für die Herstellung schwacher Leisten. 
An der Maschine kann ferner, wie es auch Fleck und 
Goede ausführen, seitlich ein Langlochbohrapparat an 
gebracht werden. Bei den Walzenhobelmaschinen hat 
Jaenicke die nachstellbare Tischführung aussen an das 
Gestell verlegt und damit eine sehr sichere Tischlage 
erreicht.
	        
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