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Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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patentiertes Spannwerk-Vollgatter mit Walzenvorschub 
diese Zahl unter entsprechender Steigerung der Leistung 
auf 375—420, indem er über dem die Sägen tragenden 
Rahmen einen Luftcylinder anordnete, der als elastischer 
Buffer für die auf- und niederschwingenden Massen des 
Sägerahmens dient. Zu diesem Zweck ist ein Kolben in 
demselben mittelst der in Fig. 98 ersichtlichen Stangen 
an den obern Sägerahmen angeschlossen. Die gegen 
das Hubende sich steigernde Spannung der Luft im 
Cylinder dämpft nicht nur die schädlichen Massenwir 
kungen des Rahmens, sie unterstützt auch die Wirkung 
der Sägen beim Niedergang. Bemerkenswert an dem 
abgebildeten Gatter ist ferner der Antrieb der oberen 
bezw. Druckwalzen durch Ketten. 
sätzen periodisch (während der Schnittzeit) und pro 
portional der Sägegeschwindigkeit bewirken, begegnet 
dieser Vorschub bei den Anhängern des gleichförmigen 
Vorschubes für die Horizontalgatter einem Bedenken. 
Hier schneidet nämlich die Säge beim Hin- wie beim 
Hergang; bei jedem Sägehub muss hiernach Vorschub 
erfolgen. In der hierfür verfügbaren äusserst kurzen 
Zeit halten jene eine Proportionalität des Vorschubs 
schon wegen des von der Trägheit der bewegten 
Massen bewirkten Ausgleichs für praktisch undurch 
führbar und daher den gleichförmigen Vorschub für 
ebenso gut. 
In wagerechter Anordnung der Gattersägen 
wendet man im allgemeinen nur ein, Goede dagegen 
Fig. 99. Horizontalgatter mit patentiertem periodischem Wagenvorschub von A. Goede, Berlin. 
A. Goede erstrebt mit den ihm patentierten Vor 
schubeinrichtungen (D. R.-P. 78 284 und 83 261) auf 
anderem Wege eine Steigerung der Leistung der 
Sägegatter. Er gestaltet durch Anwendung eines ent 
sprechend profilierten Hubdaumens den Vorschub des 
Stammes gegen die Sägen so, dass er am grössten 
ist, wenn die Sägen in der Mitte ihres Hubes die 
grösste Schnittgeschwindigkeit und daher Schneide 
fähigkeit haben, während im Anfang und am Ende des 
Hubes wegen der geringen Geschwindigkeit bezw. 
Schneidefähigkeit gar kein Vorschub vollzogen wird. 
Neben erhöhter Leistung bei mässigem Kraftverbrauch 
soll hierdurch ein sauberer und gerader Schnitt erzielt 
werden. 
Während nun für Vollgatter, schon wegen des 
Leerganges bei aufwärts bewegter Säge die besseren 
Werke seit Jahren den Vorschub nach ähnlichen Grund- 
mit seinem Doppelsägenhalter (D. R.-P. No. 59113) 
zwei Sägeblätter an; nach jedem Durchlauf durch das 
Gatter nimmt man das eine bezw. die zwei abge 
schnittenen Bretter fort, so dass das Holz nach seiner 
Qualität sorgfältig beobachtet und ausgenutzt werden 
kann. Diese Horizontalgatter sind zum genau sauberen 
Schneiden der dünnsten Bretter (2 mm) ohne grossen 
Holzverlust besonders geeignet. Das Sägeblatt schneidet 
bei denselben mit der einen Hälfte in der einen, mit 
der anderen Hälfte in der anderen Richtung. 
Ein Goedesches Horizontalgatter mit dem paten 
tierten Vorschub zeigt Fig. 99; die Vorschubgeschwindig 
keit kann je nach der Blockstärke bis auf 2 1 /ä m in der 
Minute gesteigert werden. A. Goede hat allein an 
Horizontalgattern etwa 450 Stück, an Gattern überhaupt 
etwa 800 Stück hinausgesandt, während aus Flecks 
Werkstätten insgesamt etwa 900 Gatter ihren Weg in
	        
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