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Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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zu durchfahrenden und für die Ablenkung in Frage 
kommenden Weichen sind an das Stellwerk ange 
schlossen. 
Das Abschlusssignal mit seinen drei Flügelsignalen 
befindet sich im Block der Station, zu welchem Zweck 
ein dreiteiliger Stationsblock in Verbindung mit drei 
auf dem Stellwerk aufgebauten Freigabefeldern zur 
Aufstellung gelangt ist. Die Blockfelder für Strecken- 
Anfang und Ende sind der Bestimmung gemäss auf 
dem Stellwerk angeordnet. 
Das Stellwerk der Blockzwischenstation besteht aus 
zwei Hebeln zur Bedienung der Blocksignale, welche 
hier unter der Annahme, dass die Blockstation zugleich 
als Haltestelle dient, als einflügelige Ausfahrtssignale 
an getrennten Masten angeordnet sind. 
Der zweiteilige Block ist unmittelbar auf dem 
Signalstellwerk aufgebaut und mit demselben sowie mit 
dem Strecken-Anfangs- und Endfeld der vorliegenden 
Blockendstation in die vorgeschriebene Verbindung ge 
bracht. 
Die Streckenfelder der Durchgangs- und Endblock 
werke waren nach den bestehenden Bestimmungen mit 
Blocksperren versehen, so dass ihre Bedienung nur er 
folgen kann, nachdem das zugehörige Blocksignal bezw. 
das Abschlusssignal der Blockendstation mindestens 
einmal auf Fahrt und wieder auf Halt gebracht worden ist. 
Für die mit dem Anfangsfeld in Beziehung stehenden 
Ausfahrtshebel ist ausserdem die vorgeschriebene Hebel 
sperre angeordnet, welche die erneute Fahrtstellung 
eines Ausfahrtssignales nach demselben Streckengleis 
vor Eintreffen der Rückmeldung von der vorliegenden 
Blockzwischenstation verhindert. 
Ist daher für den Bahnhof ein Einfahrtssignal auf 
Fahrt und nach Einlauf des Zuges wieder auf Halt ge 
stellt, so sind nach Vorstehendem die Bedingungen 
erfüllt, welche den Eintritt eines zweiten Zuges in die 
von dem ersten verlassene Blockstrecke gestatten. 
Die hiernach in Wbd am Streckenendfeld vor 
genommene Freigabe giebt das Blocksignal bei Bude 14, 
welches bei Passieren des ersten Zuges durch die in 
gleicher Weise von Bude 14 nach Bahnhof Westen 
gegebene Rückmeldung auf Halt festgelegt wurde, 
wieder frei, während das Signal der eigenen Station 
durch die getroffene Abhängigkeit zwischen Freigabe 
block und Endfeld bereits vor Bedienung des letzteren 
auf Halt festgelegt werden musste. 
Das Streckenendfeld zeigt zu diesem Zwecke in 
der Ruhelage rote Farbe und kann erst bedient werden, 
nachdem nicht allein das Einfahrtssignal, der gegebenen 
Erlaubnis am Freigabeblock gemäss, mindestens einmal 
auf Fahrt und wieder auf Halt gestellt worden ist, 
sondern dasselbe auch nach Abschluss der Signal 
bewegung durch Zurückgabe der Blockerlaubnis wieder 
auf Halt festgelegt worden ist. Durch diese Zurück 
gabe am Freigabeblock erhält das Endfeld zugleich 
weisse Farbe, so dass erst nach vollständig erfolgter 
Einfahrt des Zuges und Abschluss des gesamten Signal 
dienstes für den Bahnhofsverkehr die Streckenfreigabe 
erfolgen kann. 
Als besondere Einrichtung ist noch der am Stations 
block angeordnete Ausschalter zu erwähnen. Die immer 
wiederkehrende Reihenfolge der Handhabungen erleidet 
eine Abweichung, sobald eine von der Station frei 
gegebene und bereits gezogene Einfahrt infolge ander 
weiter Disposition von der Station unerledigt zurück 
gefordert wird. Die Macht der Gewohnheit kann in 
einem solchen Falle dazu führen, dass nach Beseiti 
gung des Fahrsignals ohne Vorbeifahren eines Zuges 
auch nach der Strecke zurückgemeldet und so der 
Blockstation 14 die Erlaubnis gegeben wird, einen 
zweiten Zug in die noch besetzte Blockstrecke abzu 
lassen. 
Um dies zu verhindern, ist die Streckenblockleitung 
über die Station und den vorerwähnten Ausschalter ge 
führt, so dass im gegebenen Falle eine irrtümliche 
Freigabe seitens des Wärters durch Unterbrechen der 
Streckenleitung vor dem Zurückfordern einer unerledigten 
Blockerlaubnis von der Station aus unmöglich ge 
macht wird. 
Ein näheres Eingehen auf die übrigen Anlagen 
sowie die Bauart der einzelnen Apparate, der verschie 
denen zur Ausstellung gebrachten Weichen und Signal 
vorrichtungen, Wegeschranken, Gleisheber etc. würde 
hier zu weit führen. 
Hervorgehoben aber muss werden, dass die An 
wendung der Elektrizität bei der Ausbildung dieses 
Sicherheitsdienstes eine hervorragende Rolle spielt. 
Die in dieser Beziehung in neuerer Zeit erreichten 
Vervollkommnungen sind vor allem durch das Be 
streben gekennzeichnet, den auf der Strecke befind 
lichen Zügen selbst einen unmittelbaren Eingriff in die 
zu ihrer Sicherheit vorhandenen Apparate zu geben. 
Zur Vermittlung dieses Eingriffes werden mehr und 
mehr statt beweglicher Druckschienenkontakte isolierte 
Schienenstrecken und Schienendurchbiegungskontakte 
verwendet. Durch die Kombination einer isolierten 
Schienenstrecke von genügender Länge mit einem 
Schienendurchbiegungskontakt ist es leicht, eine Wir 
kung auf die Apparate erst nach Ueberfahrt der letzten 
Achse unter gleichzeitigem Ausschluss missbräuchlicher 
Benutzung zu erhalten. 
Derartige Schienenstrecken finden zur Deckung 
von Zügen, zur Freigabe von Fahrstrassen u. s. w. 
mannigfache Anwendung. 
Auch verschiedene zur Ausstellung gebrachte Sig 
nale*) waren mit einer elektrisch wirkenden Vorrichtung 
versehen, welche man als eine magnetische Kuppelung 
des oder der Signalflügel mit dem Signalhebel be 
zeichnen kann. 
*) Siemens & Halske.
	        
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