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Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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kommen. Den Fallweg bis zum Festsitzen machte 
Hoppe einstellbar, und indem er ihn der Widerstands 
fähigkeit der Förderschale anpasste, erhob er seine 
Konstruktion über die Vorgänger, welche durch plötz 
liches Festklemmen des schnell fallenden Förderkorbes 
nicht selten dessen Zertrümmerung durch die ihm inne 
wohnende lebendige Kraft und somit gerade das Un 
heil herbeiführten, das sie verhüten wollten. Eine 
neuzeitliche Verbesserung in der Richtung noch grö 
sserer Elasticität beim Fangen des Förderkorbes, die 
auch bei den Aufzügen in Gebäuden angewendet wird, 
ist durch D. R.-P. No. 78280 geschützt. Gegen 
die nachteiligen Folgen des unsanften Aufsetzens des 
Förderkorbes im Schachttiefsten verwendete Hoppe bei 
seinen Förderanlagen mustergiltige Schwellwerke und 
auch seine elastischen Aufsetzvorrichtungen für den 
Förderkorb auf der oberen Hängebank sind bis auf 
den heutigen Tag unübertroffen geblieben. Die Ein 
richtung der letzteren (D. R.-P. No. 24853 und 28904) 
ist derart, dass durch einen Handhebel Knaggen, auf 
welchen die Förderschale aufruht, unter derselben weg 
gezogen und gleichzeitig gesenkt werden, so dass die 
Schale frei in die Tiefe gehen kann. Werden die 
Knaggen irrtümlich vorzeitig eingerückt, so hebt die 
Schale sie bei ihrem Aufgang an und sie fallen selbst- 
thätig nach dem Passieren derselben in die Ruhelage 
zurück, so dass nunmehr die Schale aufsetzen kann. 
Es ist ein sprechendes Zeugnis für die Gediegen 
heit der von Hoppe gelieferten Fördereinrichtungen, 
dass er bis in die neueste Zeit hinein und trotz des 
örtlichen, durch Frachtersparnisse begünstigten Wett 
bewerbs sich den Markt in den oberschlesischen Berg 
werken ununterbrochen seit Ende der fünfziger Jahre 
hat erhalten können. Auch nach anderen bergbau 
treibenden Gegenden Mitteldeutschlands und ins Aus 
land haben seine Erzeugnisse dieser Art den Ruf der 
Berliner Maschinen-Industrie getragen. 
Obwohl in diesen Bergwerksaufzügen ein Vorbild 
für die Aufzüge in Gebäuden gegeben war, so haben 
doch die erheblich abweichenden Anforderungen an 
Geschwindigkeit, Sicherheit, häufiges Anhalten, Schutz 
der Zugänge zum Fahrstuhlschacht und Raumbedrängnis 
von der einfachen Uebertragung in einen kleineren 
Massstab absehen lassen. Zudem fand der anfangs 
der achtziger Jahre in Berlin und später in anderen 
deutschen Grossstädten auftretende Bedarf an Per 
sonenaufzügen bereits ein vollkommen gereiftes System 
vor in den Aufzügen der amerikanischen Hausungetüme 
mit zwanzig und mehr Stockwerken, die man dort be 
zeichnend Himmelskratzer, sky scraper, nennt. Diese 
Aufzüge hatten neben dem Pressluftantrieb fast aus 
schliesslich Presswasserantrieb, der grossen Höhe wegen 
aber keine direkt den Aufzug tragende und daher 
ebenso tief in den Erdboden einzusenkende Stempel, 
wie man sie bei den Gepäckaufzügen der Bahnhöfe und 
den Hebetürmen für Eisenbahnwagen gewöhnt war. Sie 
hatten vielmehr Pressstempel mit Flaschenzügen, wie die 
bereits beschriebenen Krahne, die unter Vergrösserung 
des Pressstempeldurchmessers eine entsprechende Ver- 
Fig- 38- Indirekt wirkender hydraulischer Aufzug 
von C. Flohr, Berlin (Filialen in Petersburg und Moskau). 
kürzung seines Weges und damit eine bequeme Unter 
bringung des Presscylinders, (stehend neben dem Fahr 
stuhlschacht) oder liegend (im Kellergeschoss) gestatteten. 
Bei dieser Antriebsart hängt der Fahrstuhl in den Seilen
	        
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