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Gruppe XIII. Maschinenbau, Schiffsbau, Transportwesen

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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sowie der früher beschriebenen Einrichtungen für Last 
hebung und Senkung. E. Becker fertigt solche Krahne 
bis zu den praktisch grössten Ausführungen und für 
Lasten von mehr als 50 Tonnen. Beide Betriebsarten, 
Welle wie Seil, haben zahlreiche Unbequemlichkeiten zur 
Folge, die bei dem neuerdings eingeführten elektrischen 
Antrieb fortfallen. Becker macht daher von dieser An 
triebsart ausgiebigen Gebrauch und hat bereits eine grosse 
Zahl, darunter einzelne von 27 m Spannweite und für 
30 Tonnen Last, mit vorzüglichem Erfolge in Betrieb 
gegeben. Ein weiteres grosses Verdienst um die Aus 
bildung der Hebezeuge hat sich E. Becker durch seine 
Vorrichtung zum Wechseln der Hubgeschwindigkeit 
während der Bewegung der Last (D. R.-P. No. 59464) 
erworben. In zahlreichen Fällen macht es der Werk 
stättenbetrieb nötig, die Lasten von ihren Ruhepunkten 
sorgfältig langsam abzuheben oder darauf niederzu- 
Hebels. Durch eine ähnliche Konstruktion lässt sich 
die Fahrgeschwindigkeit eines Krahnes ändern, was für 
das sichere Anhalten an bestimmter Stelle trotz grosser 
Marschgeschwindigkeit sehr wertvoll ist. Becker hat 
einen elektrisch betriebenen Laufkrahn für 10 000 kg 
Last und 24 m Spannweite, der auf Guthoffnungshütte 
in Sterkrade einen Werkraum von 240 m Länge 
bedient und 32 000 kg wiegt, so eingerichtet, dass er 
diesen Raum ohne Anstand in 4^2 Minuten durchläuft 
und doch sicher an einem bestimmten Punkte einzu 
stellen ist. 
Während C. Flohr, die bekannte Fabrik für Auf 
züge, seit mehreren Jahren auch den Bau von Lauf- 
krahnen aufgenommen hat, ist die Berlin-Anhaltische 
Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft in den Bau der elek 
trischen Laufkrahne erst in jüngster Zeit eingetreten, 
und zwar alsbald mit einer tüchtigen Leistung. Es ist 
Fig. 36- Elektrisch angetriebener Laufkrahn von 25000 kg Tragkraft. Von der Berlin - Anhaitischen Maschinenbau- 
Aktien - Gesellschaft für die »Union« Martinikenfelde gebaut. 
lassen, wie z. B. beim Einlegen oder Abheben der 
Formkasten oder einzelner Maschinenteile, während 
auf der sonstigen Lastbahn einer schnellen Bewegung 
nichts entgegensteht. Früher musste man dazu um 
ständlich den Krahn anhalten, weshalb die Geschwindig 
keitsänderung meist zum Nachteil der Arbeitsdauer 
unterblieb. Becker hängt nun für wechselnde Hub 
geschwindigkeiten die Last an einer losen Rolle auf 
und führt die Kettenschlinge über zwei Trommeln, die 
in Rechts- oder Linksdrehung mit verschiedenen Um 
fangsgeschwindigkeiten durch Wendegetriebe oder dergl. 
angetrieben werden können. Je nachdem man nun nur 
die eine oder die andere der Trommeln umlaufen lässt, 
oder beide zugleich, aber gleichsinnig oder entgegen 
gesetzt, erhält man schon verschiedene Lastgeschwindig 
keiten, während eine weitere Steigerung der Geschwin 
digkeitsstufen durch einen Wechsel der Umlaufzahlen 
der Trommeln unschwer erreichbar ist. Die Einstellung 
auf eine beliebige Geschwindigkeitsstufe erfolgt während 
des Ganges rucklos durch einfaches Umlegen eines 
dies der in Fig. 36 abgebildete Laufkrahn von 25 oookg 
Tragkraft und 18 m Spannweite für die Werkstätten der 
Union, Elektricitäts-Gesellschaft in Martinikenfelde, der 
auf der Laufkatze für die Hubbewegung mit 2 Motoren 
von je 25 Pferdest. für 500 Volt Spannung und 500 
Umläufen-Min. und für die Querbewegung mit einem 
7pferdigen Hauptstrommotor mit 500 Uml.-Min.; da 
gegen auf dem seitlichen Umgang für die Längsbewegung 
des Krahns mit einem Hauptstrommotor von 25 Pferdest. 
mit 500 Uml.-Min. versehen ist. Nicht weniger als zwöli 
blanke Kabel zur Stromzuführung (500 Volt) liegen 
über einem der beiden Krahnumgänge. 
Auch bei der sehr schwierigen Frage der Ein 
führung elektrischen Betriebes bei den Hafenkrahnen 
ist Berlins Industrie für den elektrischen Teil führend 
beteiligt. Bereits 1891 hat die Allgemeine Elektricitäts- 
Gesellschaft für Hamburg Portalkrahne geliefert. Bald 
darauf haben Siemens & Halske im Verein mit Nagel 
& Kaemp (Hamburg) eine Anlage mit elektrischen 
Krahnen für den Rotterdamer Hafen ausgeführt, während
	        
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