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Gruppe XII. Die Berliner Musikinstrumenten-Industrie

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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wie er auf der 1844er Ausstellung zu läge trat, lag 
hauptsächlich in der Art und Weise, wie der Hammer 
angebracht war und in Thätigkeit gesetzt wurde. Bei 
der deutschen Mechanik war der Hammer auf dem 
hinteren Teile der Taste befestigt, bei der englischen 
war er unabhängig von der Taste angebracht und 
empfing seine Bewegung durch einen vom hinteren 
Ende der Taste ausgehenden Stösser, die sogenannte 
Stosszunge. Darum erhielt diese Art der Mechanik 
auch den Namen Stosszungenmechanik. Wir geben 
hier im Bilde eine Ansicht der beiden Mechaniken. 
Hammerstiel an seinem Drehpunkte eingeklemmt war. 
Die Kapsel selbst war auf einem Drahtstiel festgenietet, 
dessen unteres Ende, mit einer Schraubenwindung ver 
sehen, in der Taste (a) eingeschraubt war. Die 
Hammernuss verlängerte sich nach hinten in einen 
Schnabel, dessen Oberfläche mit Leder, dem soge 
nannten Schnabelleder, garniert war. Der Kopf des 
Auslösers (e) hatte einen hakenförmigen Vorsprung. 
Befestigt war der Auslöser unten durch einen zwischen 
zwei Leisten weichen Holzes eingeklemmten Pergament 
streifen; eine Feder (h), aus hartem Messingdraht, drückte 
Fig. 2. 
Fig. 
3- 
Die deutsche Mechanik (Fig. 2), welche in ihren 
Grundzügen von Joh. Andreas Stein herrührt, bot 
den Vorzug grosser Einfachheit und Dauerhaftigkeit. 
Aber es kam doch hin und wieder vor, dass bei einem 
recht kräftigen Anschläge der Hammer aus der Kapsel 
geschnellt wurde, ein Uebelstand, der darin seinen 
Grund hatte, dass die stählerne Achse nur zwischen 
den Wangen der aus dünnem Messingblech gefertigten 
Kapsel eingeschlossen war. Der mit Leder überzogene 
Hammerkopf (d) war an dem Hammerstiele (c) 
befestigt, dessen hinteres Ende, die Hammernuss, sich 
mit Metallspitzen in einer Gabel von Messing, der oben 
erwähnten Kapsel (b), bewegte. Die Wangen dieser 
Kapsel waren mit Vertiefungen versehen, in denen der 
den Auslöser gegen ein gefüttertes Polster. DieL eiste (g), 
auch Stellleiste genannt, diente dazu, dem Ausläufer 
eine mehr oder minder schräge Stellung zu geben. 
Die englische Mechanik (s. Fig. 3) zeichnete sich 
durch eine verhältnismässig geringe Höhe aus. Die 
Stosszunge (b) war in der Taste (a) mittelst eines 
Scharniers befestigt; eine Messingdrahtfeder gab ihr die 
richtige Stellung. Die Auslösung wurde durch das 
regulierbare Knöpfe he n (c) bewirkt, welches mittelst 
der Stellschraube (c) gegen die schiefe Ebene der 
Stosszunge drückte und dieselbe dadurch von der 
Hammernuss entfernte. So lange die Taste vorn nieder 
gedrückt blieb, wurde der Hammerkopf von dem 
Fänger (e) festgehalten, kehrte aber die Taste in ihre
	        
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