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Vorgeschichte und Vorbereitung der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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Wahrnehmung ihrer Interessen« konstituiert, nahm der 
Verein die Ausstellungsfrage sofort in sein Programm 
auf. Er widmete ihr, nachdem bereits im Winter 1879/80 
vorläufige Erörterungen stattgefunden hatten, einen 
seiner ersten Arbeitsabende am 28. Januar 1881 und 
setzte nach dem Vortrage des Herrn Kommerzienrats 
Kühne mann eine Kommission zur Vorberatung einer 
Ausstellung in Berlin, bestehend aus dem damaligen 
Vereinsvorsitzenden B. W. Vogts als Vorsitzenden 
und den Vorstandsmitgliedern Plugo Lissauer, Gustav 
Schultz, Josef Fürst und Martin Schlesinger, 
fünf Vertretern des Vereins Berliner Grundbesitzer 
ab. Das Handelstagspräsidium hatte bereits früher, im 
Frühjahr 1880, die deutschen Handelskammern zu einer 
Meinungsäusserung über die Ausstellungsfrage veranlasst 
und die verschiedenartigsten Antworten erhalten, worauf 
die Angelegenheit geruht hatte. Die Kommission ent 
schied sich durch Mehrheitsbeschluss für eine auf 1885 
oder 1886 anzuberaumende grosse nationale Ausstellung, 
während die Minderheit für eine internationale eintrat. 
Auch die Reichsregierung erklärte auf eine Anfrage der 
Kommission unterm 27. April 1881, dass »die Veran 
staltung einer internationalen Industrie-Ausstellung zu 
Berlin von seiten des Reiches nicht in Aussicht ge- 
llauptportal des Haupt-AnsStellungsgebäudes. 
(den Stadtverordneten Scheiding und Hanke, dem 
Syndikus Dr. Hilse, dem Bezirksvorsteher Matthes 
und dem Baumeister Rabitz), zwei Vertretern des 
Centralvereins für Handelsgeographie (Dr. R. Jannasch 
und Konsul a. D. Gärtner), den Kommerzienräten 
Kühnemann und S. Weigert, sowie den Herren 
Veitmeyer, C. Spinn, E. Behrens, C. Spindler 
ein; später traten noch die Herren P. Dörffel und 
Baumeister Felisch hinzu. 
Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin 
lehnten unterm 10. März 1881 die vom Vorstande des 
»Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller« beantragte 
Abordnung von zwei Vertretern in die Kommission unter 
Hinweis auf die von den Aeltesten vorgeschlagene Er 
örterung der P'rage seitens des Deutschen Handelstages 
nommen sei, nach Auffassung der Reichsregierung auch 
zur Zeit ein solches Unternehmen nicht empfohlen werden 
könne«. Der Verein berief auf den 17. Juni 1881 eine 
Versammlung, in welcher alle beteiligten Kreise der 
Kunst, des Handels, des Gewerbes und der Industrie 
vertreten waren. Nachdem die Kommission ihren Be 
richt erstattet und die daran geknüpfte Besprechung zum 
allseitigen Einverständnis über die Notwendigkeit einer 
grossen Ausstellung geführt hatte, wurden 83 Stimmen 
für eine internationale, 78 für eine nationale Ausstellung 
abgegeben. Die Resolution, die zur Annahme gelangte, 
hatte folgenden Wortlaut: 
»Die heutige Versammlung Berliner Kaufleute 
und Industrieller beschliesst: 
die Reichsregierung zu bitten, in Rücksicht auf
	        
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