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Gruppe XIX. Unterricht und Erziehung

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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4- Die Zinsen von 50000 M. zur Unterstützung von Fach 
schulen für jugendliche Handwerker oder Industrielle. 
Es dürfte von Interesse sein, die Einnahme- und 
Ausgabe-Posten der 79 er Ge werbe-Ausstellung kennen zu 
lernen und die damaligen Zahlen, deren Höhe in der 
Plinnahme teilweise alle Erwartungen iibertraf, mit den 
entsprechenden Summen des diesmaligen Etats zu ver 
gleichen. Während im Finanzplan 440 OOO Mk. Ein 
nahmen, 300 000 Mk. Ausgaben und demgemäss ein 
Ueberschuss von 140 000 Mk. vorgesehen waren, stellte 
sich das wirkliche Ergebnis folgendermassen: 
I. Einnahmen. 
1. 2000 Aussteller zu 105,25 Mk. 210 500 
2. 9000 Besucher (täglich) teils zu 
1 Mk., teils zu 50 Pf. . . . 761 500 
3. Durch Verpachtungen ... 38 500 
4. Andere Erträge durch Katalog 
verkauf, Erträgnisse der elek 
trischen Bahn und buchhänd 
lerischen Vertrieb . . . . 103 000 
5. Durch Verkauf der nicht ab 
gehobenen Lotteriegewinne . 11 000 1 124500 
Mk. 1 124 500 
II. Ausgaben. 
1. Für Personal 38 000 
2. » Platzmiete —*) 
3. Planierung, Einfriedung, 
Pflasterung 28 500 
4. Wasseranlagen, Feuerversiche 
rung 27 000 
5. Drucksachen, Insertionen . . 20 000 
6. Gebäude 24000 qm einschl. 
Dekoration 358 500 
7. Gartenanlagen 37 000 
8. Extraarbeiten in Gruppe XIII 12 700 
9. Notwendige Ausgaben an Mo 
bilien, Uniformen 37 300 
10. Freiwillige Ausgaben an Er 
innerungszeichen, Gratifikatio 
nen u. s. w 53 500 
11. Handlungs-Unkosten-Konto . 29500 642000 
Ueberschuss Mk. 482 500 
Der Gesamtbesuch der Ausstellung, einschliesslich 
der Freikarten, ist mindestens auf zwei Millionen, d. i. 
durchschnittlich täglich 13000 bis 14 000 Personen, 
zu veranschlagen. Zahlende Besucher haben die Aus 
stellungskassen passiert in den Monaten 
Mai . . . 221 591 Personen, 
Juni . . 
276 842 » 
Juli . . . . 
242 588 » 
August 
261 376 » 
September 
373 300 
oder überhaupt 
1 375 697 Personen. 
*) Dieser Posten verursachte infolge der kostenfreien Hergabe des 
fiskalischen Terrains keine Kosten. 
Den stärksten Besuch wiesen die Sonntage auf, 
namentlich die des September, von denen der 7., 14. 
und 28. September als die am stärksten besuchten 
30256, 31 590 und 30 176 Personen zählten. 
An zwei Tagen der Woche war das Eintrittsgeld 
von 50 Pf. auf 1 Mk. erhöht. Der Ausschuss der Ge 
werbe-Ausstellung bemerkt hierzu, dass diese Ein 
richtung ungemein praktisch und vorteilhaft gewirkt 
habe; praktisch nicht etwa für die Kasse, »aber für 
die Aussteller und die Besucher gemeinsam«: »letztere 
konnten an den Marktagen die einzelnen Gegenstände 
studieren und Notizen machen, d. h. wirklich lernen, 
was an Sonntagen z. B. unmöglich war; die Aussteller 
aber haben wiederum stets die besten Geschäfte ge 
macht an den Marktagen; ähnliche Erfahrungen machten 
die Restaurateure«. Die Position: »Handlungs-Unkosten« 
setzte sich wie folgt zusammen: 
a) Liquidation der Gruppenvorstände 
und Preisrichter: 
bis 30. April 1879 
Mk. 600 
bis zum Schluss der Ausstellung 
» 1450 
2050 
b) Gezahlte Porti: 
bis zum 1. Juni 1878 . . . . 
Mk. 510 
bis zum 31. März 1879 . . . . 
» 2140 
im April 1879 
» 1300 
bis zum Schluss der Ausstellung 
» 3650 
7600 
c) Feuerwehr: 
gezahlte Gehälter und kleine Aus 
gaben 
Mk. 4050 
d) Anfertigung von Tischen laut § 6 
der Bestimmungen 
» 3350 
e) Eintrittskarten: 
Zahlung für Anfertigung derselben 
» 2750 
f) Musik bei Eröffnung, zum Schluss 
und während der Ausstellung . 
0 
0 
g) Frachten, Fuhrlöhne, Trinkgelder 
und diverse kleine Ausgaben: 
bis 31. März 1879 
» 2600 
im April 1879 
» 1200 
bis zum Schluss der Ausstellung . 
» 5200 
19 850 
Summa Mk. 29 500 
Die Tagesunkosten für die Dauer der Ausstellung 
an Gehältern und Löhnen betrugen pro Tag 200 Mk., 
die Gesamt-Tagesunkosten überhaupt 350 Mk. pro Tag. 
An der Spitze des Central-Komitees stand Kom 
merzienrat Fritz Kühnemann, der auch als Vor 
sitzender des Arbeitsausschusses die Berliner Ge 
werbe-Ausstellung 1896 mitleitete. Auch der erste 
stellvertretende Vorsitzende des diesmaligen Arbeits 
ausschusses, Baumeister Bernhard Felisch, war bereits 
1879 Mitglied des Central-Komitees. Von Herren, die 
dem damaligen Central-Komitee angehörten, haben 
ferner 1896 dem Ausstellungswerke ihre Kräfte zur
	        
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