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Gruppe V. Thonwaren- und Glasindustrie

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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Gruppe V. Thonwaren- und Glasindustrie. 
I n Gruppe V der Berliner Gewerbe-Ausstellung hatten 
die Erzeugnisse der Thonwaren- und Glasindustrie 
in den Unterabteilungen: 
I. Porzellan-, Steingut- und Chamötte-Waren; 
2. Glas waren; 
3. Glasschleiferei, Glasätzerei, Glasmosaik und 
Glasjalousien; 
Aufstellung gefunden. 
Die in unserer Gruppe vereinigten Leistungen ge 
währten nicht den Eindruck eines abgeschlossenen 
Ganzen, da man es nicht vermocht hatte, die vielseitigen 
Erzeugnisse der Thonwaren- und Glasindustrie zu ver 
einigen, sondern eine Reihe der technologisch zu 
Gruppe V gehörenden Fabrikate abgezweigt und neben 
den Werkstücken der Cement- und Mörtelindustrie, neben 
Steinmetzarbeiten, eisernen Kochmaschinen, Bauklemp 
nerei-Geräten, zwischen Tapeten und Holzdecken in der 
für das Bau- und Ingenieurwesen bestimmten Gruppe III 
farbenprächtig gemalte Glasfenster, kunstvoll gefertigte 
Oefen und Fayence-Erzeugnisse, Mosaikarbeiten aus 
farbigen Porzellan-Massen und dergl. mehr untergebracht 
hatte. Das hatte einen Mangel an Uebersichtlichkeit 
und eine sehr bedauerliche Beschränkung der kera 
mischen Abteilung zur Folge. Während sich in dem 
der Gruppe V belassenen Raume Chamottewaren nur 
vereinzelt befanden, trafen wir hervorragende Leistungen 
der Chamotte-Industrie, vertreten durch den Aufbau der 
deutschen Thonröhren- und Chamottefabrik zu Münster 
berg und durch die technisch so interessanten Erzeug 
nisse von Lütgen-Borgmann, in Gruppe III, ja selbst 
umfangreiche Leistungen dieser Industrie in der 
Kolonialabteilung an. Für die Eingruppierung der 
Mosaikarbeiten aus farbigen Porzellan-Würfeln in die 
Abteilung für Bau- und Ingenieurwesen könnte man 
geltend machen, dass sie für den Architekten ein grosses 
Interesse haben, aber mit demselben Recht hätte man 
auch die Glasmosaikarbeiten nach Gruppe III und die 
Presswerkzeuge von P. Tzschabran in die Maschinen 
halle bringen müssen. 
Gerade die sinngemässe Vorführung der einzelnen 
Erzeugnisse in den technologisch einzig für sie passenden 
Abteilungen trägt unvergleichlich dazu bei, die Leistungen 
eines Industriezweiges als das erscheinen zu lassen, was 
sie durch technisches Können und wirtschaftliche Ent 
wickelung Vollendetes geleistet haben. So wollte die 
Münsterberger Fabrik durch den Aufbau ihrer Kanali 
sationsrohre nicht zeigen, dass dieselben für Abwasser 
anlagen verwandt werden können — dies würde die 
Verbindung der einzelnen Teile zu einem System be 
zwecken, wie es in der Nachbarschaft des Gebäudes 
der Stadt Berlin ausgeführt war, — sondern die fälsch 
lich in Gruppe III untergebrachten Fabrikate dieses 
Werkes sollten die Vollkommenheit der Technik dar- 
thun, sollten zeigen, dass man heutzutage imstande ist, 
Stücke von bestimmter Grösse und von gewisser Art 
zu formen, zu glasieren und zu brennen. Ebenso sollte 
durch die Kohlenstoffsteine, die Dinasziegel, die Wannen 
öfenblöcke von Lütgen-Borgmann in erster Linie die 
technische Vollkommenheit der einzelnen Fabrikate und 
dadurch die Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor 
Augen geführt werden, und die Mosaikarbeiten in farbigen 
Porzellan- bezw. Glasstiften waren vor allem zu dem
	        
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