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Berlin und sein Gewerbefleiss

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

187 
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Preisgericht. 
Berlin, den 8. Juni 1896. 
W., Nettelbeckstr. 7/8. 
An die Herren Aussteller der Berliner Gewerbe- 
Ausstellung 1896. 
Zur Einleitung und schnellen Förderung der Preisrichterarbeiten 
ist es erforderlich, dass in Ergänzung der Mitteilungen des Haupt 
katalogs von jedem einzelnen Aussteller genaue Angaben über die 
ausgestellten, bezvv. über die der Preisbewerbung unterworfenen Gegen 
stände gemacht werden. Um diese Angaben gleichmässig und über 
sichtlich zu gestalten, sollen dieselben in die beiden anliegenden For 
mulare gleichlautend derart eingetragen werden, dass das zweite 
Exemplar eine blosse Abschrift des ersten ist. 
Die Herren Aussteller werden gebeten, die Eintragungen derart 
vorzunehmen, dass in der ersten Vertikal spalte des Formulars die 
ausgestellten Gegenstände mit No. 1, 2, 3 u. s. w. numeriert er 
scheinen, und dass in der zweiten Spalte eine kurze treffende Be 
zeichnung irrtumsfrei auf den Gegenstand hinweist. In die beiden 
anderen Spalten sind von dem Aussteller keine Eintragungen zu machen. 
Zur Erleichterung der Uebersicht wird es sich noch empfehlen, unter 
jeder Nummer des Verzeichnisses einen starken Querstrich zu ziehen. 
Die ausgefüllten und mit Namensunterschrift versehenen For 
mulare sind bis spätetens den 14. Juni d. J. an den Arbeitsausschuss 
zurückzureichen. 
Ausser Preisbewerbung stehende Aussteller werden ersucht, die 
Formulare nicht auszufüllen, sondern nur mit dem Vermerk »Ausser 
Wettbewerb« zu versehen. 
Den Herren Ausstellern wird es anheimgegeben, im Anschluss 
an das von ihnen aufgestellte Verzeichnis der ausgestellten bezw. der 
Preisbewerbung unterworfenen Gegenstände knapp gehaltene Erläute 
rungen zu jedem einzelnen bezw. zu den hauptsächlichsten Ausstellungs 
gegenständen zu geben. Die Erläuterungen sind auf einer besonderen 
Anlage (Papier in Reichsformat, 26X33 cm Bogengrösse) schriftlich 
abzugeben. Sie sollen namentlich dazu dienen, die Besonderheiten 
der ausgestellten Gegenstände, wertvolle Eigentümlichkeiten u. dgl. m. — 
kurz, gerade dasjenige zu charakterisieren, was den Anspruch auf Er 
teilung eines Preises begründet erscheinen lässt. Es können daher 
auch Mitteilungen über die wirtschaftliche Bedeutung des Gegenstandes 
Aufnahme finden. Dagegen sind allgemeine Erörterungen, Vergleiche 
mit den Gegenständen anderer Aussteller oder Reklamen unzulässig. 
Die Herren Aussteller werden darauf aufmerksam gemacht, dass 
sie selbst für die Richtigkeit des von ihnen aufgestellten Verzeich 
nisses verantwortlich sind, und dass das Preisgericht sich streng an 
die einmal aufgestellten Verzeichnisse halten wird. 
Ueber den Zeitpunkt der Besichtigung und Prüfung der ausge 
stellten Gegenstände wird den Herren Ausstellern von dem Vor 
sitzenden der betreffenden Preisrichtergruppe Mitteilung gemacht 
werden. 
Das Preisgericht der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Prof. W. Hartmann, 
2. Vorsitzender. 
Es mag gleich hier bemerkt werden, dass diese Ein 
richtung sich als sehr zweckmässig erwiesen hat, da sie 
einmal die Gewähr dafür bot, dass keine zur Preis 
bewerbung angemeldeten Ausstellungsgegenstände über 
sehen werden konnten, und da sie ferner die Auffindung 
der einzelnen Ausstellungsgegenstände auf dem grossen 
Ausstellungsgelände erleichterte und schliesslich die 
Uebersichtlichkeit erheblich erhöhte. Dem gleichen 
Zwecke dienten »Ausführungsbestimmungen zur Ge 
schäftsordnung für die Preisrichter«, welche in der Sitzung 
der Obmänner der Preisrichter-Gruppen vom 19. Juni 1896 
beraten und angenommen wurden. Der Inhalt dieser 
Ausführungsbestimmungen lautete: 
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Ausführungsbestimmungen zur Geschäftsordnung für das 
Preisgericht bei der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Im Anschluss an die Geschäftsordnung für das Preisgericht 
werden folgende Ausführungsbestimmungen erlassen: 
1. Die Einteilung der einzelnen Preisrichtergruppen in verschiedene 
Sektionen wird von den Gruppen selbst vorgenommen. 
2. In jeder Sektion hat der Vorsitzende der Preisrichtergruppe 
Sitz und Stimme. Dem Vorsitzenden der Gruppe ist von jeder 
Besichtigung und event. Beschlussfassung Kenntnis zu geben. 
3. Die Beurteilung der ausgestellten Gegenstände geschieht auf 
Grund der von den Ausstellern selbst ausgestellten Formulare, 
soweit solche vorhanden sind. Da aber Versehen nicht aus 
geschlossen erscheinen, so wird es in das Ermessen der Preis 
richtergruppen gestellt, entweder allein oder unter Beistand 
des Gruppenvorstandes event. weitere Erhebungen anzustellen 
und diese zu berücksichtigen. Im Interesse der Vereinfachung 
der Arbeiten und zur Erhöhung der Uebersichtlichkeit dürfte 
es aber angemessen sein, auch für solche Ausstellungen die ge 
druckten Formulare zu benutzen. 
Das eine der beiden gleichlautenden Formulare ist in 
Spalte 3 mit dem Urteil der einzelnen Preisrichter oder der 
Sektion oder der Gruppe zu versehen. Das Endurteil der 
Gruppe ist als solches deutlich erkennbar zu machen und von 
dem Vorsitzenden der Preisrichtergruppe unter Beifügung des 
Datums zu unterschreiben. Das Endurteil wird ebenfalls in 
die Spalte 3 eingetragen. 
Diese Formulare verbleiben bis zur Beendigung der ge 
samten Preisrichterarbeiten bei den Gruppen; sie sind ins 
besondere dem nach § 6 der Geschäftsordnung zu wählenden 
Referenten für die Vertretung der Gruppenbeschlüsse in der 
Plenarsitzung des Preisgerichts zu übergeben. 
In das zweite gleichlautende Formular (Duplikat) wird in 
Spalte 3 nur das Endurteil der Gruppe eingetragen. Diese 
Formulare werden, sobald die Arbeiten der Gruppen vollendet 
sind, jedenfalls aber drei Tage vor der über die Preisverteilung 
beschliessenden Plenarsitzung geordnet dem Vorsitzenden des 
Gesamt-Preisgerichts übergeben. 
Die Beschlüsse des Gesamt-Preisgerichts werden in die 
letzte Spalte der Formulare eingetragen. 
Genehmigt in der Sitzung der Vorsitzenden der Preisrichter 
gruppen am 19. Juni 1896. 
Preisgericht der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Prof. W. Hartmann. 
2. Vorsitzender. 
Um ferner auch bezüglich der Mitteilungen an die 
Aussteller und der Einladungen zu den Sitzungen der 
Preisrichter die nötige Gleichartigkeit herbeizuführen, 
wurden vorgedruckte Postkarten hergestellt, von denen 
den Gruppenvorsitzenden je eine genügende Anzahl über 
wiesen wurde. Der Wortlaut derselben war folgender: 
Preisgericht der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Gruppe 
Sie werden benachrichtigt, dass das Preisgericht der Gruppe .... 
am vor (nach) mittags zwischen .... und .... Uhr die 
von Ihnen ausgestellten Gegenstände besichtigen wird. Es wird Ihnen 
oder einem von Ihnen zu entsendenden Vertreter ergebenst anheiin- 
geslellt, bei der Besichtigung zugegen zu sein. 
Berlin, 1896. 
Der Vorsitzende der Preisrichtergruppe .... 
Preisgericht der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. 
Gruppe No 
Einladung zur Sitzung-Besichtigung. 
Zeit: 
Ort: 
Zweck: 
Der Vorsitzende 
Berlin, 1896. der Preisrichtergruppe No
	        
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