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Die Kesselanlage

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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einen für verschiedene Tourenzahlen einstellbaren 
Regulator mit Federbelastung bethätigt wurde. Der 
Niederdruck besass ebenfalls eine Doppelschieber 
steuerung, welche durch Verschieben des Expansions 
excenters von Hand entsprechend dem günstigsten 
Füllungsgrade eingestellt werden kann. Es ist dies 
immer noch dasselbe System, welches schon in den 
sechziger Jahren als »Hoppe’sche Steuerung« bezeichnet 
wurde. 
Eine neue Ausführung einer stehenden Tandem- 
Maschine zeigte die Berliner Maschinenbau-Aktien- 
Gesellschaft vorm. L. Schwartzkopff (Berlin) in 
den zwei direkt mit Dynamos gekuppelten Tosi-Ma- 
schinen. Diese nach ihrem Erfinder, Tosi, benannten 
dreifache Expansions- Dampfmaschine der Ausstellung, 
während die kleinere eine Verbundmaschine mit zwei 
Cylindern war. Beide Maschinen waren stehend gebaut; 
die erstere hatte 300, 490 und 750 mm Cylinder- 
Durchmesser, 350 mm Hub, 200 Touren und 200 Pferde 
kraft, während die zweite Cylinder von 300 und 400 mm 
Durchmesser bei 400 mm Hub besass und ca. 70 Pferde 
kraft leistete. Die dreifache Expansionsmaschine stand 
auf schmiedeeisernen, durch kräftigen Diagonalverband 
versteiften Säulen; die Cylinder der anderen Maschine 
wurden von gusseisernen, doppelt gespreizten Ständern 
getragen. Im Uebrigen waren die nachbenannten 
Specialkonstruktionen beiden eigen: eingesetzte mit 
Kupferringen abgedichtete Laufcylinder, zwischen Ex- 
Stehende dreifache Expansions-Maschine von C. Flohr - Berlin. 
Verbundmaschinen hatten zwei übereinander montierte 
Cylinder von 325 und 475 bezw. 400 und 600 mm 
Durchmesser bei 350 bezw. 425 mm Kolbenhub und 
leisteten 150 bezw. 225 Pferdekraft. Von diesen beiden 
Maschinen machte die kleinere 260, die grössere 240 
Touren pro Minute. Die gedrängte Bauart empfiehlt 
diese Anlagen wie überall, so gerade beim Vorhanden 
sein enger Räume. Der Kolbenschieber wird durch 
einen Achsenregulator bethätigt; der Gang der Maschine 
war ein äusserst gleichmässiger und leichter. 
Carl Flohr (Berlin) hatte sich, trotzdem er den 
Bau von Dampfmaschinen erst seit kürzerer Zeit als 
Spezialität betreibt, mit zwei Maschinen betheiligt, die 
denjenigen der anderen Firmen durchaus nicht nach 
standen. Die grössere von beiden war die einzige 
center und Excenterring eingesetzte, durchbohrte lose 
Bronzeringe zwecks Verminderung der Reibungsarbeit, 
zwangläufiger Zahnradantrieb zum gleichmässigen Nach 
ziehen der Kolbenstangenstopfbuchsen. Dazu kam 
eine bis in die kleinsten Einzelheiten sorgfältig durch 
geführte Arbeit, die vereint mit der fein durchdachten 
Konstruktion alle Anforderungen erfüllte, die man an 
eine wirklich moderne Maschine zu stellen berechtigt ist. 
Auch Petzold & Co., Eng. lim. (Berlin), welche 
ebenfalls erst seit ca. drei Jahren Dampfmaschinen in 
grösserem Massstabe bauen, zeigten in den fünf von 
ihnen aufgestellten Maschinen sehr interessante Neu 
konstruktionen. 
Zunächst war es eine i5opferdige liegende Verbund 
maschine mit Kondensation, welche durch elegante Bau
	        
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