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Beleuchtung und Illumination der Ausstellung

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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Es haben derartige partielle Beleuchtungen statt 
gefunden an 12 Abenden. 
Bei Besprechung der Beleuchtungsanlagen der Aus 
stellung darf noch eins nicht unerwähnt bleiben; die 
Lichtfontäne. 
Dieselbe war nach einem Patent von August Engels 
mann in Stuttgart von diesem gemeinsam mit der 
Firma Schaffer & Walcker für einen Kostenaufwand von 
24000 Mk. hergestellt und hat vom 1. Juli an an 
jedem Abend mit ihren farbigen Feuergarben die 
Ausstellungsbesucher entzückt. 
An der verspäteten Inbetriebsetzung dieser Anlage 
trugen die genannten Unternehmer keine Schuld; sie 
waren am Eröffnungstage der Ausstellung mit ihren 
leuchtungseffekt steigerten. Die Sicherung dieser ganzen 
Apparate, welche natürlich Feuchtigkeit durchaus nicht 
vertragen, ist eine ziemlich komplizierte. Der Eindruck, 
den das beleuchtete Strahlenbild in mannigfaltigen 
Variationen hervorrief, war dafür aber ein sehr bedeu 
tender und hat bis zum Schluss der Ausstellung nicht 
verfehlt, allabendlich seine bezaubernde Wirkung auf 
die Besucher auszuüben, welche sich zur bekanntgege 
benen Zeit auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes ver 
sammelten, um dem anziehenden Schauspiel beizu 
wohnen. 
Kann noch eine Verbesserung an den Anlagen an 
gebracht werden, so müsste sie darin bestehen, dass 
die elektrischen Apparate und Leitungen noch voll- 
Alt-Berlin von der Spreewaldschänke ans. 
Einrichtungen fertig. Aber das auf dem aufgeschütteten 
Terrain des Vorplatzes vor dem Ausstcllungsgebäude 
erbaute Bassin der Fontäne war mangelhaft konstruiert 
und erlitt bei dem ersten Probeversuch Havarie. Die 
Wiederherstellung machte eine vollständige Demon 
tage und Neuaufstellung der Beleuchtungsapparate, 
welche in der nicht genügend wasserdichten Kammer 
unter dem SpringbrunnenbassinAufstellungfinden mussten, 
notwendig, und diese Arbeiten konnten erst viel später 
beendet werden. 
Eine technische Beschreibung der in der bei 
gefügten Abbildung dargestellten Lichtfontaine gehört 
nicht hierher. Nur kurz mag erwähnt Sein, dass 
die Beleuchtung der 12 aufsteigenden Strahlen des 
Springbrunnens von unten durch 12 Bogenlampen er 
folgte, hinter denen Scheinwerfer die Strahlen konzen 
trierten, während vorgeschobene farbige Gläser den Be 
kommener vor Feuchtigkeit geschützt werden. In dem 
vorliegenden Fall trat nach 15 Minuten langem Betrieb 
infolge der feuchten Luft in dem Maschinenraum unter 
dem Fontänenbassin, von dem aus sowohl die Wasser 
als die Lampen bedient wurden, eine so starke Er 
wärmung der Leitungen, Widerstände und Sicherungen 
ein, dass eine Betriebsunterbrechung notwendig wurde. 
Bei absoluter Trockenheit dieses Brunnens würde es 
möglich gewesen sein, den Apparat dauernd spielen 
zu lassen. Der Effekt wäre dann natürlich ein noch 
wesentlich grösserer gewesen; doch kann auch bei den hier 
herrschenden Verhältnissen die ganze Anlage als eine wohl 
gelungene bezeichnet werden, die einen Hauptanziehungs 
punkt für das schaulustige Publikum gebildet hat. 
Zum Schluss sei eine kurze Zusammenstellung der 
Kosten gegeben, welche aus den sämtlichen Beleuch 
tungsanlagen für die Ausstellung erwachsen sind.
	        
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