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Die Anlagen und Bauten der Ausstellung

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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jedem Geäst hingen unmittelbar oberhalb der Haupt 
figur dreifarbig ausgefiihrte Gewerkschaftswappen. 
Während die Begleitfiguren weiss geblieben waren und 
lediglich ihre Attribute eine Vergoldung erfahren hatten, 
waren ausser den Wappen und den sonstigen heral 
dischen Motiven auch die Hauptfiguren farbig be 
handelt. Während aber erstere ganze, heraldische 
Farben aufwiesen, war für letztere lediglich eine ausser 
ordentlich feine und zarte Lasur mit energischerer 
Behandlung einzelner Teile, wie des Haares, der Kopf 
bedeckungen, der Gewandsäume u. s. w. verwendet 
worden, eine Art der Polychromierung, wie man sie 
sich vielleicht für die Goldelfenbein- und Marmorstatuen 
des griechischen Altertums zu denken hat. Den Kuppel 
kranz zierte in grossen, an vier Stellen durch das 
kaiserliche W unterbrochenen Lettern der Spruch aus 
Schillers Glocke: 
»Arbeit ist des Bürgers Zierde, 
Segen ist der Mühe Preis.« 
Die Kuppel wurde zunächst durch die kleinen in 
die Kuppelschale eingeschnittenen Fenster erhellt, 
hauptsächlich aber durch das grosse Rundbogen 
fenster über dem Eingang, welches durch Professor 
Klein-Chevalier eine figürliche Bemalung erhalten 
hatte. Derselbe Künstler bemalte auch die Kuppel 
schale mit einer modern symbolischen Darstellung der 
Arbeit: eine sehr beachtenswerte, gross aufgefasste 
Leistung, die in ihrer energischen Färbung der lichten 
Halle und ihrem goldenen Kranz einen Abschluss von 
bester Wirkung gab. In diesem Raume vereinigten 
sich Baukunst, Bildnerkunst und Malerei zu einem 
Ganzen, das in seiner grossartig-monumentalen und 
festlich-ernsten Stimmung eine würdige Einführung 
für die Betrachtung der Schätze abgab, welche als 
Ergebnisse regen Kunstfleisses und emsiger gewerb 
licher Thätigkeit hinter dem Kuppelraume um einige 
Stufen vertieft aufgestellt waren. 
Die von der Kuppelhalle auslaufenden Haupt- 
galerieen hatten eine zierliche, etwas in den Charakter der 
französischen Renaissance hinüberspielende Architektur 
erhalten, zu der an einzelnen auffallenden Stellen ein 
sparsamer malerischer Schmuck trat. Sie hatten eine 
Höhe von 20 m bei 25 m Weite; die auf sie ein 
mündenden kleineren Hallen hatten eine Weite von
	        
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