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Die Anlagen und Bauten der Ausstellung

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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densationswasser-Teich, zwischen Maschinenhalle und 
Kesselhaus, mit einer Förderhöhe von 8 m, einer 
Förderrohrweite von 156 mm und einer Leistung von 
120000 1 in der Stunde, und die dritte am Haupt 
eingang, in der Nähe der Brücke über die elektrische 
Rundbahn, mit einer Förderhöhe von 14 m, einer 
Rohrweite von 94,5 mm und einer stündlichen Leistung 
von 36 000 1. 
Ueber die Beleuchtungseinrichtungen der Aus 
stellung folgt unten ein besonderer Bericht. 
* * 
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Bei dem grossen Umfange, den die Ausstellung 
trotz aller Beschränkungen allmählich angenommen 
hatte, galt es, für die Ausstellungsgruppen, die nach 
der bisherigen bewährten Praxis der Industrie- und 
Gewerbe-Ausstellungen in einem Gesamtraum ver 
einigt zu werden pflegen, ein ungewöhnlich grosses 
Bauwerk von, wie schon erwähnt, etwa 60 OOO qm 
Grundfläche zu schaffen, das durch diesen Umstand 
von selbst den Charakter des Hauptgebäudes annahm 
und in seiner architektonischen Gestaltung dieser Be 
deutung entsprechen musste. Die Aufgabe ist von 
dem Architekten Bruno Schmitz in glän 
zendster Weise erfüllt worden. 
Das System, das dem Baue zu Grunde 
lag, war das sogenannte Fischgrätensystem, 
eine Anordnung, die eine jederzeitige zwang 
lose Erweiterung der Räume zulässt und 
damit einem Bedürfnisse gerecht wird, das 
immer einzutreten pflegt und mit dem da 
her gerechnet werden muss. Das System 
hat sich auf der Wiener Weltausstellung und 
auf der Pariser von 1889 ausserordentlich 
bewährt und auf letzterer in seinem Rück 
grat, der »galerie de trente metres«, eine 
ungemein geschickte künstlerische Ausge 
staltung erfahren. 
Die architektonische Ausbildung des 
Hauptgebäudes erstreckte sich auf die Wan 
delhalle, die Kuppelhalle, die Hauptgalerie 
und den Bauhof, welcher als selbständiges 
Ganzes dem Hauptgebäude angegliedert 
war. Dem Gebäude war eine mächtige, 
von Kopfachse zu Kopfachse nahezu 150 m 
im Durchmesser haltende, in zwei Viertel 
kreisen geschwungene dreischiffige Wandel 
halle vorgelagert, deren beide Kopfenden 
durch kleine Kuppelbauten ausgezeichnet 
waren. In der Mitte der Viertelkreise be 
fanden sich halbkreisförmige, durch Ober 
licht beleuchtete Ausbauten, von welchen 
die eine die Post, die andere die Lesehalle 
aufgenommen hatte. In der Hauptachse 
vereinigten sich die Viertelkreise zu einem 
quadratischen Kuppelraum, zu welchem der Zutritt durch 
einen reichgeschmückten dreibogigen Eingang erfolgte; 
bei dessen Durchschreiten erblickte man den hohen Auf 
bau eines romanischen Denkmalbrunnens (Architekt 
Fr. Schwechten), der in dem genannten Kuppelraume 
seine Aufstellung gefunden hatte. Aus der kleinen 
Kuppelhalle, die nach orientalischer Art durch mehr 
fache Zwickelbildungen aus dem Quadrat zunächst in 
das regelmässige Achteck und von diesem in die runde 
Kuppelschale übergeleitet war, gelangte der Beschauer 
durch ein breites Tonnengewölbe in den grossen 
Kuppelraum von etwa 33 m Durchmesser des um 
schriebenen Kreises bei etwa 40 m Höhe bis zur 
Kuppelschale. Auf diesen Kuppelraum, von welchem 
sowohl in der Längs- wie in der Querachse 25 m breite 
Galerieen ausliefen, war der künstlerische Schmuck ver 
einigt. 
Es hat nicht an Stimmen gefehlt, welche die ge 
schwungene imposante Halle des Hauptgebäudes als 
eine Entlehnung vom Trocadero-Palaste der Pariser 
Weltausstellung des Jahres 1878 bezeichneten. Dabei 
wurde indes übersehen, dass in den beiden Fällen 
ähnliche Verhältnisse (und Bedingungen zu ähnlichen
	        
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