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Die Anlagen und Bauten der Ausstellung

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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Wohnzimmer mit Kamin. 
nicht ohne Schwierigkeit zu beschaffen ist. Man erhält 
eine ungefähre Vorstellung von der Grösse des Flächen 
raums des Hauptgebäudes, wenn man erfährt, dass 
seine Hauptachse eine Länge von über 400 m, seine 
grösste Querachse eine solche von über 240 m hatte. Der 
Königsplatz in Berlin besitzt eine Ausdehnung von 
444 : 250 m; das Hauptgebäude würde also den Königs 
platz nahezu bedeckt haben. 
Die gärtnerischen Anlagen wurden unter der Leitung 
des städtischen Obergärtners (jetzigen Gartenbaudirektors) 
Hampel ausgeführt. Die Erdarbeiten des Neuen Sees 
und des Stichkanals besorgten R. Schneider und 
H. Jaenicke, die Bildhauerarbeiten der den See um 
ziehenden architektonischen Stuckeinfassung lieferte 
R. Schirmer. Die Ueberbrückungen der von Ge 
brüder Naglo angelegten und betriebenen elektrischen 
Rundbahn wurden von den Firmen Ernst Meyer, 
Stiebitz & Köpchen, H. Simon & Co. und 
J. Pumplun & Co. ausgeführt. Die Einzäunung des 
gesamten Ausstellungsgeländes hatten Carl Lerm und 
Gebr. Lud ewig übernommen. 
Die Entwässerung des Ausstellungsparks erfolgte 
in die Kanalisation von Rixdorf. Sie war nach dem 
Shone-System eingerichtet, das auch bei 
der Entwässerung des Ausstellungsfeldes 
von Chicago gewählt worden war. Das 
Gelände wurde dazu in 22 Abschnitte ein 
geteilt, von welchen jeder mit einer Neben 
station und einem Ejektor versehen wurde. 
Die Sammler bestanden aus 3 m tiefen ge 
mauerten Behältern, welchen die Abwässer 
durch Gefall zuflossen. Die Centralstation 
der Entwässerung lag zwischen dem Haupt- 
und dem Verwaltungsgebäude. Von ihr aus 
wurden die Abwässer durch Druckluft in 
die Abflussrohren gepresst, welche die Be 
stimmung hatten, die Wässer dem Haupt 
druckrohre zuzuführen, aus welchem sie 
dann in die Rixdorfer Entwässerungsanlagen 
gelangten. Die Einrichtung der vollstän 
digen Kanalisations- und Wasserförderungs 
anlage des gesamten Ausstellungsgebiets 
mit Druckluft als Kraftfernbetrieb, bei einer 
nie vollausgenutzten stündlichen Abfluss 
menge von 300 cbm, wurde von der Firma 
Erich Merten & Co., Berlin N., ausgeführt. 
Von Interesse ist auch die Wasser 
versorgung des Ausstellungsgebiets. Die 
Anlage wurde von dem Ingenieur Oesten- 
Berlin entworfen, und zwar auf der Annahme 
von 11 Stationen, an denen die verschieden 
sten Arten von Pumpen und Wasserver 
sorgungs-Maschinen arbeiteten. Die stünd 
lich zu liefernde Wassermenge war derart 
bemessen, dass 26 Rohrbrunnen 42 cbm 
Wasser zu liefern hatten. Im nördlichen Raum des 
Hauptgebäudes befand sich eine von der Kommandit- 
Gesellschaft M. Neuhaus & Co. eingerichtete Pulso 
meter-Anlage zum Betriebe der Riesenfontäne vor dem 
Hauptportal, für welche aus einer 120 m entfernten 
Wasserwerksanlage der Firma Andrzejewsky stündlich 
360 cbm gefördert werden mussten. Zum Betriebe 
der Fontäne im Karpfenteich hatte die Firma C. Hoppe 
eine elektrisch angetriebene Dreicylinderpumpe auf 
gestellt. Ausserdem war für die Wasserversorgung 
der Ausstellung von der Firma Brodnitz & Seydel 
beim Wasser- und Aussichtsturm des Hauptrestaurants 
eine Patent - Hochdruck - Doppelcentrifugalpumpe auf 
gestellt, die in der Minute 2 cbm 50 m hoch förderte. 
Für die Bedürfnisse der Fischerei-Ausstellung hatte 
dieselbe Firma eine gleiche Pumpe aufgestellt, welche 
in der Minute 1200 1 Wasser 30 m hoch förderte. 
Endlich sind noch die drei Mammut-Pumpen von 
A. Borsig zu erwähnen: die eine an der Spree zur 
Versorgung des Speisewasserbehälters im Kesselhause, 
mit einer Förderhöhe von 9 m, einer Förderrohrweite 
von 125 mm und einer Leistung von 60000 1 in der 
Stunde; die zweite bei dem Springbrunnen im Kon-
	        
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