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Das offizielle internationale Pressbureau

Full text: Berlin und seine Arbeit / Kühnemann, Fritz

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zweckmässig verteilt wurden. Die Firmen Rudolf Mosse 
und Haasenstein & Vogler, welche auf diesem Ge 
biete die reichsten Erfahrungen haben, wurden zu der 
Vermittlung dieser Aufträge dergestalt herangezogen, 
dass jeder derselben die Bearbeitung bestimmter Länder 
zugewiesen wurde. Beide Firmen haben ihre Aufgabe 
in vortrefflicher Weise erfüllt. 
Der dritte Teil der Aufgabe des offiziellen inter 
nationalen Pressbureaus, den Redakteuren und Bericht 
erstattern ihre Arbeiten in der Ausstellung so viel wie 
möglich zu erleichtern, erforderte vor allem die Veraus 
gabung der den Eintritt in die Ausstellung selbst wie 
in die Sonderausstellungen vermittelnden Einlasskarten. 
Missgriffe nach dieser Richtung hin hätten leicht ver 
hängnisvoll wirken können. Es ist daher dankbar 
veranlasst worden. Wo er ablehnte, geschah es nur, 
um nicht durch Schaffen eines Präjudizes ungemessenen 
Ansprüchen Thür und Thor zu öffnen. Es kann nicht 
wunder nehmen, dass bei einer Gesamtzahl von rund 2000 
bewilligten Press-, Dauer- und Zeitkarten eine ebenso 
grosse Anzahl verweigert werden musste. So wurden 
Karten verweigert, als noch an den letzten zwei Tagen 
der Ausstellung von auswärtigen Blättern, die von der Aus 
stellung bis dahin keinerlei Kenntnis genommen hatten, 
Karten für die Berichterstattung mit der Begründung 
erbeten wurden, dass man ihr dadurch noch wesentlich 
nützen könne. Dass es nicht ganz ohne unliebsame 
Auseinandersetzungen bei Ablehnungen! abgehen konnte, 
bedarf kaum der Erwähnung. Das Pressbureau aber 
hat die Genugthuung, dass in allen diesen Fällen 
Erdmannsdorfer Büsten fab rik. 
anzuerkennen, dass die Berliner Presse auf den Vor 
schlag des Pressbureaus, sich an dieser Arbeit zu be 
teiligen, bereitwilligst eingegangen ist. In einer am 
31. März 1896 unter dem Vorsitz des Geheimen 
Kommerzienrats Goldberger stattgehabten Versamm 
lung, in welcher fast die gesamte Berliner Presse grössten 
teils durch ihre Chefredakteure und die Fachpresse 
durch die Leiter der hervorragendsten Organe dieser 
Art vertreten waren, wurden die Grundsätze aufgestellt, 
nach welchen die Verteilung von Dauerkarten an die 
Presse Berlins und die in Berlin wohnenden Vertreter 
auswärtiger Zeitungen vorgenommen werden sollte. 
Damit war die Entscheidung in die Hand derjenigen 
gelegt, welche am besten zu beurteilen verstanden, 
wie weit ihre Wünsche und Bedürfnisse sich erstreckten. 
Im übrigen wurde ein Pressausschuss eingesetzt, 
welcher es übernahm, in Verbindung mit dem Leiter des 
Pressbureaus in allen das Verhältnis der Presse zur Aus 
stellung betreffenden Fragen gemeinsam zu beschliessen. 
Der Pressausschuss ist häufig zu Meinungsäusserungen 
schliesslich die Berechtigung seines Vorgehens von 
den anfänglich Gekränkten unumwunden zugestanden 
worden ist. Der Pressausschuss bestand aus den 
Herren Karl Vollrath, Chefredakteur der Volks 
zeitung, als erstem Vorsitzenden, Herrn Groddeck, 
Chefredakteur der Post, als stellvertretendem Vor 
sitzenden, und Herrn Karo, Chefredakteur des Kon 
fektionär, als Schriftführer, sowie den Herren ten Brink 
(Germania), Karl Hoffmann (Papier-Zeitung), Dr. Ull 
stein (Berliner Zeitung), Stephany (Vossische Zeitung), 
George Davidsohn (Berliner Börsen-Courier), Arthur 
Levysohn (Berliner Tageblatt), S. Samosch (National- 
Zeitung), Jacoby (Berliner Neueste Nachrichten) und 
A. O. Klaussmann (Offizielle Ausstellungs-Nachrichten). 
Die dem offiziellen internationalen Pressbureau 
bewilligte Summe für die Deckung seiner gesamten 
Ausgaben: die Leitung des Bureaus, die Besoldung 
der Mitarbeiter, die sehr erheblichen Druckkosten, die 
viele Tausende von Mark betragenden Porti, die an 
manche Zeitungen des Auslandes zu zahlenden Ent-
	        
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