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1. Geschichtliches

Full text: Offizieller Haupt-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 / Berliner Gewerbe-Ausstellung (1896 : Berlin)

XIV Haupt-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
die auf Millionen von Briefen ebenso viele Aufforderungen zum Besuche der 
Berliner Gewerbe-Ausstellung in die Welt hinaustrugen und neuerdings ander- 
weit vielfach nachgeahmt worden sind. In das Gebiet der Propaganda fällt 
auch die von Ausstellungswegen veranlasste Herausgabe der „Offiziellen Aus 
stellungs-Nachrichten“, eines eigenen Organs, das unmittelbar und mittelbar 
dem Werke Nutzen bringen soll. 
Das Hammerbild des jungen Malers Sütterlin war unter 98 infolge eines 
Preisausschreibens bis zum 15. Juni 1895 eingesandten Plakat-Entwürfen von 
der aus dem Arbeitsausschuss und den Herren Professoren Anton v. Werner, 
Woldemar Friedrich, Döpler d. J., Architekten Grisebach, Hoffacker und Bruno 
Schmitz bestehenden Jury, namentlich auf die dringliche Empfehlung der 
Künstler-Juroren, fast einstimmig mit dem ersten Preise ausgezeichnet und 
am 28. Juni zur Ausführung bestimmt worden. Den zweiten Preis erhielt 
Herr Julius Post, den dritten Herr Theodor Hauptmann, der vierte Preis 
wurde an die Herren Ferdinand Weidlich und W. Seliger vertheilt. Das 
Sütterlin’sche Bild hat während eines längeren Zeitraums ausserordentlich 
lebhafte Erörterungen in allen Bevölkerungskreisen hervorgerufen und gerade 
dadurch erheblich zur Verbreitung des Interesses für die Ausstellung bei 
getragen. Das Bild hat damit seinen Zweck in hervorragendstem Maasse 
erfüllt und wird, wenn auch vielfach umstritten, noch lange als ein markantes 
Beispiel des symbolistischen Kunstgeschmacks unserer Tage gelten. 
Im Dezember 1894 hatte der Arbeits-Ausschuss von dem Ministerium des 
Innern die Genehmigung zur Veranstaltung einer Ausstellungslotterie erhalten. 
Die Genehmigung erstreckt sich auf den Verkauf von 4 Millionen Lotterieloosen in 
zwei Abtheilungen, jeder von vier Serien zu 500 000 Loosen, zum Preise von 
je 1 Mark. Eine Million Loose wurde schon kurz nach der behördlichen Geneh 
migung der Lotterie an Banken (die Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, 
Parrisius & Go., die Berliner Handelsgesellschaft und die Bank für Handel 
und Industrie) fest vergeben. Die Lotterie ist zu mehreren Zwecken bestimmt: 
einmal soll sie der Ausstellung einen Beitrag zur Deckung der Kosten bringen, 
sodann zur Hebung des Kunstgewerbes beitragen und den Ausstellern, denen 
die Herstellung der Gewinne in Auftrag gegeben wird, anregende Beschäftigung 
bieten, endlich soll sie durch die Verbreitung der sorgfältig ausgewählten und 
sorgfältig gearbeiteten Gewinne zur Erhöhung und Verallgemeinerung des 
Kunstgeschmacks mitwirken. 
Bei der Bemessung der Ausgaben für die Ausstellung und der Berechnung 
ihres Etats war der Grundsatz vorsichtiger Sparsamkeit bestimmend, doch nur 
einer Sparsamkeit, die zwischen nutzbringenden und Luxus-Aufwendungen zu 
unterscheiden weiss. In einem einzigen Falle war es eine Zeit lang zweifelhaft, 
ob man eine Ausgabe in die eine oder die andere Kategorie zu bringen 
habe: als es sich nämlich darum handelte, ob die Industriegebäude, im Gegen-
	        
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