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1. Geschichtliches

Full text: Offizieller Haupt-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 / Berliner Gewerbe-Ausstellung (1896 : Berlin)

VIII Haupt-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
Jetzt handelt es sich darum, diesen Gedanken zur That werden zu lassen. 
Wir wenden uns deshalb an Alle, die im Jahre 1896 in Berlin auszustellen bereit sind, 
an die Vertreter des Handwerks und Kunsthandwerks, der Industrie und alle jene Firmen, 
die deutschen Gewerbefleiss in. Berlin vertreten. Mögen sie den beifolgenden Anmelde 
schein^ ausgefüllt recht bald an seine Adresse gelangen lassen, damit nach der Zahl der 
Anmeldungen alle weiteren Massregeln ausgeführt werden können; nur auf die Aussteller 
können wir uns bei unserem Weiterarbeiten stützen, denn diese bilden Grundlage und 
Stamm des ganzen Unternehmens; ihnen werden wir s. Z. auch weitere Mittheilungen 
zukommen lassen. 
Das Vertrauen, das sich in diesem Aufruf aussprach, wurde nicht ge 
täuscht. Binnen kürzester Frist meldeten sich zahlreiche Aussteller, wurden 
grosse Summen zum Garantiefonds gezeichnet. Auf Grund eingehender Be 
rathungen wurden die Satzungen für das Werk (Programm und Bestimmungen 
für die Beschickung der Ausstellung) beschlossen und nach eingehenden Er 
wägungen grundsätzlich festgestellt, dass nur solche Firmen zuzulassen seien, 
die in Berlin thatsächlich fabriziren oder ihre Fabriken ausserhalb der Reichs 
hauptstadt, aber in dieser ihren Hauptsitz haben. 
Hatte man bisher mit den Hindernissen rechnen müssen, die aus der 
Abneigung bestimmter enger Kreise gegen jede Ausstellung in Berlin ent 
sprangen, so erwuchs nunmehr eine neue Gefahr aus dem Eifer Derer, die 
für eine deulsch-nationale Ausstellung immer noch Begeisterung an denTag legten. 
Auch der Magistrat der Stadt Berlin, der nicht wusste, dass nach dieser 
Richtung auf genommene Fühlung schon bestimmte Ablehnung erfolgt war, 
wollte, von bester Absicht geleitet, dem bezeichneten Ziele zustreben, so dass 
der Arbeitsausschuss der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 sich veranlasst sah, 
unter dem 2. April 1894 an den Magistrat folgendes Schreiben zu richten: 
„Unwidersprochenen Zeitungsberichten zufolge hat das hochlöbliche Magistrats- 
kollegium am vergangenen Freitag den Beschluss gefasst, sich mit dem Aeltesten-Kollegium 
der Berliner Kaufmannschaft resp. durch dessen Vermittelung mit dem Deutschen 
Handelstage in Verbindung zu setzen, um zu ermitteln, ob die Vertreter des Handels und 
der Industrie eine deutsch-nationale Ausstellung wünschen, und von dem Ergebniss 
dieser Ermittelungen es abhängig zu machen, ob die städtischen Behörden weitere 
Schritte bei den Reichs- und preussischen Staatsbehörden zur Förderung des Planes 
thun sollen oder nicht. 
Nachdem wir am Mittwoch Abend die Ehre gehabt haben, in der gemischten 
Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung darzulegen, welche 
Schritte in dieser Richtung geschehen sind und welche Summe von Bemühungen ver 
geblich aufgewendet worden, um in den Einzelstaaten und in den Provinzen ein lautes 
Echo des Wunsches nach Veranstaltung einer deutsch-nationalen Ausstellung in Berlin 
zu wecken, müssen wir annehmen, dass der wohllöbliche Magistrat durch seinen Beschluss 
vom Freitag der Zuversicht hat Ausdruck geben wollen, es werde die von ihm ver- 
anlasste Umfrage einen besseren Erfolg haben. 
Es ist uns gestattet gewesen, den Mitgliedern der gemischten Deputation auseinander 
zusetzen, dass wir nach regierungsseitiger Ablehnung der internationalen Ausstellung 
nicht freiwillig und ohne Widerstreben auf Veranstaltung einer deutsch - nationalen 
Ausstellung verzichtet haben, dass wir nur Schritt um Schritt zurückwichen und das
	        
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