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1. Geschichtliches

Full text: Offizieller Haupt-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 / Berliner Gewerbe-Ausstellung (1896 : Berlin)

VI Haupt-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
batte bereits in einer Sitzung am 15. Oktober die Veranstaltung einer Berliner 
Gewerbe -Ausstellung ins Auge gefasst. Die Verwirklichung dieses Planes 
weiter in die Wege zu leiten, blieb einer Versammlung Vorbehalten, zu welcher 
Kommerzienrath Fritz Kühnemann im Anschluss an die bisher geschilderten 
Vorgänge und im Einvernehmen mit den übrigen Führern der Ausstellungs- 
Bewegung zum 15. November eine Anzahl meist im gewerblichen Leben 
stehender Männer zusammenberief, und zwar die Herren Direktor Blum, 
Kommerzienrath Dörffel, Kommerzienrath Duysen, Baumeister Felisch, Geh. 
Kommerzienrath Goldberger, Direktor Goldschmidt, Kommerzienrath Jacob, 
Direktor Krätke, Kommerzienrath Dr. Kunheim, Gartenbaudirektor Lackner, 
Fabrikant Ad. Müller, Hofgraveur R. Otto, Kommerzienrath Alb. Pfaff, Direktor 
Rummel, Fabrikbesitzer Herrn. Simon, Kommerzienrath Spindler, sowie die in 
zwischen leider verstorbenen Herren Kommerzienrath Th. Friedländer, Emst 
Füllberg, Kommerzienrath Weigert. , 
Nothgedrungen fand man sich mit der Thatsache ab, dass auf die 
Welt-Ausstellung verzichtet werden müsse. Ebenso erkannte man, dass auch der 
Gedanke einer nationalen Ausstellung aufgegeben werden musste, wenn man 
nicht Denen in die Hände arbeiten wollte, die das unerreichbare Grössere 
nur empfahlen, damit überhaupt nichts zu Stande komme. Die Versammlung 
wählte zunächst einen Arbeitsausschuss, bestehend aus Kommerzienrath Fritz 
Kübnemann, Baumeister Bernhard Felisch (Mitglied des Reichsversicherungs 
amts) und Geh. Kommerzienrath Ludwig Max Goldberger. In einer weiteren 
Sitzung am 6. Dezember wurde ein geschäftsführender Ausschuss gewählt, der 
sich aus den Herren Kommerzienrath Fritz Kühnemann, Baumeister Bernhard 
Felisch, Geh. Kommerzienrath Ludwig Max Goldberger. Kommerzienrath Paul 
Dörffel, Direktor Fr. Goldschmidt, Kommerzienrath E. Jacob, Kommerzienrath 
Dr. Kunheim, Kommerzienrath Pfaff und Kommerzienrath Carl Spindler zu 
sammensetzte. Dieser Ausschuss erliess Anfang Januar 1893 nachstehenden 
Aufruf an die betheiligten Kreise: 
„Seit Jahren lebte in der heimischen Bevölkerung der Gedanke, eine Welt- 
Ausstellung in Berlin verwirklicht zu sehen. Was andere Hauptstädte Europas, zum 
Theil schon wiederholt, vermocht und mit glänzendem Erfolge durchgeführt haben, 
durfte der Hauptstadt des Deutschen Reiches nicht unerreichbar erscheinen. 
Der Welt-Ausstellungs-Gedanke hatte in allen betheiligten Kreisen, bei allen Bürgern 
unserer Stadt und auch im Deutschen Reich so festen Fuss gefasst, dass im Früh- 
sommer dieses Jahres nicht mehr das „Ob“, sondern nur das „Wann“ und „auf welchem 
Platze“ erwogen wurde. 
Und nun muss der Plan, in absehbarer Zeit eine Welt-Ausstellung in Berlin zu 
sehen, als völlig aufgegeben gelten, und unfruchtbar wäre es heut, über das „Warum“ 
nachzudenken. Nehmen wir an, die Regierung hat Alles erwogen, bevor sie sich gegen 
die Welt-Ausstellung erklärte. 
Aber soll nun jeder Gedanke an eine andere Ausstellung beseitigt sein? Soll die 
Hauptstadt des Deutschen Reiches, die ohne Gleichen emporgediehen ist im Reich
	        
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