Path:
Gruppe XX. Untergruppe: Seefischerei [Erläuterndes Verzeichniss der ausgestellten Gegenstände]

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

72 
Deutsche Fischerei-Ausstellung Berlin 18% 
Ausstellung^ - Obj ekte. 
3303 Deutscher Seefischerei-Verein, Berlin. 
1. Die Fisch-Kosthalle, zwischen Alpen-Panorama und Fischereigebäude 
gelegen, ist bestimmt, 500 Personen gleichzeitig mit billiger Fischkost zu versorgen, 
unter Leitung der Firma Hiller & Dressei in Berlin. In derselben: 
2. Diorama der Hochseefischerei mit Dampfern, gemalt von den Marine- 
Malern Becker und Wendling aus Düsseldorf, gestiftet von den vereinigten Dampfer- 
Rhedern von Geestemünde, Bremerhaven, Hamburg, Altona und Cranz a. E. Das 
Bild stellt die Dampferfischerei auf der Nordsee dar. Im Vordergründe befindet 
sich ein Fischdampfer auf welchem die Mannschaft gerade beschäftigt ist, das 
Netz aufzuholen, nachdem die Kurre (oder der Schleppbaum) bereits an Deck 
gebracht ist. Rechts davon ist ein Dampfer dargestellt, auf welchem man auch 
den Steert oder das letzte Ende des Netzes, in welchem sich der Fang befindet, 
über dem Vorderdeck aufgewunden hat, um denselben durch Lösen einer Schlinge 
am unteren Ende auf Deck zu entleeren. Auf der linken Seite des Bildes ist 
ein Dampfer damit beschäftigt, das Netz loszuwerfen, der vordere Theil der Kurre 
ist bereits über Bord. Der Dampfer geht unter Volldampf und beschreibt eine 
scharfe Kurve nach rechts, wodurch verhindert wird, dass sich das an der Seite 
treibende Netz in die Schraube verwickelt. Rechts davon, etwas weiter entfernt, 
zeigt sich noch ein Fischdampfer, welcher sein Netz an Grund hat und mit 
halber Kraft vorwärts geht. Im Uebrigen wird die Szene durch einen Schuner und 
eine Anzahl von Fischer-Ewern und -Kuttern (wie solche in natura auch auf der 
Spree als Ausstellungsobjekte verankert liegen) belebt. In weiter Ferne erblickt 
man einen Schnelldampfer und weiter links zwischen den Fischerfahrzeugen ein 
Stück der Insel Helgoland. 
3. Kühlraum mit Kältemaschine. Die zur Abkühlung des Fisch-Aufbe 
wahrungs-Raumes verwendete Kühlmaschine ist eine Kohlensäure-Kompressions- 
Maschine, welche von der Act.-Ges. L. A. Riedinger in Augsburg gebaut ist. 
Der Antrieb erfolgt durch einen liegenden Motor der Gasmotorenfabrik Deutz. 
Die Kühlmaschine besteht aus der Kompressions-Pumpe, dem Schlangen-Konden- 
sator, den Verdampferschlangen, dem Ventilator und den nöthigen Verbindungs 
leitungen der vorstehenden Apparate. Die durch Komprimirung und Abkühlung 
im Kondensator erzeugte flüssige Kohlensäure gelangt nach Durchströmen eines 
Regulir-Ventils als gasförmige Kohlensäure in die Verdampferschlangen, welche 
im Fisch-Kühlraum liegen und so die direkt erzeugte Kälte dem Raume abgeben. 
Die in zwei Systeme neben einander geschalteten Verdampferschlangen sind ab 
wechselnd im Betrieb. Ein System bereift, das andere System thaut ab. Das 
Thauwasser wird direkt abgeführt; die Luft wird durch diese Einrichtung gereinigt 
und abgekühlt. Ein Ventilator bewirkt eine gleichmässige Temperatur-Vertheilung 
im Kühlraum und kann auch durch geeignete Klappenstellung zur Erneuerung 
der Kühlraumluft benutzt werden. Gearbeitet wird stets mit ein und derselben 
Kohlensäure, welche nur selten geringer Nachfüllung bedarf, so dass die Betriebs 
kosten sich fast lediglich auf den Gasverbrauch des Gasmotors beschränken. 
4. Das „Paradebett“ wird vom Kühlraum aus gekühlt und enthält unter 
Glasbedeckung Proben der für die Kosthalle bezogenen frischen Fische. — Auf 
einer Auslage neben dem Paradebett stellt die Firma Lindenberg in Berlin frische 
Fische auf Eis aus. 
5. Auf der Spree vor dem Fischereigebäude verankerte Flotte von Original- 
Fischerfahrzeugen, welche einige Haupttypen der Nord- und Ostsee-Betriebe 
repräsentiren.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.