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Fischerei-Geschichtliche Abtheilung Einleitung: Geschichtliches über das Fischwesen in der Provinz Brandenburg

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

EINLEITUNG. 
Geschichtliches über das Fischwesen in der 
Provinz Brandenburg. 
D 
a) Vorgeschichtliche Periode. 
1. Die Vorwendische Zeit. 
„Fischfang, Vogelfang und Wildfang ist ohne 
Zweifel gewesen von der Welt Anfang her.“ 
^EU alte Colerus hat in der Tliat Recht, wenn er meint, wie der Fischfang 
von der Welt Anfang her sei. Soweit unsere vorgeschichtliche Kunde 
reicht, sind die ältesten Völker Jäger- und Fischer-Völker. Hausthiere 
existiren bei ihnen, etwa vom Hund abgesehen, noch nicht. Erst unter den 
Nomadenstämmen tritt der Viehstand auf, noch weit später entwickelt sich der 
Ackerbau und erst mit diesem findet sich die Sesshaftigkeit, die Anlage fester 
Wohnplätze beim Menschen vor. 
Herumschweifend haben wir uns die Fischerstämme in der Mark während 
der Steinzeit zu denken. Angelhaken, aus Feuerstein oder Knochen gefertigt und 
mit dem Köder versehen, dienten zur Berückung namentlich grosser Fische, wie 
des Lachses. Daneben scheint das Betäuben der Fische Winters durch starkes 
Schlagen mit Steinhämmern und Keulen auf die Eisfläche, ebenso das Stechen 
der Fische, namentlich der Hechte, mit rohen Speeren und Spitzen aus Holz, 
Stein oder Knochen üblich gewesen zu sein. Uralt ist die Kunst des Flechtens 
und Webens; die schweizerischen Seen mit Ueberresten und Fundstücken aus 
der reinen, absolut metalllosen Steinzeit haben uns Schnüre und Netze geliefert; 
nichts steht im Wege, auch für die Steinzeit der Mark den regelrechten Fisch 
fang mit Garn und Netz anzunehmen. Nicht selten finden sich unter tiefen Torf- 
schichten auf dem Grunde früherer Gewässer der Mark die Kähne dieser primi 
tiven Fischer, aussen mit Steinbeilen roh zugehauen, innen durch Brennen aus 
einem einzigen Stamm, mitunter von wahren Baumriesen, angefertigt. Nicht un 
ansehnlich und mit eigenthümlicher stilvoller Ornamentik ausgestattet ist die 
Töpferwaare, das Fischkochgeschirr der Fischerstämme der Marken, von dem sich 
erst wenige Reste, die einzigen aus unserer Gegend überhaupt bislang aufgefunden, 
im Märkischen Museum befinden. 
Welcher Basse diese älteste Fischerbevölkerung der Mark angehört hat, ist 
beim Mangel an Schädeln derselben in unseren Sammlungen zur Zeit noch nicht 
ganz sicher festgestellt. 
Dass auf die Steinzeit in der Provinz Brandenburg eine Periode folgte, in 
welcher ausser den Steinwerkzeugen kunstvoll gearbeitete Werkzeuge aus Bronze,
	        
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