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Gruppe XX. Untergruppe: Seefischerei Ausländische Fahrzeuge und Geräthe

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

Seefischerei 
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andererseits an einem Stein oder an einem Flott befestigt ist, dient zum Herauf 
ziehen des Korbes, welcher seines Fanges entleert und voii neuem mit Köder 
beschickt wird. Man fängt mit diesen Körben verschiedene Fische und Krebse. 
(Schiemenz.) 
24. Fischernititze („Beretta“) aus Neapel. Diese Mütze besteht aus einem 
etwa 1-3 cm langen und etwa 20 cm breiten, aus dunkelrother (selten schwarzer) 
grober Wolle gewebten Sack. Beim Aufsetzen wird das obere Zipfelende meist 
nach vorn übergeklappt (phrygische Mütze). Die Mütze dient zugleich als Porte- 
monnai und Tasche und in ihrem geräumigen umgeklappten Theile werden auch 
die kurze Thonpfeife und der Tabak aufbewahrt. Der Gebrauch dieser histo 
rischen Kopfbedeckung hat sehr abgenommen, und man findet sie heutzutage 
eigentlich nur noch bei alten Leuten. — (Schiemenz.) 
25. Zugband („Collare“) der Sciaveea-Fischer aus Neapel in natura. Das 
Zugband besteht aus einem breiten, aus grobem Bindfaden gewebten Bande, 
an welchem mittelst eines kurzen gebräunten Hanfstrickes ein kleiner durch 
bohrter cylindrischer Holzklotz („Pumo“) befestigt ist. Ein Knoten am unteren 
Ende verbindet, dass dieser sich aus dem Holzklotz herauszieht. Beim Gebrauch 
wird das Ende des Strickes mit dem Holzcylinder um die Zugleine der Sciaveca 
geschlungen, der Holzcylinder in die volle Hand genommen und mit dem Daumen 
an die Leine angedrückt. Die Fischer gehen beim Ziehen rückwärts. — (Schiemenz.) 
3408 Edden, Königl. Fischmeister, Altona. 
Schwedisches Heringstreibnetz von 54 m Länge und 3,40 m Tiefe. An 
schaffungspreis 36 Mark. Diese Netze sind zur Versuchsfischerei in den Nordsee 
küstengewässern auf Staatskosten angeschafft. — (Decker.) 
Netz-, Tauwerk- und Korkfabriken, Rettungs-, Beleuchtungs 
und Bekleidungswesen. 
(Die Gegenstände dieser Gruppe befinden sich sämmtlich [mit Ausnahme der 
besonders bezeichneten Nummern]An dem grünen Saal gegenüber dem Paradebett.) 
3409 Mechanische Netzfabrik, Itzehoe. 
1. Netze zum Fang von Anchovis, Heringen, Sardinen für Holland, Frank 
reich, Dänemark, Schottland, Norwegen, Finnland und für das adriatische Meer; 
Eckernförder Sprottnetz; ein geöltes und ein getheertes Hochseeheringsnetz; 
Störnetz: verschiedene Fischergarne aus Baumwolle und Hanf: Tauwerke, Korke 
und Bleie in verschiedenen Stärken. 2. Verschiedene zusammengelegte Netze 
für Hochseefischerei. 
3410 J. H. Meves & von Eitzen, Netzmacher, Altona. 
1. Das Modell eines Grundschleppnetzes (Baumkurre), Trawlnetz für Fisch 
dampfer. Grössenverhältniss 1 : 10. Dieses Netz dient das ganze Jahr hindurch 
in der Nordsee zum Fange der am Meeresboden sich auf'haitenden Fische. Den 
Hauptfang bilden: Schellfische, Kabliau, Schollen, Seehechte, Rochen, Steinbutt, 
Kleiste und Seezungen. Die Fischdampfer führen an jeder Seite ein solches Netz, 
welches abwechselnd mittelst Dampfkraft an langer Stahltrosse über den Meeres 
grund fortbewegt wird. Vgl. No. 3421. 
2. Das Modell eines baumlosen Grundschleppnetzes für Fischdampfer mit 
Scheerbrettern. Grössenverhältniss 1 : 10. Das Netz wird wie das Baumnetz ge 
braucht, es ist jedoch noch nicht festgestellt, welchem der beiden Netze der Vorzug 
gebührt. Die Scheerbretter halten das Netz infolge ihrer Stellung zur Schlepp 
leine offen, indem ein Scheerbrett rechts, das andere links ausscheert, sobald sie 
durchs Wasser gezogen werden, bis das Obersimm straff ist. Die Breite des 
Netzes beträgt ca. 25 m, die Länge oder Tiefe ca. 37 m. Die Patentscheer- 
bretter sind 2,15 m lang, 1,30 m hoch und haben ein Gewicht von 325—350 kg.
	        
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