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Gruppe XX. Untergruppe: Seefischerei [Erläuterndes Verzeichniss der ausgestellten Gegenstände]

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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Deutsche Fischerei-Ausstellung Berlin 1896 
n) Schellfische und Kabliau im getrockneten und gepökelten Zustande 
(sogen. Backsolt — wichtigste Winternahrung der Inselbewohner). 
(NB. Verschiedene für den Fang benutzte Köderarten findet man in der 
wissenschaftlichen Abtheilung.) 
4. Der Fang von Austern auf der der Gemeinde Helgoland gehörigen Bank 
ergab früher Ausbeuten von '/ 2 bis 4 / 5 Millionen Stück p. a. Jetzt ist die Be 
fischung lahm gelegt, da Helgoland bis zum Jahre 1910 Zollausland bleibt. Den 
daraus erwachsenden Einfuhrzoll (48 Mk. p. 100 kg) vermag die Helgoländer 
Auster wegen ihres bedeutenden Gewichts nicht zu tragen. Thatsächlich ge 
langen jetzt keine Helgoländer Austern ans Festland, und alles, was dennoch mit 
diesem Namen belegt wird, entstammt den Bänken der offenen Nordsee, die ein 
im Allgemeinen geringeres Material liefern. (NB. Proben von Helgoländer Austern 
und eine Darstellung der Helgoländer Austernbank findet man in der wissen 
schaftlichen Abtheilung der Ausstellung.) 
o) A'usterndredge, Schleppnetz zum Fange von Austern. 
5. Die kleine und Gelegenheitsfischerei ist vertreten durch folgende Ge- 
räthe und Modelle: 
p) Fischkörbe zum Fang von Dorsch. Aalmutter etc., desgl. zum Fange 
von Köder (Taschenkrebse), 
q) Aalkorb zum Fange von Aal. 
r) Stecklade zum Fange von Aal, 
s) Fuke, Korbreuse zum Fange von Aal, Aalmutter etc., 
t) Zugnetz (Seine) zum Fange von Steinbutt, 
u) Stellnetz zum Fange von Schollen und Butt, 
v) Langleine zum Fange von Schollen und Scharben, 
w) Dorschhandangeln, 
x) Makrelenschleppangeln, 
y) Pr icke zum Buttstechen, 
z) Haken zum Fange von „Happot“ (Cyclopterus lumpus). 
6. Die Wasserjagd und der Vogelfang erfreuen sich in Helgoland einer so 
bedeutenden Entwickelung, dass sie eine eigene Industrie ins Leben gerufen 
haben, welche die Verarbeitung und Verwerthung von Vogelbälgen und die Her 
stellung der sog’en. Mövenartikel besorgt. Ausserdem spielen diese Betriebe eine 
wichtige Rolle für die Versorgung der Inselbewohner mit Nahrungsmitteln. 
ci) Netz zum Fange von Enten und Tauchern, 
,?) Netz zum Schnepfenfange im Original und Modell, 
y) Netze, Kätscher und Apparate zum Fange kleinerer Vögel auf 
dem Lande. — (Dr. Ehrenbaum.) 
3406 J. Krüss Aeuekens, Fabrik von Mövenartikeln, Helgoland. 
Mövenindustrie und deren Produkte (Baretts, Muffs, Boas, Kästchen, Taschen, 
u. s. w. aus Möven (Rissa tridactyla, Larus marinus u. minutus), Seeschwalben, 
Trauerenten (Oedemia nigra) und anderen Seevögeln (Mergus serrator, Somateria 
mollissima, Podiceps subcristatus, Harelda glacialis, Uria troile, Lestris pomatorhina, 
Alca torda). 
Ausländische Fahrzeuge und Geräthe. 
3407 Deutscher Seefisehereiverein. 
1. Dänischer Fischkutter zum Frischfischfang, Halbrumpfmodell. (1890.) 
Dazu 2 eingerahmte Zeichnungen. Das 30 Tons fassende Schiff ist klink gebaut, 
im Kiel 12 m, über Steven 16 m lang, 4 l / 2 m breit und 2 m tief. Es besitzt 
einen Hauptmast (10% m) und einen Besanmast (7*/2 m), Anschaffungswerth 
10125 Mark. Ballast 1000 kg. Besatzung 5 bis 6 Mann. Die Netzausrüstung 
besteht in Snurrewaaden (vergl. unten No. 9) und zugehörigen etwa 1883 m langen 
Leinen. Letztere kosten 79 Mark. Das Schiff sucht die Fische im Kattegat, 
Skagerrak und der Nordsee auf und erzielt einen Jahresertrag von etwa 11 500 Mark, 
von denen der vierte Theil auf das Schiff, das übrige an die Fischer fällt.
	        
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