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Gruppe XX. Untergruppe: Seefischerei [Erläuterndes Verzeichniss der ausgestellten Gegenstände]

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

Seefischerei 
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4. grössere Segelboote (Modell"). Die Firma Elise Siefken in Varel benutzt 
wegen der vielen Fangplätze, auf denen sie fischen lässt, den auf der Photo 
graphie (No. 14) dargestellten 
14. Dampfer. Die Fahrzeuge fahren bei jeder Tiede, also täglich zweimal. 
2 bis 3 Stunden nach Hochwasser auf die Fangplätze hinaus, leeren die Körbe 
und sortiren auf der Rückreise mittelst 
5. hölzerner Siebe (Modell) ihren Fang. Die grösseren essbaren Granat 
werden in den Fischerhäusern in 
6—7. Kochern von Blech oder Holz (Modelle No. 6 und 7) in reinem See 
wasser aufgekocht. Hierauf werden die gekochten Granat mit kaltem Wasser 
gespült und auf 
8. Kühlsieben (Modell No. 8) ausgebreitet. Nachdem die Granat dann noch 
mit Salz bestreut sind, ist die Waare versandtfertig. Werden Dampfschiffe 
zur Heimschaffung des Fanges benutzt, so geschieht das Kochen der Granat an 
Bord mittelst Dampfes. Die kleinen, zum Verspeisen nicht geeigneten Granat 
werden zu Dungzwecken oder in gedörrtem Zustand als Geflügelfutter verwandt. 
Um den begründeten Klagen über Abnahme des Fanges zu begegnen, ist durch 
Verordnung der Grossherzoglichen Regierung vom 11. März 1892 angeordnet, dass 
zum Granatfischen nur noch Körbe mit mindestens 6 mm Stabweite benutzt 
werden dürfen. Zunächst wurde der hintere Theil des Korbes, das sogenannte 
9. Steertstück aus Holzstäben hergestellt (Modell No. 9). Sodann kommen 
10. Körbe in Gebrauch, welche ganz aus pitch-pine-Stäben hergestellt sind 
(Modell No. 10). Endlich sind auch 
11. Körbe mit Seitenflügeln (Modell No. 11) in Betrieb gesetzt. Neben den 
Körben werden zum Fangen der Granat auch vereinzelt Netze benutzt, und zwar: 
12. Stellnetze, Modell No. 12, zum Fischen in Prielen mit tiefem Wasser, 
13. Grundnetze, Modell No. 13, welche von Fahrzeugen geschleppt und zum 
Abfischen des tiefen Watts benutzt werden. 
15. Die Photographie No. 15 stellt eine im Betriebe befindliche Granat 
fischerei im Vareler Watt des Jadebusens dar. — (Scheer.) 
3400 Eilt. S. Jacobs, Fischer, Neuharlingersiel (Ostfriesland). 
1. Ein Aalkorb von Garnmaschen (Aalfuke) mit bleibeschwertem, lose 
hängendem Unterschlag, welcher auch auf unebenem Grunde vollständig aufliegt; 
wird an der ostfriesischen Küste benutzt. Der äusserste Theil, in dem sich der 
Fang befindet, bildet einen Theil für sich und heisst der Kikebus. 
2. Eine Garneelenkurre,*) kömpletmit Baum und Eisenbügel (Grundschleppnetz), 
zum Garneelenfang an der ostfriesischen Küste. Die Angelfischer benutzen diese 
Kurre vielfach zur Beschaffung des Köders für ihre Angel. Der Anschaffungspreis 
stellt sich je nach Grösse derselben auf 45 bis 60 M. komplet. — Decker. 
3. Zungenkurre,*) mit der Neuerung, dass eine Einkehle darin vorhanden ist. 
4. Modell eines Fischdampferschleppnetzes mit verändertem Steerttheil. 
3401 Fisehereizweigverein Norderney. (Fischhändler G. G. von Oteren- 
dorp, Norderney.) 
1. Fischereischaluppe aus dem Anfang dieses Jahrhunderts. Modell. (S. Z. 
Meisterstück des Schiffsbaumeisters Höling.) Aelterer Typus, z. Th. noch bis 
1865 im Gebrauch. 
2. Jetzt gebrauchte Schaluppe. Modell (Fischer H. O. Albers). Tief 
gang 3 bis 4 Fuss. Focksegel mit losen Schooten, loser Klüfockstock und grosser 
Klüfock. 
3. Drei „Back Want“ für Angelfischerei und zwar: a) mit Köder versehen 
(Wattenwurm in Kitt nachgebildet); b) nach dem Gebrauch, Fang abgelöst, noch 
mit Tang, Muscheln, Seesternen und einigen kleinen Plattfischen besetzt; c) nach 
Gebrauch fertig geordnet und zum Trocknen am Spliet aufgehängt. Vgl. No. 3403. 1. 
*) In der Zelthalle hinter der Fischkosthalle. 
Via 9
	        
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