Path:
Gruppe XX. Untergruppe: Seefischerei [Erläuterndes Verzeichniss der ausgestellten Gegenstände]

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

Seefischerei 
117 
*) Ist seiner Grösse wegen in der Zelthalle hinter der Kosthalle autgesiellt. 
f) Im Diorama in der Fischkosthalle. 
Der Anschaffungspreis des Netzes stellt sich auf 75 Mark, incl. Baum, Bügel und 
Schlepptau jedoch auf 315 Mark. 
1 a. Modell einer Kurre für Segelkutter und Ewer; wird fast das ganze Jahr 
hindurch in der Nordsee benutzt, liefert im Frühjahr hauptsächlich Schollen, im 
Sommer Zungen, Steinbutt und Kleiste und im Winter Austern. Man unter 
scheidet Schollen-, Zungen- und Auslernkurren, erstere beiden haben verschiedene 
Maschenweite, sind reichlich 9 m breit und ca. 25 m tief oder lang, während 
die Austernkurre kleiner, ca. C m breit und ca. 12 m tief oder lang und mit 
Cocostau benäht und dadurch gegen Verschliss geschützt ist. Anschaffungspreis 
für Schollenkurre 75 Mark, für Austernkurre 160 Mark. 
2. Theil eines Schollengarns. 1 *) Mit diesen Netzen wurde in früheren Jahren, 
als man die Kurre noch nicht kannte, von den Blankeneser etc. Hochseefischern 
der Schollenfang etc. betrieben. 
3. Modell eines Hochseefischerkutters vollständig getakelt, mit Fischerei- 
geräthen ausgerüstet und sein Netz schlagend dargestellt. 
4. Modell eines Fischerewers, die eine Seite offen, einen Blick in das 
Innere gewährend. 
5. Ein Laageisen, flacher Bügel mit Stiel mit eingeknotetem Netz; dient zum 
Herausholen der Fische aus der Fischbünne. 
6. Ein Kätscher,*) Rundbtigel mit eingeknotetem Netz und Stiel, dient zur 
Entleerung der Kurre, wenn der Fang so gross ist, dass man ihn mit den Händen 
nicht an Bord heben kann. — (Decker.) 
3359 Seefischerkasse zu Finkenwärder bei Hamburg. 
1. Zungenkurre.*) In wirklicher Grösse, ein 19 m langes, hinten engmaschiger 
werdendes und in einem Steert auslaufendes Netz, das am Eingänge in zwei 
durch einen Baum verbundene Eisen gespannt wird und auf diese Weise eine 
9,20 m breite und 0,70 m hohe viereckige Oeffnung hat. Die Kurre wird von 
dem segelnden Ewer, an den sie durch eine Leine befestigt ist, am Grunde fort 
geschleppt und dient zum Fange von Plattfischen. Preis ohne Zubehör 60 Mark, 
mit Ausrüstung 300 Mark. 
2. Austernkurre.*) In wirklicher Grösse, 13 m lang und 6,30 m breit mit 
überall 9 cm weiten, sehr starken Maschen: kostet ohne Eisen, Baum und Taue 
200 Mark, mit sämmtlichem Zubehör 400 Mark. Vgl. No. 3358. 1 a. 
3. Sprotthamen in wirklicher Grösse. Beschreibung siehe No. 3410. 3. 
4. (6.) Fischerkleidung eines Finkenwärders-t) 
Peter Fick, Obervorsteher der Seefischerkasse Finkenwärder. 
5. Zwei alte Schollengarne,*) in natura, wurden zu Anfang dieses Jahrhunderts 
in See und auf den Watten beim Fange der Plattfische (Schollen, Zungen, Steinbutt) 
benutzt. — (Bosenick.) 
3360 Kai Kröger, Segelrnacher, Finkenwärder. 
Chronologisch geordnete Zeichnungen, die die Betakelung der Finken 
wärder Seefischerfahrzeuge von den Anfängen der Fischerei bis jetzt darsteilen. 
a) Vom Beginn der Fischerei bis 1835. Die Ewer hatten einen Pfablmast 
zum Niederlegen mit Raasegel. 
b) Von 1835 bis 1860. Der Mast ist nicht mehr niederzulegen, das Segel ist 
gighartig eingerichtet. 
c) Alter einmastiger Ewer, umgetakelt zu einem Besanewer. Dem Gross 
mast ist ein Besanmast beigelügt. Der Ewer hat bereits fünf Segel: vor dem 
Grossmast, Klüwer und Fock, hinter demselben Grosssegel und Gaffeltoppsegel, 
am Besan das Besansegel. 
d) Ewer als Besanewer gebaut. Der Hauptmast ist nach vorn gerückt, 
um der hinteren Takelung Platz zu machen; statt des grossen Klüvers kann bei
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.