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Gruppe XX. Untergruppe: Seefischerei [Erläuterndes Verzeichniss der ausgestellten Gegenstände]

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

Seefischerei 
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tisch (ein Plötz, Brachse oder Karausche) an einem Pferdehaar, welches am Rücken 
des Fisches befestigt ist und auf dem Eise mit einem Stein festgehalten wird, 
hineingehängt; durch den Köderfisch ist ein Messingdraht mit einem Doppelhaken 
(am besten ein Schluckhaken) gezogen, der an einer Angelschnur sitzt, welche 
wieder an einem auf dem Grunde des flachen Gewässers liegenden Stein gebunden 
ist. Das Aufheben der Angelschnur geschieht mittelst eines Piekhakens. Diese 
Art der Fischerei wird von Warnemündern viel auf dem Breitling betrieben und 
liefert oft beträchtliche Mengen grosser Hechte. 
Fischer J. Wendt, Warnemünde. 
35. Brachsennetz. Die Brachsennetze werden im Monat Mai, wenn der 
Brachsen aus See in den Breitling und die Warnow einzieht um zu laichen, 
gebraucht. 
36. Heringsnetz (getheert). Länge 4000 Knoten, Tiefe 120 Maschen; Maschen 
weite 24 mm. Heringsnetze werden im Frühjahr und in den letzten Jahren auch 
mit sehr gutem Erfolg im Herbst, Ende August und September gebraucht. 
Fischer Peters, Susemihl. 
37. Heringsnetz (getheert). Länge 4000 Knoten, Tiefe 60 Maschen, Maschen 
weite 21 mm. 
Fischer Scliuldt, Warnemünde. 
38. Eine Partie Dorschangeln mit Besteck, fertig zum Aussetzen; in einer 
Mulde. Länge der Schnur 250 m, mit 220 Angeln; der Besteck, zu dem Herings 
stücke verwandt werden, ist durch Korkstücke angedeutet. 
Seiler Gh. Bollwahn, Warnemünde. 
39. 2 Heringsnetze, leicht mit verdünntem schwedischen Theer getheert. 
a) Länge 4000 Knoten, Tiefe 120 Maschen, Maschenweite 24 mm, Garn so ,' (; ; 
b) Länge 4000 Knoten, Tiefe 80 Maschen, Maschenweite 22 mm, Garn 12 %. 
40. Getheertes Plumpnetz. Länge 1500 Knoten. Tiefe 42 Maschen, Maschen* 
weite 35 mm, Garn W». 
41. Getheertes Schollennetz. Länge 2020 Knoten, Tiefe 12 Maschen, 
Maschenweite 60 mm, Garn — Die Netze No. 39—41 stellen einen Versuch 
dar, feine Stellnetze auf eine besondere von Gh. Bollwohn erdachte Weise zu 
theeren und durch Theeren zu konserviren, ohne dass sie steif, hart oder brüchig 
werden. 
42. 3 Simme für Lädderings- resp. Heringsnetze (100 m lang), für Barsch 
netze (125 m laug) und für Schollennelze (125 m lang) aus bestem russischen 
Hanf. 
43. Zeese zum Schollenfang in halber Grösse (angefertigt vom Fischer 
H. Iloltz). Simme. Stroh und Maschenweite des Garnes entsprechend dem normalen 
Zustand; die Leinen w'erden beim Fang um je 130 m verlängert. Natürliche 
Länge des Sackes 5 m. der Flügel je 3 A m. Umfang des Sackes 120 Maschen 
bei 45 mm Maschenweite; der Sack läuft nach hinten spitz zu. Länge der Leinen 
auf jeder Seite 150 m; 50—60 in werden auf jeder Seite mit Stroh versehen, 
zum Aufscheuchen der Scholle, und mit Steinen beschwert. Eine Kehle findet 
sich im Sack nicht; hierdurch, sowie durch abweichende Maschenweite und durch 
die Strobscheueher unterscheidet sich die Schollenzeese von der in Wismar’sehen 
Gewässern, im Salzhaff .und im Saaler Bodden gebräuchlichen Aalzeese, deren 
Sack auch nicht spitz zuläuft, sondern breit bleibt. Ebenfalls breit bleibt die 
Fischländer (Vierhäger) Schollenzeese. 
44. Eine Fischlucke (Bleifisch zum Dorschfang) und ein Hechtstecheisen. 
Letzteres wird zum Hechtfang in Gräben und auf Wiesen im Frühjahr während 
der Laichzeit (Alärz und April) benutzt, obgleich es verboten ist. 
45. 2 Schlepp- oder Jagdangeln für Hecht. Beim Segeln auf Breitling und 
Warnow gebraucht.
	        
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