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Gruppe XX. Untergruppe: Seefischerei [Erläuterndes Verzeichniss der ausgestellten Gegenstände]

Full text: Deutsche Fischerei-Ausstellung auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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Deutsche Fischerei-Ausstellung Berlin 189G 
werden Aale, Sprotten, Heringe, Schollen, Flundern, Plötzen, Dorsche und 
Knurrhähne. 
Gefeuert wird hauptsächlich mit Buchenholz, aber auch mit Eichenholz. 
3349 Mecklenburgische Kollektivausstellung. Aussteller: Dr. W. 
Dröscher-Schwerin für den Mecklenburgischen Fischerei verein. 
Fischer Kliiss, Tarnewitzer Kamp. 
1. Dorschkorb. Modell 1 : 2. Derselbe wird in der Wismarsehen Bucht und 
im Alt-Gaarzer Salzhaff zum Fang von Dorschen im Herbst und Frühjahr und 
stellenweise auch im Winter unter dem Eise gebraucht. 
2. Meerweib zum Fang von Heringen und Dorschen. Modell. Ein veraltetes 
und ausser Gebrauch gestelltes Geräth, welches durch die zweckmässigeren Strand 
reusen verdrängt ist. 
3. Krabbenschiebehamen. Modell. Derselbe wird nur noch vereinzelt zum 
Fang von Speisekrabben, Palaemon squilla, die meistens mit Krabbenkörben 
(Reusen) und mit der Zeese gefangen werden, verwandt: dagegen ganz allgemein 
zum Fang der als Angelbesteck (für Aal-, Dorsch- und Buttangeln) gebrauchten 
Steinkrabben (Crangon vulgaris); dieses Besteckfischen nach Steinkrabben mit 
dem Schiebehamen geschieht auf ganz flachem Wasser und sandigem Untergrund 
dicht am Strande. 
Fischer C. Kliiss, Vor-Wendorf b. Wismar. 
4. 1 Bund Dorschnetz. Länge des eingestellten Netzes 100 m, Länge des 
dazu verwandten Netztuches 150 m, Tiefe: 45 Maschen. Maschenweite 35 mm, 
Beschwerung der Untersim' ie je nach der Bewachsung des Untergrundes, der 
Strömung und der Menge des vom Wasser mitgeführten Schlammes durch an 
gebundene Steine oder aufgestreifte Bleiröhren. Die meisten Fischer haben 
20 Bund solcher Netze im Gebrauch. Beim Aussetzen werden 4- Bund aneinander 
gebunden und in eine Mulde gelegt, cf. No. 6. 
5. 1 Bund Schollennetze, cf. No. 4. Maschenweite 60 mm. 
6. 4 Bund Dorschnetze in einer Mulde, mit Steinen versehen zum Aussetzen 
fertig. Vergl. No. 4. 
7. Je 1 Klammer Aal- und Buttangeln. Als Besteck derselben werden 
Krabben oder Sandwürmer verwandt. 
8. 1 Eisschlitten zum Aalstechen im Winter; dazu 1 Eispieke. 1 Eisaxt, 
1 sechsschaliges Aaleisen mit befestigten Kelsen, 1 fünfschaliges starkes Aaleisen 
zum Gebrauch auf steinigem Grunde mit losen Kelsen. 1 Paar Eissporen. 
9. 2 Aalharken, darunter eine von so einfacher Konstruktion, dass jeder 
Fischer sie selbst anfertigen kann. Die Aalharke wird in mecklenburgischen 
Küstengewässern vielfach zum Aalfang benutzt, obgleich sie ein verbotenes Ge 
räth ist. Sie wird auf dreierlei Art gebraucht: 1. es wird damit bei Tage auf 
Gerathewohl blind in den Schlamm etc., in und auf dem der Aal liegt, hinein 
gehauen, 2. es wird damit gesegelt (Segelharke), 3. es wird damit des Nachts 
beim Scheine eines Kienfeuers, das in einem eisernen Korbe angezündet und 
seitwärts oder rückwärts .aus dem Kahn herausgehängt wird, oder beim Schein 
einer besonderen Laterne nach den auf flachem Wasser laufenden Aalen ge 
schlagen (Schlagharke). Diese Methode, die nur bei völliger Windstille ausgeführt 
werden kann, heisst Blusen. Es gehört ein sehr flachgehender, leichter Kahn 
dazu. 
10. 2 eiserne Körbe für Kienfeuer zum Bliisen. cf. Bemerkung zu No. 9. 
11. 1 Blüslaterne cf. Bemerkung zu No. 9. 
12. Modell zur Veranschaulichung des Aalstechens; 2 Boote a) zum 
Hauen von Aalen mit der Aalharke am Tage, b) zum Stechen von Aalen mit dem 
Stecheisen, resp. zum Hauen der Aale mit der Harke bei Kienfeuer des Nachts 
(Blusen), cf. Bemerkung No. 9.
	        
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