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Full text: Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896 / Meineke, Gustav

Gruppe XXITI. Kolonial-Ausstellung 
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Die an den Wänden angebrachten Schädel und Gehörne wurden von 
L. Gonradt in Bismarckburg gesammelt und an das Kgl. Museum für Natur 
kunde geschickt. 
Der nächste Raum führt uns nach Deutsch- Süd west -Afrika. 
Darin stehen Schreibtisch, Sopha, Stühle und Sessel. Von den Gemälden (von 
W. Kuhnert) zeigt eins eine Patrouille der Schutztruppe; ein anderes ein 
Ochsengespann in der Steppe, zwei lange Gespanne, jeder Wagen von 
10 Ochsen gezogen, voran ein berittener Europäer, ziehen durch die sonnen- 
durchglühte Landschaft; vorn sehen wir einige Exemplare der Welwitsehia 
mirabilis, einer für das trockene südwestafrikanische Florengebiet eigenthüm- 
lichen Coniferenart. Weite Strecken werden mit dem Ochsenwagen zurück 
gelegt, und vermöge ihrer grossen Kraft und Ausdauer sind die Thiere im 
Stande, mit den verhältnissmässig schweren Wagen die steilsten Abhänge, 
Flüsse und andere Schwierigkeiten zu passiren. Auf einem kleineren Bilde 
sehen wir Springböcke, im Vordergründe einzeln, in der Ferne zu einem 
grossen Rudel vereint. Zwei andere Bilder stellen einen Herero-Kraal und 
eine Hererofrau mit einer Milchkalebasse vor. In dem Kraal sitzen vor einer 
aus Lehm gebauten runden Hütte einige Eingeborene. 
Von hier tritt man in das Zimmer unserer Südsee-Kolonien ein. 
Gegenstände aus verschiedenen Theilen dieses Schutzgebietes schmücken 
die Wände. Einige Möbel sind von Guineaholz, das wie schön gefärbtes 
Mal mgoniholz aussieht. Ein grösseres Bild stellt den Blick vom Bord eines 
Schiffes dar. Wir schauen über das leicht gekräuselte, von Fahrzeugen der 
Eingeborenen belebte, tiefblaue Meer und erblicken die nahe Küste von Neu- 
Guinea, woselbst zwischen Palmen und üppigen Gruppen von Laubbäumen 
und Bananen die Gebäude einer Plantage sich zeigen. 
Ein anderes Bild stellt eine Tabakplantage dar. Vorn ein Tabakfeld 
mit chinesischen Kulis, dahinter eine Fermentirscheune und andere Baulich 
keiten. Daneben hängt ein Dorfbild aus Lalu, mit mehreren Hütten unter 
mächtigen Kokospalmen; vorn Eingeborene im Gespräch, links neben einer 
Sagopalme ein fast erloschenes Feuer. 
Auf der nächsten Wand ein Bild, Paradiesvögel, und ein Landschafts 
bild, mit Pandanus und Nipa-Palmen im Vordergründe sowie Mangroven 
in der Ferne. 
Das Hintergebäude, welches mit dem Hauptgebäude durch eine 
Galerie verbunden ist, enthält Küche, Badezimmer, Vorrathskammer. 
Die Einrichtung dieser Räumlichkeiten hat in dankenswerther Weise der 
Deutsche Frauen-Verein für Krankenpflege in den Kolonien 
übernommen, der seit Langem die Kolonialverwaltung durch Entsendung 
von Pflegeschwestern in die Schutzgebiete, durch Ausstattung von Kranken 
zimmern etc. unterstützt.
	        
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