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Full text: Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896 / Meineke, Gustav

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Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 189 li 
Gegenüber an der Wand sehen wir links eine Flusslandschaft, den 
Unabach am Kilimandscharo darstellend, an dem ein Löwe seinen Durst 
stillt. Das Bild rechts davon zeigt den Kahe-Urwald mit durchziehenden 
Elephanten; matt nur noch fällt das spärliche Licht durch den üppigen 
BaUmwuchs, durch den sich diese riesigen Dickhäuter, ein alter Recke an 
der Spitze, mit Leichtigkeit Bahn brechen. 
Das Bild rechts daneben an der Wand verbildlicht die ostafrikanische 
Schutztruppe. Es stellt eine Parade am Geburtstage Sr. Maj. des Kaisers 
vor. Links haben schwarze Soldaten — Sudanesen — Aufstellung genommen. 
Davor stehen der Bezirksamtmann, Offiziere, Unteroffiziere und Beamte. 
Zwischen ihnen bemerkt man Walis, reiche Inder und andere Farbige. Der 
Bezirksamtmann gedenkt des Tages in einer Ansprache. Ueber diesem 
Bilde hängt eure Massai- und über der Karte daneben eine andere Type. 
Ein dreitheiliger Glaskasten führt die Yogel- und Insekten-Fauna vor: Im 
ersten Kasten finden wir schöne Kukuke und Bananenfresser, darunter die 
von Oscar Neumann neu entdeckte Art Turacus chaleolophus, ferner den 
kleinsten ostafrikanischen Tag-Raubvogel Falco semitorquatus. Die Pflanze, 
auf welcher die Vögel sitzen, ist ein Kaffeebaum. In dem zweiten Glas 
kasten sind kleine bunte Finken, Glanzstaare und Webervögel mit Schmetter 
lingen und Käfern zusammengestellt. Besonders prächtig erscheint der 
schöne Goldbrust-Glanzstaar. Hintergrund: Randia macrosiphon. 
Der dritte Kasten enthält Honigsauger, Eisvögel und Glanzkukuke mit 
Schmetterlingen und Käfern auf einer Dombeya gilgiana. 
Die künstlichen Blumen.sind von der Firma Leuchtmann hergestellt, 
die Vögel durch den Präparator Lemni des Kgl. Museums für Naturkunde 
ausgestopft. Alle in den Glaskästen verwendeten Vogelbälge sind in Ost- 
Afrika von Oscar Neumann gesammelt worden. Die Auswahl der 
zoologischen Objekte überwachte der Kustos am Kgl. Museum für Natur 
kunde. P. Matschie. 
Ein Schränkchen enthält eine Steinsammlung. Pfeile, Speere und andere 
ethnographische Gegenstände, Antilopengehörne, Nashörner sind zur weiteren 
Ausschmückung verwandt. 
Die meisten Gehörne stammen aus der Borchert’schen Sammlung, 
welche durch Herrn Geh. Rath Krupp an das Kgl. Museum für Naturkunde 
geschenkt worden] ist. 
Das daran stossende Zimmer denke man sich als Wohn- und Schlaf 
zimmer in Kamerun. Rechts steht ein eisernes, mit Moskitonetz ver 
sehenes Tropenbett. Die Bettstelle ist aus Winkeleisen sehr fest konstruirt 
und verzinnt (nicht verzinkt). Die Doppelspiral-Sprungfeder-Matratze ent- 
entsprieht den neuesten Konstruktionen und schliesst jegliches Einnisten von 
Ungeziefer aus. Das Bett ist mit einem Mosquito-Netz versehen. Diesem 
schliessen sich der Schreibtisch mit den nöthigen Utensilien und den Photo 
graphien der betreffenden Gouverneure, Stühle etc. an. Von den Gemälden 
stellt das eine, von v. Eckenbrecher gemalt, ein Vorpostengefecht unserer 
Schutztruppe mit Eingeborenen im Busch dar. Im Vordergründe Offiziere, 
ein Trompeter und Mannschaften. Auf der einen Seite ein Verwundeter 
mit Lazarethgehilfen. Im Rückzuge begriffene Eingeborene senden Pfeile 
und Speere vom Busch. 
Ein anderes Bild zeigt ein Eingeborenen-Palaver. Vor einer Palaver 
hütte hält ein Dorfchef eine Ansprache an seine Leute. Im Hintergrund 
Oelpalmen und Bananen. Zwei Landschaften, die eine mit Schimpansen, 
die andere mit einer Faktorei als Staffage, letztere vön Hellgrewe, ver 
anschaulichen die Vegetation.
	        
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