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Full text: Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896 / Meineke, Gustav

Gruppe XXIII. Kolonial-Ausstellung 
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misaes Sandelholz. 133. Afrikanisches Sandelholz oder Bar-wood (Pterocarpus 
santalinoides L. Herit.). 134. Afrikanisches Rothholz oder Cam-wood (Baphia 
nitida Afz.), dabei ein Zweig mit Bliithen. 13ö. Afrikanisches Ebenholz (Diospyros 
Dendo Welu). 136. Holz des Zahnbürstenbaumes (Salvadora persica L.). 
XV. Kautschuk. 137. Westafrikanische Kautschuksorten nebst Holz, Bliithen- 
zweigen und Früchten von Landolphia-Arten. 138. Ostafrikanische Kautschuk 
sorten nebst Landolphia-Arten mit Einschnitten, aus denen der Milchsaft ent 
nommen wurde. 
XVI. Kopale, Gummi, Harze. 139. Verschiedene Kopalsorten; 140. Ver 
schiedene Sorten von Gummi arabicum und Harzen. 
XVII. Katechu, Gambir. (No. 141—142.) 
XVIII. Tabak. (No. 143 -145.) 
Ausstellung 1 der Firma Heinr. Ad. Meyer, Hamburg“. 
Elfenbein. 
Diese Ausstellung soll ein Bild von den verschiedenen Arten Elfenbein 
im Rohzustände geben, sowie die mannigfaltige Verwendung dieses kost 
baren Materials in den verschiedenen Zweigen von Kunst und Gewerbe in 
Deutschland und anderen Ländern veranschaulichen. 
In dem grossen Ausstellungsschrank finden wir eine Sammlung von 
fertigen und halbfertigen Fabrikaten aus Elfenbein, welche von dieser 
Firma hergestellt werden, sowie eine Anzahl Schnitzereien und Gebrauchs 
gegenstände aus Elfenbein, die in den verschiedensten Ländern der Welt 
angefertigt wurden. Neben in Deutschland angefertigten Schnitzwerken in 
kiinsderischer Ausführung befinden sich solche aus Indien, China und Japan, 
und ebenfalls die roh ausgeführten Arbeiten der Eingeborenen Afrikas. 
Ferner sind ausgestellt die Zähne vom Fluss- und Nilpferd, Walross 
und Potwal, welche ebenfalls Elfenbein liefern, das aber nicht so werthvoll 
ist wie Elephanten-Elfenbein. 
Elephantenzähne in den verschiedensten Grössen und aus allen Theilen 
Afrikas sind theils in Paaren, theils in Gruppen vor dem Schranke aufgestellt. 
Sehr bemerkenswerth sind einige Paare ausgezeichnet gewachsener 
Elephantenzähne von riesiger Grösse, wie sie wohl in keinem Museum zu 
finden sind. Geradezu ein Unikum ist ein Paar vollständig wohl erhaltener, 
fehlerfreier Zähne vom Mammuth, das einem an der Mündung der Lena 
im massiven Eise gefundenen, ganz wohl erhaltenen Kadaver angehörte. 
Das eigentliche Elfenbein liefern nur die Stosszähne des indischen und 
afrikanischen Elephanten. Von indischem Elfenbein kommt jetzt nur noch 
wenig im Handel vor, denn die Zahl der dort lebenden wilden Elephanten 
hat sich sehr verringert, und ein solcher mit grösseren Stosszähnen gehört 
zu den Seltenheiten. Afrika deckt fast den ganzen Verbrauch an Elfenbein, 
doch auch hier zeigt sich eine beständige Abnahme in der Ausfuhr, so dass 
man mit Sicherheit ein Aussterben dieser Thiere in nicht allzu ferner Zeit 
Voraussagen kann. Besonders gilt dies von dem Elephanten der Ostküste 
und Central-Afrikas. In dem ersteren Distrikte sind Elephanten schon recht 
selten, und die Ausfuhr von dort ist sehr gering geworden. Dagegen hat 
das Flussgebiet des Kongo und die Westküste Afrikas in den letzten Jahren 
noch eine grosse Ausbeute an Elfenbein ergeben, aber es ist nicht “wahr 
scheinlich, dass dieselbe lange in gleicher Grösse anhalten wird. 
Elfenbein ist einer der hauptsächlichsten Handelsartikel Afrikas. Die 
Erwerbung desselben wird von arabischen Elephantenjägern und Händlern 
eifrig betrieben. Die viel verbreitete Ansicht, dass Elfenbein im Innern von 
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