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Full text: Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896 / Meineke, Gustav

Gruppe XXIII. Kolonial-Ausstellung 
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Seltener ist die Elenantilope mit ihrem geraden stattlichen Gehörn, 
und auch das Gnu oder Wildebeest mit ochsenartigen Hörnern ist in 
seinem Verbreitungsbezirk heutzutage beschränkter als ehedem. In grossen 
Mengen dagegen lebt noch heute in den Ebenen, besonders in der Südhälfte 
unserer Kolonie, der Springbock, dessen zierliches Gehörn gern zur Aus 
schmückung der Wände benutzt wird. Die kleinste Antilope unseres Schutz 
gebiets, der Steinbock, liefert zierliche geradlinige Gehörne. 
Togo. 
Modell der Faktorei von J. K. Vietor. 
Das Haus ist vor ungefähr 20 Jahren ganz aus europäischem Material in 
Klein-Popo, dem Haupthandelsplatz der Togo-Kolonie, erbaut worden. Unten be 
finden sich die Kontore und der geräumige Laden und oben die Wohnungen 
der Europäer. Eine breite Veranda umgiebt das ganze Haus, welches unten 
massiv aus Steinen, oben aus Fachwerk und Planken erbaut und mit Dachpappe 
gedeckt ist. An der Seeseite ziehen sich die langen Lagerräume hin, von denen 
der erste zur Aufbewahrung der Landesprodukte, die anderen für die europäischen 
Waaren dienen. Der „störe“ beim Haupteingang vorn dient als Salzlager, 
daneben ist (mit Stroh gedeckt) ein Aufbewahrungsraum für Oel bei reichlichem 
Lager, für gesackte Palmkerne etc. Rechts vom Eingang einige Häuser der An 
gestellten und Bediensteten. In der Mitte des Hofes sind einige Schuppen, wo Oel 
lagert und Palmkerne gekocht werden, sowie eine Tenne, auf der die gewöhn 
lich nass angebrachten Kerne getrocknet werden. Der grösste Theil des Hofes 
wird von 6—12 Jahre alten Palmen beschattet. Hinter dem Hause in der Ecke 
befindet sich die Küche, in der Mitte das Dienerhaus. Ueber allem w r eht die 
deutsche Flagge, an der Gaffel die Bremer. Die Figuren stellen das afrikanische 
Leben dar, wie es sich abspielt. Beim Haupteingang rückt gerade eine Expedition 
nach Bismarckburg ab. Die auf dem Weg gehenden Leute wollen in den Laden. 
Eingeborene kommen mit ihren Lasten zu den anderen Thoren herein. Unter 
der Veranda sitzen Leute, die auf ihren Herrn, der auf der Veranda mit einem 
Weissen verhandelt, warten. 
Kamerun. 
Ausstellung von C. Woermann, Woermann-Linie, 
Deutsche Ost-Afrika-Linie. 
Diverse Blöcke verschiedener Hölzer aus dem Kamerungebiet, Platten von 
diesen Hölzern in polirtem Zustand, 1 Schrank und 1 Tisch aus afrikanischem Maha 
goniholz, 2 Elephantenzähne, Schildpatt, Faserstoffe, Rohprodukte, Gewebe von 
Eingeborenen des Hinterlandes von Liberia, 1 Elephantenschädel, Photographien. 
Eine grosse Reliefkarte von Afrika (Deutschlands Dampferver 
bindungen mit Afrika, insbesondere der deutschen Kolonien, zeigend). 
Ein Vollmodell des Dampfers „Aline Woermann“, 2300 Brutto-Register- 
Tonnen gross (der Woermann-Linie gehörig). 
Ein Vollmodell des Doppelschraubendampfers „Herzog“ 5000 Brutto- 
Register-Tonnen gross (der Deutschostafrika - Linie gehörig), zur Zeit 
im Bau befindlich "bei Blohm und Voss'. * 
Ein Querdurchschnitt des Doppelschraubendampfers „König“ 
5300 Brutto-Register-Tonnen gross (der Deutschen Ost-Afrika-Linie gehörig), 
zur Zeit im Bau bei der Reiherstieg-Schiffswerft und -Maschinenfabrik. 
Die Kamerun-Land-Plantagen-Gesellschaft (Hamburg) hat ver 
schiedene Produkte der eigenen Plantagen und Photographien ausgestellt. 
Modell eines Kanus aus Kamerun, von Kamerunnegern angefertigt, aus 
gestellt von Frau R. Meinecke.
	        
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